Global 2000 und Greenpeace haben ein Ranking der österreichischen Energieversorger nach dem CO2-Anteil pro Kilowattstunde erstellt. „Bad guy“ in dieser Reihung beim Gesamt-CO2-Anteil pro kWh ist die EVN. Das rührt daher, dass die EVN stark auf Kohle und Gas als Energieträger in der Eigenproduktion setzt. Die Salzburg AG, die hauptsächlich auf den Stromhandel setzt, verdankt ihren schlechten Platz im Ranking der Tatsache, dass der zugekaufte Strom zum größten Teil aus fossilen oder atomaren Quellen stammt.
2006 sind laut offiziellen Zahlen der E-Control rund 21.000 Gigawattstunden (GWh) Strom aus dem Ausland nach Österreich importiert worden. Unsere Hauptbezugsländer sind Deutschland (rund 13.000 GWh) und Tschechien (rund 6.000 GWh).
Das Ranking im Detail (in Gramm CO2 pro kWh):
g CO2/kWh - Energieversorger
_________________________
293 - EVN
277 - Steweag-Steg
276 - Wienstrom
271 - Salzburg AG
199 - Energie AG
183 - Kelag
170 - Tiwag
130 - VKW
0 - Bewag
Dienstag, 31. Juli 2007
Klimafonds in Zeitnot
Immer massiver wird der Verdacht von Beobachtern, dass der ursprünglich mit 500 Millionen Euro angekündigte Klimafonds sein Ziel, mitzuhelfen, die österreichischen Treibhausgasemissionen zu verringern, nicht so schnell erreichen wird. Dafür ist nicht nur ausschlaggebend, dass der Fonds – wie ursprünglich geplant – seine Arbeit zum 1. Juli nicht aufnehmen konnte, da die Suche nach zwei Geschäftsführern, durchgeführt von der Personalagentur Wentner-Havranek, erst begonnen hat und erst Mitte August abgeschlossen wird.
Der Verdacht, ausgesprochen etwa von Greenpeace-Klimaexperte Erwin Mayer, begründet darauf, dass die Ziele des Fonds im letzten Halbjahr immer mehr zerfleddert wurden. So sollen damit nicht nur Klima- und Umweltschutzprojekte, sondern nun auch Nahverkehrsprojekte gefördert werden, und zwar im Umfang mit zehn Mio. Euro noch heuer und 20 Mio. im nächsten Jahr. „Das wurde vom roten Verkehrsministerium noch reinreklamiert“, sagt Mayer. Insgesamt fixiert sind bisher im Doppelbudget lediglich 200 Millionen Euro. Da die restlichen Mittel für Forschung und Entwicklung emissionsarmer Technologien eingesetzt werden sollen, werden diese, sowohl heuer als auch nächstes Jahr "kaum bei den Kioto-Reduktionszielen wirksam werden", wie Mayer meint.
Auch die effiziente Einsetzung der Mittel dürfte nicht ganz einfach werden, sollen doch gleich zwei Abwicklungsstellen für die Mittelzuteilung zuständig sein. Neben der Kommunalkredit Public Service auch der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWG). Dabei ist noch nicht ausgedealt, welche Projekte wer abwickelt, bestätigt das Lebensministerium. Sicher ist, dass der bereits installierte wissenschaftliche Beirat die Projekte inhaltlich bewerten muss, bevor Gelder freigegeben werden. Im Beirat sind Josef Spitzer, Leiter des Institutes für Energieforschung am Joanneum Research in Graz, Helga Kromp-Kolb von der Boku, Robert Korab (TU Wien) und Stefan Schleicher (Uni Graz).
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.07.2007)
Der Verdacht, ausgesprochen etwa von Greenpeace-Klimaexperte Erwin Mayer, begründet darauf, dass die Ziele des Fonds im letzten Halbjahr immer mehr zerfleddert wurden. So sollen damit nicht nur Klima- und Umweltschutzprojekte, sondern nun auch Nahverkehrsprojekte gefördert werden, und zwar im Umfang mit zehn Mio. Euro noch heuer und 20 Mio. im nächsten Jahr. „Das wurde vom roten Verkehrsministerium noch reinreklamiert“, sagt Mayer. Insgesamt fixiert sind bisher im Doppelbudget lediglich 200 Millionen Euro. Da die restlichen Mittel für Forschung und Entwicklung emissionsarmer Technologien eingesetzt werden sollen, werden diese, sowohl heuer als auch nächstes Jahr "kaum bei den Kioto-Reduktionszielen wirksam werden", wie Mayer meint.
Auch die effiziente Einsetzung der Mittel dürfte nicht ganz einfach werden, sollen doch gleich zwei Abwicklungsstellen für die Mittelzuteilung zuständig sein. Neben der Kommunalkredit Public Service auch der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWG). Dabei ist noch nicht ausgedealt, welche Projekte wer abwickelt, bestätigt das Lebensministerium. Sicher ist, dass der bereits installierte wissenschaftliche Beirat die Projekte inhaltlich bewerten muss, bevor Gelder freigegeben werden. Im Beirat sind Josef Spitzer, Leiter des Institutes für Energieforschung am Joanneum Research in Graz, Helga Kromp-Kolb von der Boku, Robert Korab (TU Wien) und Stefan Schleicher (Uni Graz).
