Spitz auf Knopf stand es bis Freitagnachmittag bei den in Wien stattfindenden Gesprächen auf UN-Expertenebene zu dem Klimaabkommen, das ab 2013 völkerrechtliche Gültigkeit haben soll. Massive Widerstände gegen das Festschreiben konkreter Reduktionsziele im Abschlussdokument kamen von Neuseeland, Kanada, Russland und der Schweiz, so Bernhard Obermayr von Greenpeace. Eine Zielfestsetzung von 25 bis 40 Prozent weniger Treibhausgasausstoß ab 2013 - gemessen am Niveau der Industrieländer von 1990 - wurde von diesen Ländern als zu ambitioniert abgelehnt; ihrer Meinung nach sollten in dem Abschlusspapier keine Zahlen vorkommen.
Dieses Abschlusspapier soll als Grundlage für die politischen Verhandlungen der UN-Klimakonferenz auf Bali im Dezember dienen. Bis Redaktionsschluss war dazu noch keine Einigung erzielt worden; von offizieller Seite hieß es trotzdem, man sei nah dran. "Ich bin zuversichtlich, dass wir zu einer Lösung gelangen", erklärte Yvo de Boer, Generalsekretär der zuständigen UN-Organisation UNFCCC (Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen).
Test bestanden
Auch Umweltminister Josef Pröll (VP) zeigte sich optimistisch. "Es ist gelungen, in diesen Tagen Bewegung in die bisher festgefahrenen Positionen zum Klimaregime nach 2012 zu bringen", sagte Pröll zur APA.
Zum Vergleich: Im gültigen Kioto-Protokoll wird von 36 Industriestaaten zwischen 2008 bis 2012 eine Treibhausgas-Reduktion von insgesamt 5,2 Prozent, ebenfalls auf Basis des Jahres 1990, verlangt. Die EU hat im Schnitt um acht Prozent zu reduzieren; Österreich um 13 Prozent.
Anders bei den Vorbereitungen für einen Emissionshandel ab 2008 (nicht zu verwechseln mit dem bereits installierten EU-Emissionshandels für die Industrie). Da hat die zuständige UNFCCC die ersten Länder - und zwar Österreich, Japan und die Schweiz - dahingehend überprüft, ob sie die Kriterien dafür erfüllen. "Die Überprüfungen zeigten, dass die Regierungen diesen Test bestanden haben", sagte UNFCCC-Exekutivsekretär Yvo de Boer.
Es ist dies der Auftakt für "Clean Development Mechanism" (CDM), einem Kioto-Instrument, bei dem über CDM-Zertifikate klima- und umweltschonende Investitionen in Entwicklungsländer ausgelöst werden. In Österreich ist, wie berichtet, die Kommunalkredit Public Consulting für die Abwicklung zuständig. Die UNFCCC ist dabei die Stelle, die Projekte in Entwicklungsländern festlegt, die die Kriterien für eine Finanzierung mittels CDM-Zertifikaten erfüllen. Österreich hat dafür bereits rund 400 Millionen Euro an Budgetmittel reserviert. (Johanna Ruzicka/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1./2. 9. 2007)
Freitag, 31. August 2007
Im Tandem die Klimaschutzziele erstrampeln
Persönlich kennen sich die beiden noch nicht. Trotzdem sind sie sicher, dass sie gut miteinander können werden. Wo genau, also in welchen Büroräumlichkeiten, das ist noch nicht klar. "Wir werden einfach ein paar Kammerln anmieten", sagt Ingmar Höbarth hemdsärmelig.
Ein erfrischender Wind von Unkompliziertheit weht über dem Duo Ingmar Höbarth und Eveline Steinberger, den eben bestellten Geschäftsführern des Klimaschutz- und Energiefonds. Ob sie diese Hemdsärmeligkeit durchhalten werden können, ist aber fraglich. Groß sind die Begehrlichkeiten aus Wirtschaft und Forschung, sich ein Stück vom Fondskuchen - über die Jahre 500 Mio. Euro - abzuschneiden.
