Handlungsbedarf: "Weltweit müssten wir den Ausstoß von Kohlendioxid halbieren, stattdessen erwarten wir eine Verdoppelung der Emissionen." Als den wesentlichsten Lösungsansatz für den Klimaschutz bewertete von Weizsäcker den effizienten Einsatz von Energie, zu dem auch Informations- und Kommunikationstechnologien beitragen können (siehe auch „Faktor vier. Doppelter Wohlstand - halbierter Naturverbrauch“, von Ernst U. von Weizsäcker, Amory B. Lovins und L. H. Lovins).In einem anschließenden Podiumsgespräch diskutierten Mag. Rudolf Fischer (Generaldirektor Telekom Austria TA AG), Dr. Hildegard Aichberger (Geschäftsführerin WWF Österreich), Prof. Dr. Claudia Kemfert (Leiterin Abteilung "Energie, Verkehr und Umwelt" am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und Inhaberin des Lehrstuhls Umweltökonomie an der Humboldt Universität Berlin, per Videokonferenz zugeschaltet), Sektionschef Dipl.-Ing. Günter Liebel (Leiter der Allgemeinen Umweltpolitik im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft) und Dipl. Ing. Dr. Klaus Woltron (Unternehmer, MINAS Gruppe) die Problematik des Klimawandels mit dem Diskussionsschwerpunkt inwieweit moderne Informations- und Telekommunikationstechnologie helfen können Energie zu sparen um so den Ausstoß von Treibhausgasen zu vermindern.
Zielgerichteter IKT-Einsatz hilft dem Klima
Zentrale Aussagen aus der Diskussion: „Wenn IKT sinnvoll eingesetzt wird, liegt hier ein enormes Klimaschutzpotenzial" (Aichberger), "Der Klimawandel kann die Volkswirtschaften bis zu 20 Prozent des Bruttosozialprodukts kosten. Auch Klimaschutz wird es nicht zum Nulltarif geben, aber dieser ist zum einen kostengünstiger und zum anderen ermöglicht er ebenso Wachstumschancen" (Kemfert), "Der sinnvolle Einsatz von IKT Lösungen wie etwa Teleworking, virtuelle Konferenzsysteme und energieeffizientes Server-Housing wirkt sich positiv auf die CO2-Bilanz aus. Durch den Ausbau moderner Kommunikationsinfrastruktur in der Stadt und vor allem auch im ländlichen Raum sorgen wir zudem dafür, dass diese umweltfreundlichen IKT-Lösungen österreichweit genützt werden können" (Fischer).
Der WWF hat beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der europäischen Telekomunternehmen ETNO errechnet, dass in Europa CO2-Emissionen in einer Größenordnung von 50 Millionen Tonnen jährlich durch Videokonferenzen, Teleworking und elektronische Rechnungen vermieden werden könnten. Gleichzeitig lassen sich dadurch auch Kosten zum Beispiel für Dienstreisen vermeiden.
Workshops erarbeiten MaßnahmenpaketeAm Nachmittag vor der Expertendiskussion wurden von 60 Teilnehmern in vier Workshops Maßnahmen diskutiert und erarbeitet mit denen Unternehmen in Österreich die Umwelt schützen und gleichzeitig Kosten reduzieren können. Die Themen rangierten von Energieeffizienz über österreichische Umwelttechnologie bis hin zur Reduktion des Corporate Footprints und Green IT. Die effektivsten Maßnahmen und Handlungsvorschläge aus diesen Workkshops fließen nun in einen Maßnahmenkatalog ein, der in Kürze auf den Unternehmenswebseiten von Telekom Austria (http://www.telekom.at/) veröffentlicht werden soll.
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