Freitag, 21. September 2007

Differenzen über Emissionshandel im Luftverkehr

Derzeit (18.-28. September) tagt im kanadischen Montreal die Vollversammlung des UN-Gremiums der Internationalen Zivilluftfahrt Organisation (ICAO, International Civil Aviation Organization). Gestritten wird unter anderem darüber, ob die 27 Mitgliedsstaaten der EU den gesamten Luftverkehr in ihr bestehendes CO2-Emissionshandelssystem einbeziehen sollen. Gegen einen weltweiten Emissionshandel sprechen sich vor allem die USA und Kanada aus. Österreich ist bei der Vollversammlung der ICAO durch Staatssekretärin Christa Kranzl vertreten.
Die EU möchte den Handel beim Flugverkehr spätestens 2012 einführen. Die EU-Kommission schlägt vor den Emissionsdurchschnitt des Jahres 2005 als Ziel zu nehmen. Auf dieser Basis würden dann die Zertifikate vergeben und alles was darüber an CO2-Ausstoß hinausgeht müsste zugekauft werden. Momentan geht man davon aus, dass die Luftfahrt für rund 3 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist.
Deutschen Umweltverbänden ist der EU-Ansatz zu wenig weitgehend. Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) und das Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie fordern für die Berechnungen der Klimaauswirkungen des Luftverkehrs eine strengere Regelung vorzusehen. Kritisiert wird, dass der Ausstoß von Wasserdampf und Stickoxiden nicht berücksichtigt wird, aber gerade diese Treibhausgase in den hohen Luftschichten der Flugkorridore extrem schädliche Klimafolgen nach sich ziehen. Ebenso werden die Mengenvorgaben des EU-Vorschlages als viel zu hoch angesehen. Werner Reh, Verkehrsexperte des BUND: „Da muss man ambitionierter vorgehen. Wir schlagen vor, 50 Prozent der ausgestoßenen CO2-Menge 2005 als Berechnungsgrundlage heranzuziehen.“
Laut Karl Otto Schallaböck, Verkehrsexperte des Wuppertal-Instituts liegt das jährliche Wachstum im Luftverkehr bei rund 5 Prozent. Der jährliche Treibstoffverbrauch nach einschlägigen Schätzungen sinke pro Kilometer aber nur um ca. 1,5 Prozent. Damit stiege der Ausstoß an Treibhausgasen in der Luftfahrt um 3,5 Prozent jährlich.

1 Kommentare:

Vielflieger hat gesagt…

Aus europäischer Sicht ist diese Konferenz gescheitert. Nicht nur, dass die Mehrhert der Delegierten in Montreal die Einbeziehung der Luftfahrt in das Emissionshandelssystem abgelehnt haben, haben sie zudem eine Entschließung verabschiedet, die die teilnehmerstaaten auffordert, sich nicht einseitig auf Emissionsziele zu verpflichten.
So schauts aus.