Das 1997 verabschiedete und 2005 in Kraft getretene Kyoto-Protokoll entpuppt sich mehr und mehr als zahnloser Papiertiger. Viele Unterzeichner-Staaten haben ihren Treibhausgas-Ausstoß zwischen 1990 und 2005 entgegen den Vereinbarungen deutlich erhöht. Das zeigen Daten, die das Klimasekretariat der UNO kürzlich veröffentlichte. Spanien beispielsweise steigerte seine Emissionen in den ersten 15 Jahren des Kyoto-Abkommens um stolze 53,3 Prozent. In ähnlicher Höhe liegen die Zuwachsraten im benachbarten Portugal – 42,8 Prozent. In Österreich gab es ein Plus von 18 Prozent. Gut unterwegs ist Deutschland. Laut UNFCCC-Statistik gelang bis 2005 eine Emissionsreduzierung um 18,4 Prozent. Die USA, die dem Kyoto-Abkommen nicht beigetreten sind, verstärkten ihren CO2-Ausstoß zwischen 1990 und 2005 um 16,3 Prozent.Erschwerend kommt hinzu, dass dem Kyoto-Protokoll zwar rund 170 Staaten beigetreten sind doch aktiv die Treibhausgase senken sollen nur wenige Industrieländer. Wirtschaftlich rapide aufholende Nationen wie Brasilien, Indien oder China dürfen dagegen vorerst weiterhin ungezügelt emittieren, obwohl beispielsweise China die USA bei den Gesamtemissionen bereits eingeholt haben könnte.
Im Vorfeld zu den in Kürze in Bali startenden Verhandlungen, die die Weichen für ein Nachfolgeabkommen für das auslaufenden Kyoto-Protokoll stellen sollen, mehren sich deshalb die Stimmen die jetzigen Kyoto-Strategien zu kippen und neue und wirksamere Mechanismen zu suchen und zu etablieren.

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