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.07.2007)
Sonntag, 22. Juli 2007
Die Kuh der Klimakiller
Nach Berechnungen der Forscher vom National Institute of Livestock and Grassland Science in Tsukuba in Japan entfallen auf einen Kilogramm gehandelten Rindfleischs
36,4 Kilogramm Kohlendioxid, 340 Gramm Schwefeldioxid und 59 Gramm Phosphat. Damit wird dabei mehr Treibhausgas produziert als bei einer Autofahrt über 250 km. In die Berechnungen einbezogen wurden die Treibhausgas-emissionen die bei der Aufzucht der Rinder einschließlich der Produktion von Futtermitteln und ihrer Transporte. Weiters berücksichtigt wurden auch der Energieverbrauch, die Entstehung von Methan sowie die Wasserverschmutzung. Methan macht den größten Anteil der tierischen Treibhausgase aus. Es entsteht beim Verdauungsprozess im Rind. Produktion und Transport der Futtermittel sind für mehr als zwei Drittel des Energieverbrauchs verantwortlich.
Quelle: NewScientist Environment
Quelle: NewScientist Environment
Schlagworte:
Kuh,
methan,
Rindfleisch,
Treibhausgas
Sonntag, 15. Juli 2007
Globaler Temperaturanstieg seit 1880
Folgende Grafik zeigt die globale Erwärmung der Erdoberfläche seit 1880 (global gemittelte Anomalie der Oberflächentemperatur der Erde, GISS Surface Temperature Analysis).
Quelle: NASA, Urheber:J. Hansen, R. Ruedy, M. Sato, and K. Lo, NASA, Datum: created 8. Feb. 2007, German translation: IqRS, Artwork and redrawn as SVG by xavax
Schlagworte:
globale Erwärmung,
NASA,
Temperaturanstieg
Sonntag, 01. Juli 2007
"Nur ambitionierte Ziele haben ist halt zu wenig"
Wien - Nachdem die österreichische Regierung keine Klage gegen die Kommission eingereicht hat, was die Kürzung der Zuteilungsrechte für "Verschmutzungszertifikate" der Industrie ab 2008 betrifft, müsse nun wenigstens daran gearbeitet werden, dass es zu einer stringenten österreichischen Klimapolitik kommt. "Nur ambitionierte Ziele definieren ist zu wenig", sagt Markus Beyrer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV).
Diese Politik habe dazu geführt, dass österreichische Klimaschutzleistungen wie die Errichtung des mit 500 Mio. Euro dotierten Klimafonds und die Erhöhung der Mineralölsteuer zum 1. Juli nicht in die Berechnungen einflossen. Insbesondere die Möst ärgert Beyrer: "Bei der Möst zahlt die Industrie die Hälfte."
Neue Lastenverteilung
Zumindest für die Folgeperiode ab 2012 fordert der Interessenvertreter, dass die EU-interne Lastenverteilung neu diskutiert wird. Denn wird dieses Burden-Sharing fortgeschrieben, ergäbe dies für Österreich illusorische Vorgaben, erklärt er. Bekanntlich soll Österreich bei Industrie, Haushalt und Verkehr insgesamt 13 Prozent weniger CO2 emittieren, der EU-Schnitt liegt bei nur minus acht Prozent.
Wenn nun im Herbst die kommende Lastenverteilung für das Ziel minus 20 Prozent bis 2020 verhandelt werde, hofft Beyrer, dass die Regierungsvertreter diese Vorgaben im Verhandlungsweg "massiv entschärft". Würde nämlich der Schlüssel, mit dem die CO2-Ziele aufgeteilt werden, gleich bleiben, bedeute dies, dass Österreich eine Reduktion bei den Treibhausgasen von gut 40 Prozent (immer gemessen an den Zahlen von 1990) anpeilen müsste. "Das ist vollkommen jenseitig. Das hieße fünf Grad weniger Raumwärme und drei Tage die Woche kein Individualverkehr", sagt Beyrer im Hinblick darauf, dass sich Österreich den Klimaschutzzielen nie angenähert, sondern den CO2-Ausstoß jedes Jahr erhöht hat.
Verteilung "irgendwie"
Grundsätzlich, meint Beyrer, räche sich dass die Regierung einen Klimaplan habe, bei dem Emissionsreduktionsverpflichtungen "irgendwie" auf die Beteiligten verteilt werden. Anders sei dies etwa in Großbritannien gelaufen, wo der Umstieg auf Stromerzeugung auf Basis von Erdgas in die nationale Klimapolitik einbezogen wurden - und dies bei den EU-Verhandlungen zur Lastenaufteilung dann auch gewürdigt wurde.
