Eine spektakuläre Aktion will die indonesische Regierung am 28. November setzten. 79 Millionen Bäume, hauptsächlich Eukalyptus- und Teakbäume, sollen an diesem Tag gepflanzt werden. Ob es nur eine PR-Maßnahme im Vorfeld der im Dezember auf der indonesischen Insel Bali stattfindenden UN-Weltklimakonferenz ist oder ein tatsächliches Umdenken signalisieret, wird dir Zukunft zeigen.Indonesien liegt nämlich im traurigen Ranking der Länder mit der höchsten Waldvernichtung in absoluten Flächeneinheiten an 2. Stelle hinter Brasilien (laut FAO-Report (Food and Agriculture Organization of the United Nations) in den Jahren 2000 bis 2005 3,1 Mio. Hektar Waldverlust in Brasilien, Indonesien folgt mit 1,8 Mio. Hektar, nach Angaben des indonesischen Forstministeriums sind es sogar 2,8 Mio. Hektar); im Verhältnis zur Landesfläche ist die Entwaldungsrate in Indonesien aber wesentlich größer.
Auf den abgeholzten und gerodeten Flächen – oft geschieht das auch durch illegale Brandrodungen – wird der Exportmais für die Massentierhaltung in der ersten Welt produziert und in erhöhtem Maße Palmölplantagen zur Biospritgewinnung angelegt. Wissenschaftler um Florian Siegert vom Geo-Bio-Center der Ludwig-Maximilians-Universität München haben berechnet, dass Waldbrände in Indonesien im vergangenen Jahr für drei bis 15 Prozent des gesamten vom Menschen verursachten CO2-Ausstoßes verantwortlich waren.
Die europäischen Umweltminister haben erst Anfang März diesen Jahres beschlossen den Biospritanteil in der EU bis 2020 auf 10 Prozent zu steigern. Die dafür in Europa produzierten Rapsmengen werden dazu aller Wahrscheinlichkeit nicht ausreichen. Im Wirtschaftsjahr 2005/2006 haben die EU-Mitgliedstaaten insgesamt 4,9 Mio. Tonnen Palmöl importiert, davon 3,8 Mio. für den Nahrungsmittelbereich, knapp 1 Mio. Tonnen verheizten pflanzenölbetriebene Blockheizkraftwerke - im industriellen Maßstab insbesondere in den Niederlanden und Großbritannien – und 270.000 Tonnen für Biodiesel-Zwecke.
Quellen: : FAO, Readers Edition, Greenpeace, Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie, Geo-Bio-Center der Ludwig-Maximilians-Universität München
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