Die Wahl der beiden Minister Josef Pröll (Umwelt, ÖVP) und Werner Faymann (Infrastruktur, SPÖ) wird dem recht klug gerecht. Ingmar Höbarth - Prölls Favorit - ist eine Art "Klimawandel-Urgestein" in Österreich; bis zum Frühjahr politischer Geschäftsführer der Umweltschutzorganisation Global 2000, leitete er unzählige Kampagnen zu Klimawandel, grenznahen Atomkraftwerken und Gentechnik geleitet. "Zur Erderwärmung habe ich 1989 die erste Pressekonferenz gegeben", sagt der 44-Jährige.
Eveline Steinberger - Faymanns Vorschlag - deckt im Fonds die Industrie- und Energieseite ab. Zuletzt war die 35-Jährige Chefin der Verbund-Tochter Austrian Power Sales, zuständig für Marketing. Die Mutter einer zweimonatigen Tochter lebt mit Verbund-Vorstand Christian Kern in einer festen Partnerschaft.
Eine parteipolitische Zuordnung ist beiden nicht recht; beide betonen, keine Parteimitglieder zu sein. "Ich kenne Pröll seit Langem und schätze, dass er mir als langjähriger Umweltaktivisten diese Chance gibt", sagt Höbarth, der Landschaftsökologie und -planung an der Wiener Boku studiert hat.
"Ich verstehe mich als Managerin und hoffe doch, dass ich in dieser parteiunabhängigen Funktion aufgefallen bin", meint Steinberger, die sich dafür einsetzen will, dass mit den Klimafondsmitteln auch Anreize gesetzt werden, sodass "das Vier- bis Fünffache aus dem Markt kommt".
Für die breit gestreuten Hobbys des Klimafonds-Geschäftsführerduos wird da nicht allzu viel Zeit bleiben: Höbarth hat das Skateboard, das er im Jahr 1978 so beherrschte, dass er es zur österreichischen Meisterschaft im Slalomfahren brachte, schon früher ins Eck gestellt. Zugunsten von Bergwandern, Joggen, Skifahren. Tai Chi und östliche, buddhistische, Philosophien sorgen für Ausgleich.
Steinberger, die in Graz Wirtschaft studiert hat, umsorgt Tochter Carla-Sophie und betreibt "alle möglichen Wassersportarten" sowie Mountainbiken und Skifahren. Entspannung sucht sie bevorzugt an einem der Kärntner Seen.
(Johanna Ruzicka/DER STANDARD, Printausgabe, 31.8.2007)
Ein erfrischender Wind von Unkompliziertheit weht über dem Duo Ingmar Höbarth und Eveline Steinberger, den eben bestellten Geschäftsführern des Klimaschutz- und Energiefonds. Ob sie diese Hemdsärmeligkeit durchhalten werden können, ist aber fraglich. Groß sind die Begehrlichkeiten aus Wirtschaft und Forschung, sich ein Stück vom Fondskuchen - über die Jahre 500 Mio. Euro - abzuschneiden.
Die Wahl der beiden Minister Josef Pröll (Umwelt, ÖVP) und Werner Faymann (Infrastruktur, SPÖ) wird dem recht klug gerecht. Ingmar Höbarth - Prölls Favorit - ist eine Art "Klimawandel-Urgestein" in Österreich; bis zum Frühjahr politischer Geschäftsführer der Umweltschutzorganisation Global 2000, leitete er unzählige Kampagnen zu Klimawandel, grenznahen Atomkraftwerken und Gentechnik geleitet. "Zur Erderwärmung habe ich 1989 die erste Pressekonferenz gegeben", sagt der 44-Jährige.
Eveline Steinberger - Faymanns Vorschlag - deckt im Fonds die Industrie- und Energieseite ab. Zuletzt war die 35-Jährige Chefin der Verbund-Tochter Austrian Power Sales, zuständig für Marketing. Die Mutter einer zweimonatigen Tochter lebt mit Verbund-Vorstand Christian Kern in einer festen Partnerschaft.
Eine parteipolitische Zuordnung ist beiden nicht recht; beide betonen, keine Parteimitglieder zu sein. "Ich kenne Pröll seit Langem und schätze, dass er mir als langjähriger Umweltaktivisten diese Chance gibt", sagt Höbarth, der Landschaftsökologie und -planung an der Wiener Boku studiert hat.