Bei den kommenden EU-Verhandlungen werden voraussichtlich die CO2-Ziele zusammengepackt mit dem Ziel, erneuerbare Energien stärker im Energiemix der Staaten zu verankern. Dies ergäbe laut Beyrer die Chance, Energie- und Treibhausgasausstoß im Paket neu zu verhandeln. Auch hier ist das EU-Ziel 20/20; also 20 Prozent erneuerbare Energien in allen Mitgliedsländern bis zum Jahr 2020. Auch bei erneuerbaren Energien werde es eine EU-weite Lastenverteilung geben, verknüpft mit den CO2-Zielen.
Hainburg evaluieren
Für Österreich bedeute dies, die Potenziale bei erneuerbaren Energien mit Augenmaß, wie Beyrer meint, zu diskutieren. Die Ziele der Regierung, den Anteil der erneuerbaren Energieerzeugung weiter stark anzuheben - im Regierungsübereinkommen wird 45 Prozent bis 2020 angepeilt -, bezeichnet er aber ebenfalls als "völlig illusorisch". "Wir haben unser Ökostrompotenzial schon fast ausgeschöpft." Allerdings, meint er, gebe es noch Potenzial bei der Wasserkraft - "und da gehört natürlich auch Hainburg neu evaluiert".
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 2.7.2007)
Diese Politik habe dazu geführt, dass österreichische Klimaschutzleistungen wie die Errichtung des mit 500 Mio. Euro dotierten Klimafonds und die Erhöhung der Mineralölsteuer zum 1. Juli nicht in die Berechnungen einflossen. Insbesondere die Möst ärgert Beyrer: "Bei der Möst zahlt die Industrie die Hälfte."
Neue Lastenverteilung
Zumindest für die Folgeperiode ab 2012 fordert der Interessenvertreter, dass die EU-interne Lastenverteilung neu diskutiert wird. Denn wird dieses Burden-Sharing fortgeschrieben, ergäbe dies für Österreich illusorische Vorgaben, erklärt er. Bekanntlich soll Österreich bei Industrie, Haushalt und Verkehr insgesamt 13 Prozent weniger CO2 emittieren, der EU-Schnitt liegt bei nur minus acht Prozent.
Wenn nun im Herbst die kommende Lastenverteilung für das Ziel minus 20 Prozent bis 2020 verhandelt werde, hofft Beyrer, dass die Regierungsvertreter diese Vorgaben im Verhandlungsweg "massiv entschärft". Würde nämlich der Schlüssel, mit dem die CO2-Ziele aufgeteilt werden, gleich bleiben, bedeute dies, dass Österreich eine Reduktion bei den Treibhausgasen von gut 40 Prozent (immer gemessen an den Zahlen von 1990) anpeilen müsste. "Das ist vollkommen jenseitig. Das hieße fünf Grad weniger Raumwärme und drei Tage die Woche kein Individualverkehr", sagt Beyrer im Hinblick darauf, dass sich Österreich den Klimaschutzzielen nie angenähert, sondern den CO2-Ausstoß jedes Jahr erhöht hat.
Verteilung "irgendwie"
Grundsätzlich, meint Beyrer, räche sich dass die Regierung einen Klimaplan habe, bei dem Emissionsreduktionsverpflichtungen "irgendwie" auf die Beteiligten verteilt werden. Anders sei dies etwa in Großbritannien gelaufen, wo der Umstieg auf Stromerzeugung auf Basis von Erdgas in die nationale Klimapolitik einbezogen wurden - und dies bei den EU-Verhandlungen zur Lastenaufteilung dann auch gewürdigt wurde.
Bei den kommenden EU-Verhandlungen werden voraussichtlich die CO2-Ziele zusammengepackt mit dem Ziel, erneuerbare Energien stärker im Energiemix der Staaten zu verankern. Dies ergäbe laut Beyrer die Chance, Energie- und Treibhausgasausstoß im Paket neu zu verhandeln. Auch hier ist das EU-Ziel 20/20; also 20 Prozent erneuerbare Energien in allen Mitgliedsländern bis zum Jahr 2020. Auch bei erneuerbaren Energien werde es eine EU-weite Lastenverteilung geben, verknüpft mit den CO2-Zielen.
Hainburg evaluieren
Für Österreich bedeute dies, die Potenziale bei erneuerbaren Energien mit Augenmaß, wie Beyrer meint, zu diskutieren. Die Ziele der Regierung, den Anteil der erneuerbaren Energieerzeugung weiter stark anzuheben - im Regierungsübereinkommen wird 45 Prozent bis 2020 angepeilt -, bezeichnet er aber ebenfalls als "völlig illusorisch". "Wir haben unser Ökostrompotenzial schon fast ausgeschöpft." Allerdings, meint er, gebe es noch Potenzial bei der Wasserkraft - "und da gehört natürlich auch Hainburg neu evaluiert".
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 2.7.2007)
Schlagworte:
CO2,
Hainburg,
Industriellenvereinigung,
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