Sonntag, 04. November 2007

„Algenreaktor“ zur CO2-Reduktion

Sie brauchen eigentlich nur Wasser, Sonnenlicht und CO2. Werden sie mit diesen Grundstoffen versorgt verdoppeln sie bei optimalen Bedingungen ihre Biomasse innerhalb weniger Stunden. Mit Hilfe von Meeresalgen wollen Forscher der privaten Jacobs Universität in Bremen CO2-Emissionen von Kraftwerken oder Industrieanlagen neutralisieren.

Das Prinzip ist einfach. Die CO2-haltigen Abgase werden durch ein Gemisch aus Algen und Meerwasser geleitet. Die Algen entziehen den Abgasen das CO2 und wachsen dabei und bilden somit Biomasse, die wiederum zu Bioethanol weiterverarbeitet werden kann. "Algenreaktor“ nennt Professor Laurenz Thomsen von der Jakobs Universität sein simples, aber effektives Verfahren zur CO2 Reduzierung. Die Algen vermehren sich umso reger je stärker die Sonne scheint und das CO2 strömt.
Die Technologie ist für den industriellen Einsatz noch nicht ausgereift genug, die Energiekosten sind derzeit noch zu hoch. In wenigen Jahren aber sollte es laut Thomson soweit sein, dass sich so ein „Algenreaktor“ wirtschaftlich rechnet. "In zehn Jahren, an der Mittelmeerküste, könnte es Flächen von 20 bis 30 Quadratkilometern geben, die in großem Maßstab CO2 reduzieren", stellt sich Thomsen die Zukunft der Algen-Bioreaktoren vor. Ein Quadratkilometer Algenkulturen kann den CO2-Ausstoß eines Kraftwerks um 20 000 bis 30 000 Tonnen jährlich verringern. Mit dieser Menge CO2 wachsen
10 000 bis 15 000 Tonnen Algenbiomasse, aus denen man an die 5000 Tonnen hochwertigen gewinnen kann.Thomson möchte aber nicht nur Biotreibstoff aus den Algen gewinnen, sondern einen Teil der produzierten Biomasse zur Herstellung von Baustoff verwenden. Damit würde CO2 der Atmosphäre langfristig entzogen.

Quellen: Jacobs Universität, Lausitzer Rundschau, Radio Bremen