"Ich verstehe mich als Managerin und hoffe doch, dass ich in dieser parteiunabhängigen Funktion aufgefallen bin", meint Steinberger, die sich dafür einsetzen will, dass mit den Klimafondsmitteln auch Anreize gesetzt werden, sodass "das Vier- bis Fünffache aus dem Markt kommt".
Für die breit gestreuten Hobbys des Klimafonds-Geschäftsführerduos wird da nicht allzu viel Zeit bleiben: Höbarth hat das Skateboard, das er im Jahr 1978 so beherrschte, dass er es zur österreichischen Meisterschaft im Slalomfahren brachte, schon früher ins Eck gestellt. Zugunsten von Bergwandern, Joggen, Skifahren. Tai Chi und östliche, buddhistische, Philosophien sorgen für Ausgleich.
Steinberger, die in Graz Wirtschaft studiert hat, umsorgt Tochter Carla-Sophie und betreibt "alle möglichen Wassersportarten" sowie Mountainbiken und Skifahren. Entspannung sucht sie bevorzugt an einem der Kärntner Seen.
(Johanna Ruzicka/DER STANDARD, Printausgabe, 31.8.2007)
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Höbarth,
Klimaschutz- und Energiefond,
Steinberger
Donnerstag, 30. August 2007
USA in Klimafragen verhandlungsbereit
Ohne ein einziges Mal das Wort "Kioto" auszusprechen absolvierte Harlan Watson, der Verhandler der USA bei der Klimakonferenz der UNFCCC (United Nations Framewort on Climate Change), die Pressekonferenz zu der derzeit in Wien tagenden Expertenkonferenz über einen Nachfolgevertrag zum Kioto-Protokoll. Die USA haben bei diesem Klimavertrag der bis 2012 gilt, ebenso wie Australien nicht mitgemacht.
Die USA werden nun aber daran mitarbeiten, dass "bis Ende 2008 ein Abkommen steht, das ab 2013 in Kraft treten könne, sagte Watson. Dieses Abkommen solle unter dem Dach der Vereinten Nationen angesiedelt sein. Genauere Pläne würden noch vorgestellt, konkrete Reduktionsziele bei den US-Emissionen wollte Watson nicht nennen. Aus Sicht der USA, dem weltweit größten Treibhausgasverursacher, müsse ein künftiges Klimaabkommen so aufgesetzt sein, dass es Wirtschaftswachstum forciere und auf Energiesicherheit abstelle.
Neben den Entwicklungen klimaschonender, erneuerbarer Energien soll dabei auf Lösungen wie "Carbon Capture Storage" gesetzt werden. CCS ist der Versuch, vor allem Kohlekraftwerke emissionsarm zu bekommen, indem das bei Verbrennung anfallende Treibhausgas CO2 mit enormem Energieaufwand abgeschieden und ins Erdreich verbannt wird. Erste CCS-Kraftwerke dürfte es nicht vor 2020 geben, so Experten.
"Suite of Technologies"
Auch Atomkraft hat ihren Platz in der "Palette von Technologien", wie es Watson bezeichnete. Nur so seien die hohen gewünschten Einschnitte beim Treibhausgas-Ausstoß erreichbar.
Insbesondere die Atomkraft, die als quasi fixer Tagesordnungspunkt immer wieder bei den Diplomatengesprächen auftaucht, sorgte bei Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace für Kritik. "Will man mit Atomenergie tatsächlich einen relevanten Beitrag zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen liefern, müsste man tausende neue Atomkraftwerke bauen", so Greenpeace-Energieexperte Jurrien Westerhof. "Dies ist aber schon allein aufgrund der hohen Kosten und langen Bauzeiten von Atomkraftwerken vollkommen unrealistisch." Seit den Neunzigerjahren suche die Atomindustrie nach Bauaufträgen, und nun hoffe man, im Klimawandel ein neues Argument für die Nutzung der Atomkraft gefunden zu haben, so Greenpeace in einer Aussendung.
