Die Landwirtschaft ist für 32 Prozent des weltweiten Klimaeffekts verantwortlich; mehr als Verkehr und Industrie zusammen. 14 Prozent davon werden durch Landwirtschaft im engeren Sinn – Ackerbau, Grünland-wirtschaft und Viehwirtschaft – verursacht. 18 Prozent entstehen durch die Brandrodung zur Gewinnung agrarisch nutzbarer Flächen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Agrarexperten Harald von Witzke, Professor an der Berliner Humboldt Universität, die die Umweltstiftung WWF am Montag veröffentlichte.Die Abgase, die beispielsweise eine Milchkuh von sich gibt, sind in etwa so klimaschädlich wie die eines Kleinwagens, der 18.000 km pro Jahr fährt. Neben den Rindern, die bei ihrer Verdauung diese enormen Mengen an Klimagasen produzieren, ist der nächste Klimakiller in der Landwirtschaft der Strickstoffdünger. Beim Einsatz von Kunstdünger entsteht Lachgas und Lachgas hat einen um mehr als 300 mal stärkeren negativen Klimaeffekt als CO2. So steigt aus einem Hektar gedüngter landwirtschaftlicher Nutzfläche laut Witzke pro Jahr der Gegenwert von 1,3 Tonnen Kohlendioxid in die Luft - in etwa so viel wie aus einem Auto mit 130 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer bei 10.000 Kilometern im Jahr.
Witzke schlägt daher für die Landwirtschaft eine „Emissionssteuer“ vor oder die Einbeziehung der Agrarwirtschaft in den Emissionshandel. Australien und Neuseeland beispielsweise wollen den Emissionshandel ab 2013 auch in der Landwirtschaft einsetzen. Beide Maßnahmen würden Produktionsweisen, die sehr viel Treibhausgase verursachen, teurer machen und so Anreize schaffen auf umweltverträglichere Methoden umzustellen.
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