Samstag, 24. November 2007

Machtwechsel in Australien: Auch ein Sieg für den Klimaschutz

Unerwartet deutlich hat in Australien die Labor-Partei mit Kevin Rudd die Wahl gegen die konservative Regierungskoalition unter John Howard gewonnen. Für die bisherige Oppositionspartei stimmten rund 53 Prozent der 13 Millionen Wähler, für die regierenden Liberals und Nationals nur etwa 46 Prozent.
Der Sieg von Rudd bedeutet auch einen Sieg für den Kampf gegen den globalen Klimawandel. Howard hat international immer eine strenge Anbindung der Australiens an die Politik von US-Präsident George W. Bush betrieben, in der Irak-Frage ebenso wie in der Klimapolitik. Howard hat wie Bush stets die Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls verweigert mit der Begründung, dass Schwellenländer wie China und Indien stärker eingebunden werden sollten und sie größere Beiträge zur Verminderung der Treibhausgase machen müssten. Rudd hingegen hat in seinem Wahlkampf versprochen im Falle seines Sieges unverzüglich das Kyoto-Abkommen zu unterzeichnen.
Kein Land der Welt produziert pro Kopf so viel Treibhausgase wie Australien: mehr als 27 Tonnen. Dank der weltweit viertgrößten Vorkommen - allein rund 75 Milliarden Tonnen Steinkohle - werden 80 Prozent der australischen Energie mit Kohle produziert. 16 Prozent der Exporteinkünfte - etwa 24 Milliarden australische Dollar (14,6 Mrd Euro) wurden im vergangenen Jahr durch Kohle erzielt.