Offen ließ Watson die Frage nach einem US-Emissionshandel für die Industrie nach dem Muster der EU. Einige Bundesstaaten, vor allem im Westen der USA, seien bereits dabei, ein "Emissiontrading" einzuführen; ein US-weites Handelssystem für Industrie und Energieversorger benötige aber Zeit. Auch ein US-Einstieg in einen möglichen globalen Treibhausgas-Handel sei derzeit nicht auf der Agenda, allerdings stehe das Thema im Kongress aktuell zur Diskussion.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.08.2007)
Die USA werden nun aber daran mitarbeiten, dass "bis Ende 2008 ein Abkommen steht, das ab 2013 in Kraft treten könne, sagte Watson. Dieses Abkommen solle unter dem Dach der Vereinten Nationen angesiedelt sein. Genauere Pläne würden noch vorgestellt, konkrete Reduktionsziele bei den US-Emissionen wollte Watson nicht nennen. Aus Sicht der USA, dem weltweit größten Treibhausgasverursacher, müsse ein künftiges Klimaabkommen so aufgesetzt sein, dass es Wirtschaftswachstum forciere und auf Energiesicherheit abstelle.
Neben den Entwicklungen klimaschonender, erneuerbarer Energien soll dabei auf Lösungen wie "Carbon Capture Storage" gesetzt werden. CCS ist der Versuch, vor allem Kohlekraftwerke emissionsarm zu bekommen, indem das bei Verbrennung anfallende Treibhausgas CO2 mit enormem Energieaufwand abgeschieden und ins Erdreich verbannt wird. Erste CCS-Kraftwerke dürfte es nicht vor 2020 geben, so Experten.
"Suite of Technologies"
Auch Atomkraft hat ihren Platz in der "Palette von Technologien", wie es Watson bezeichnete. Nur so seien die hohen gewünschten Einschnitte beim Treibhausgas-Ausstoß erreichbar.
Insbesondere die Atomkraft, die als quasi fixer Tagesordnungspunkt immer wieder bei den Diplomatengesprächen auftaucht, sorgte bei Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace für Kritik. "Will man mit Atomenergie tatsächlich einen relevanten Beitrag zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen liefern, müsste man tausende neue Atomkraftwerke bauen", so Greenpeace-Energieexperte Jurrien Westerhof. "Dies ist aber schon allein aufgrund der hohen Kosten und langen Bauzeiten von Atomkraftwerken vollkommen unrealistisch." Seit den Neunzigerjahren suche die Atomindustrie nach Bauaufträgen, und nun hoffe man, im Klimawandel ein neues Argument für die Nutzung der Atomkraft gefunden zu haben, so Greenpeace in einer Aussendung.
Offen ließ Watson die Frage nach einem US-Emissionshandel für die Industrie nach dem Muster der EU. Einige Bundesstaaten, vor allem im Westen der USA, seien bereits dabei, ein "Emissiontrading" einzuführen; ein US-weites Handelssystem für Industrie und Energieversorger benötige aber Zeit. Auch ein US-Einstieg in einen möglichen globalen Treibhausgas-Handel sei derzeit nicht auf der Agenda, allerdings stehe das Thema im Kongress aktuell zur Diskussion.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.08.2007)
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Emissionshandel,
Kioto,
UNFCCC,
USA
Umwelttechnik wird zum Exportschlager
Schon in den letzten Jahren hat sich die sehr heterogene Umwelttechnik-Branche prächtig entwickelt. Dieser Trend dürfte sich fortsetzten. "Es wird erwartet, dass sich rund um das Kioto-Protokoll weiter Marktpotenziale entwickeln", sagt Angela Köppl vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). Soll heißen: Technologietransfer in Länder mit geringen Umweltstandards wird im Rahmen der internationalen Klimaschutzbemühungen forciert.
Köppl hat im Vorjahr eine Studie über die Österreichische Umwelttechnikindustrie veröffentlicht; weil die Branche Anlagenbauer ebenso betrifft wie Kraftwerkstechnik und Technik rund um erneuerbare Energien, stammen dabei die letzten Zahlen aus 2003. Damals lag der gemeinsame Umsatz bei 3,8 Mrd. Euro; im Kernbereich (also ohne Planungsleistungen oder Beratung) wurden 17.200 Mitarbeiter beschäftigt. Die Umsatzwachstumsraten von durchschnittlich 7,3 Prozent in den Jahren 1995 bis 2003 dürften sich zuletzt nicht abgeschwächt haben, schätzt Köppl.
Trotz der Exporterfolge - mittlerweile werden zwei Drittel der Umsätze im Ausland erwirtschaftet - pocht Köppl auf Heimmärkte als Nachfragemotor. "Es zeigt sich, dass im Inland die Rahmenbedingungen stimmen müssen, damit Umwelttechnik im Export reüssiert. Der Heimmarkt ist extrem wichtig."
Diese Rahmenbedingungen müssten mit forcierter Forschung geschaffen werden sowie mittels Regulierungen, die den Markteintritt der jungen Technologien erleichtern. Beide Faktoren sind in Österreich zurzeit nicht ideal aufgestellt. F & E ist zersplittert; das Ökostromgesetz wurde erst im Vorjahr novelliert. Seither ist die Nachfrage nach klimafreundlichen Projekten in vielen Bereichen (etwa bei Windkraft) zum Stillstand gekommen; die für Ökostromprojekte abgestellten Mittel wurden nicht einmal ausgeschöpft.
Eine erst im Frühjahr vorgestellte Untersuchung über "Innovation & Klima" von Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer, Wirtschaftsministerium und dem Verband der Elektrizitätsunternehmen hat jedenfalls den Nachfragesog festgemacht, der durch das derzeit in Ausverhandlung befindliche Kioto-Folgeabkommen ausgelöst werden könnte. "Es ist absehbar, dass Technologietransfer in einem Post-Kioto-Abkommen einen wesentlich größeren Stellenwert einnehmen wird, als dies bisher im Rahmen der Kioto-Projektmechanismen der Fall ist", heißt es da.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.08.2007)
Köppl hat im Vorjahr eine Studie über die Österreichische Umwelttechnikindustrie veröffentlicht; weil die Branche Anlagenbauer ebenso betrifft wie Kraftwerkstechnik und Technik rund um erneuerbare Energien, stammen dabei die letzten Zahlen aus 2003. Damals lag der gemeinsame Umsatz bei 3,8 Mrd. Euro; im Kernbereich (also ohne Planungsleistungen oder Beratung) wurden 17.200 Mitarbeiter beschäftigt. Die Umsatzwachstumsraten von durchschnittlich 7,3 Prozent in den Jahren 1995 bis 2003 dürften sich zuletzt nicht abgeschwächt haben, schätzt Köppl.
Trotz der Exporterfolge - mittlerweile werden zwei Drittel der Umsätze im Ausland erwirtschaftet - pocht Köppl auf Heimmärkte als Nachfragemotor. "Es zeigt sich, dass im Inland die Rahmenbedingungen stimmen müssen, damit Umwelttechnik im Export reüssiert. Der Heimmarkt ist extrem wichtig."
Diese Rahmenbedingungen müssten mit forcierter Forschung geschaffen werden sowie mittels Regulierungen, die den Markteintritt der jungen Technologien erleichtern. Beide Faktoren sind in Österreich zurzeit nicht ideal aufgestellt. F & E ist zersplittert; das Ökostromgesetz wurde erst im Vorjahr novelliert. Seither ist die Nachfrage nach klimafreundlichen Projekten in vielen Bereichen (etwa bei Windkraft) zum Stillstand gekommen; die für Ökostromprojekte abgestellten Mittel wurden nicht einmal ausgeschöpft.
Eine erst im Frühjahr vorgestellte Untersuchung über "Innovation & Klima" von Industriellenvereinigung, Wirtschaftskammer, Wirtschaftsministerium und dem Verband der Elektrizitätsunternehmen hat jedenfalls den Nachfragesog festgemacht, der durch das derzeit in Ausverhandlung befindliche Kioto-Folgeabkommen ausgelöst werden könnte. "Es ist absehbar, dass Technologietransfer in einem Post-Kioto-Abkommen einen wesentlich größeren Stellenwert einnehmen wird, als dies bisher im Rahmen der Kioto-Projektmechanismen der Fall ist", heißt es da.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.08.2007)
Mittwoch, 29. August 2007
Spindoktoren entdecken den Klimaschutz
Die wahrscheinlich erste PR-Agentur, die sich ausschließlich Klimaschutzmaßnahmen verschrieben hat, hat kürzlich in Österreich eröffnet. ClimatePartner ist eine Schwester der gleichnamigen deutschen Agentur, die wiederum aus einer Gründung ehemaliger Mitarbeiter der Dresdner Bank entstand. "Die hatten viel Klimaschutz-Knowhow aufgebaut und haben das für eine Agenturgründung genutzt", erklärt Klaus Reisinger, Geschäftsführer von ClimatePartner Österreich.
Kostet etwas mehr
Die Agentur macht im Wesentlichen das, was andere Public-Relations-Agenturen auch machen. Nur verlangt sie vom Kunden etwas mehr, da jeder Auftrag – etwa das Organisieren von Events, das Drucken von Broschüren etc. – auf Klima-Relevanz hin untersucht wird. Da jede dieser Aktionen Treibhausgase verursacht, werden in einem mehr oder weniger präzise geschätzten Gegenwert Umweltschutzprojekte in Osteuropa oder einem Entwicklungsland unterstützt. Da wird etwa ein Windpark in Rumänien finanziert oder ein Projekt in Eritrea, bei dem Solaranlagen Kohleverbrennung substituierten.
Reisinger betont, dass so Projekte finanziert werden, die ein Gütesiegel haben. Dabei greift die Agentur auf den "Gold Standard" zurück, den die WWF und andere entwickelt haben und der darauf Bedacht nimmt, dass neben Klimaschutz-Tauglichkeit das Projekt auch der lokalen Bevölkerung etwas bringt.
"Klima-neutrale" Veranstaltung
Oft sind das Projekte, die auch vom United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) als ein Klimaschutzprojekt im Rahmen des Kioto-Protokolls identifiziert wurden. "Da entsteht ein auf Freiwilligkeit basierender Markt für Klein- und Mittelbetriebe", bestätigt WWF-Experte Markus Niedermair. Reisinger hat in Österreich bereits Jahreshauptversammlungen "neutralisiert", indem der durch die Veranstaltung verursachte CO2-Ausstoß durch die Finanzierung von Reduktionsmaßnahmen anderswo gewissermaßen kompensiert wird. Ein weiterer Markt seien Firmenbroschüren und Geschäftsberichte.
Sehr oft wird dies als Marketinggag, als "Ablasshandel" kritisiert, mit dem man sich ein gutes Gewissen kaufen könne. "An dieser Kritik kann ich nichts finden", sagt Niedermair. Was so etwas kostet? Eine kleine Veranstaltung mit 50 Leuten ließe sich etwa um 1500 Euro "Klima-neutral" machen, erklärt Reisinger: "Der Kunde bekommt von uns zwei Rechnungen. Eine für unsere Leistung und eine für den Klimaschutz. Das geben wir eins zu eins weiter."
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.8.2007)
Kostet etwas mehr
Die Agentur macht im Wesentlichen das, was andere Public-Relations-Agenturen auch machen. Nur verlangt sie vom Kunden etwas mehr, da jeder Auftrag – etwa das Organisieren von Events, das Drucken von Broschüren etc. – auf Klima-Relevanz hin untersucht wird. Da jede dieser Aktionen Treibhausgase verursacht, werden in einem mehr oder weniger präzise geschätzten Gegenwert Umweltschutzprojekte in Osteuropa oder einem Entwicklungsland unterstützt. Da wird etwa ein Windpark in Rumänien finanziert oder ein Projekt in Eritrea, bei dem Solaranlagen Kohleverbrennung substituierten.
Reisinger betont, dass so Projekte finanziert werden, die ein Gütesiegel haben. Dabei greift die Agentur auf den "Gold Standard" zurück, den die WWF und andere entwickelt haben und der darauf Bedacht nimmt, dass neben Klimaschutz-Tauglichkeit das Projekt auch der lokalen Bevölkerung etwas bringt.
"Klima-neutrale" Veranstaltung
Oft sind das Projekte, die auch vom United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) als ein Klimaschutzprojekt im Rahmen des Kioto-Protokolls identifiziert wurden. "Da entsteht ein auf Freiwilligkeit basierender Markt für Klein- und Mittelbetriebe", bestätigt WWF-Experte Markus Niedermair. Reisinger hat in Österreich bereits Jahreshauptversammlungen "neutralisiert", indem der durch die Veranstaltung verursachte CO2-Ausstoß durch die Finanzierung von Reduktionsmaßnahmen anderswo gewissermaßen kompensiert wird. Ein weiterer Markt seien Firmenbroschüren und Geschäftsberichte.
Sehr oft wird dies als Marketinggag, als "Ablasshandel" kritisiert, mit dem man sich ein gutes Gewissen kaufen könne. "An dieser Kritik kann ich nichts finden", sagt Niedermair. Was so etwas kostet? Eine kleine Veranstaltung mit 50 Leuten ließe sich etwa um 1500 Euro "Klima-neutral" machen, erklärt Reisinger: "Der Kunde bekommt von uns zwei Rechnungen. Eine für unsere Leistung und eine für den Klimaschutz. Das geben wir eins zu eins weiter."
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.8.2007)
Dienstag, 28. August 2007
Nicht zu viele Klima-Wünsche
Auch wenn die Klimatologen trommeln, was das Zeug hält. Auch wenn die sehr fundierten, breit angelegten Untersuchungen zum Treibhauseffekt warnen, dass schnell gehandelt werden müsse, um das Klima für kommende Generationen nicht zu sehr aufzuheizen: Das Folgeabkommen zum Kioto-Protokoll, das derzeit in Wien in seinen Grundlagen und im Dezember in Bali auch politisch ausverhandelt wird, darf nicht zu einem Monster werden, das weite Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft regelt - und damit womöglich knebelt.
Ein zu langer an die Kioto-Verhandler gerichteter Wunschzettel würde zudem die nicht unwesentlichen CO2-Verursacher USA und Australien nochmals verschrecken, die sich bis dato nicht dazu durchgerungen haben, bei dem gemeinsamen Treibhausgassparen mitzumachen.
Trotz der vielen Schelte, die das derzeitige Kioto-Abkommen bereits hat einstecken müssen: Es beinhaltet Instrumente, die derzeit nicht einmal noch richtig wirksam geworden sind: Erleichterte Umweltinvestitionen in arme Länder und Handel mit Industrie-Emissionsberechtigungen beispielsweise. Diese Instrumente auf eine breitere Basis zu stellen, die USA und Australien ins Boot zu holen und in die derzeitigen Systeme zu integrieren: Das wäre schon viel; das würde dem Klima gut tun und wahrscheinlich auch dem politischen Klima.
Den Schwellenländern China, Brasilien und Indien - alle wachsen dank Globalisierung zu mächtigen Treibhausgas-emittenten heran - gehören ebenso integriert. Russland nicht zu vergessen. In all diesen Ländern geht Wirtschaftswachstum vor Umweltschutz, und wenn man sich den CO2-Ausstoß pro Kopf ansieht und diesen mit dem Pro-Kopf-Ausstoß eines Bewohners der Industrieländer vergleicht, bringt man Verständnis für die Prioritätenliste dieser Schwellenländer auf. In all diesen Ländern existieren noch weite, unberührte Waldflächen. Diese zu schützen muss den Kioto-Vertragsstaaten künftig etwas wert sein. Urwälder, seien sie in Sibirien oder am Amazonas, haben eine wichtige, das Weltklima regelnde Funktion. Man würde sich wünschen, dass das Bewahren dieser Wälder in den Folgevertrag einfließt und die Länder dafür auch eine Kompensation erhalten.
In ein Kioto-Folgeabkommen, das den Klimaschutz ab dem Jahr 2013 regelt, dürfen nicht zu viel neue Elemente, nicht allzu viel Technologie und Finanzinvestments hineinreklamiert werden. Die Gefahr, dass ein überfrachtetes Abkommen herauskommt, das wegen seines planwirtschaftlichen Charakters Abwehrhaltungen auslöst, wäre groß und Wasser auf die Mühlen jener Kritiker, die aus unterschiedlichen Gründen bei dem derzeitigen Klima-Hype nicht mitmachen.
Außerdem müssen die unterzeichnenden Industriestaaten so wie beim derzeitigen Kioto-Protokoll die Entwicklungsländer im Wesentlichen draußen lassen. Wie beim laufenden Kioto-Vertrag auch, kann von den armen Ländern des Südens kein Treibhaus-sparen verlangt werden.
Der Süden - nicht die boomenden Schwellenländer - sieht die Klimawandeldiskussion vielfach und zurecht als ein Mittel der Industrieländer, wieder nicht auf Entwicklungshilfe und -zusammenarbeit achten zu müssen, nach dem Motto: Das Klima ist wichtiger. Vertreter des Südens kritisieren zu Recht, dass sie mit Dürren und Versteppung zuallererst die negativen Folgen des Klimawandels tragen müssen, eines Wandels, der vom Energiehunger der Industrieländer verursacht wurde. Das dabei oft genannte Schlagwort: Klimakolonialismus.
Bei aller Dringlichkeit, der Erderwärmung etwas entgegenzusetzen: Ein Folgevertrag zu Kioto muss vieles bewahren, muss jetzt die einmal eingeführten Klimaschutz-Instrumente verbessern und markttauglich machen. Und es muss so gestaltet werden, dass die USA und Australien, die Schwellen- und die Entwicklungsländer damit leben können. Ein an Planwirtschaft orientiertes, von UN-Organisationen verwaltetes Monster gehört da nicht dazu.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.08.2007)
Ein zu langer an die Kioto-Verhandler gerichteter Wunschzettel würde zudem die nicht unwesentlichen CO2-Verursacher USA und Australien nochmals verschrecken, die sich bis dato nicht dazu durchgerungen haben, bei dem gemeinsamen Treibhausgassparen mitzumachen.
Trotz der vielen Schelte, die das derzeitige Kioto-Abkommen bereits hat einstecken müssen: Es beinhaltet Instrumente, die derzeit nicht einmal noch richtig wirksam geworden sind: Erleichterte Umweltinvestitionen in arme Länder und Handel mit Industrie-Emissionsberechtigungen beispielsweise. Diese Instrumente auf eine breitere Basis zu stellen, die USA und Australien ins Boot zu holen und in die derzeitigen Systeme zu integrieren: Das wäre schon viel; das würde dem Klima gut tun und wahrscheinlich auch dem politischen Klima.
Den Schwellenländern China, Brasilien und Indien - alle wachsen dank Globalisierung zu mächtigen Treibhausgas-emittenten heran - gehören ebenso integriert. Russland nicht zu vergessen. In all diesen Ländern geht Wirtschaftswachstum vor Umweltschutz, und wenn man sich den CO2-Ausstoß pro Kopf ansieht und diesen mit dem Pro-Kopf-Ausstoß eines Bewohners der Industrieländer vergleicht, bringt man Verständnis für die Prioritätenliste dieser Schwellenländer auf. In all diesen Ländern existieren noch weite, unberührte Waldflächen. Diese zu schützen muss den Kioto-Vertragsstaaten künftig etwas wert sein. Urwälder, seien sie in Sibirien oder am Amazonas, haben eine wichtige, das Weltklima regelnde Funktion. Man würde sich wünschen, dass das Bewahren dieser Wälder in den Folgevertrag einfließt und die Länder dafür auch eine Kompensation erhalten.
In ein Kioto-Folgeabkommen, das den Klimaschutz ab dem Jahr 2013 regelt, dürfen nicht zu viel neue Elemente, nicht allzu viel Technologie und Finanzinvestments hineinreklamiert werden. Die Gefahr, dass ein überfrachtetes Abkommen herauskommt, das wegen seines planwirtschaftlichen Charakters Abwehrhaltungen auslöst, wäre groß und Wasser auf die Mühlen jener Kritiker, die aus unterschiedlichen Gründen bei dem derzeitigen Klima-Hype nicht mitmachen.
Außerdem müssen die unterzeichnenden Industriestaaten so wie beim derzeitigen Kioto-Protokoll die Entwicklungsländer im Wesentlichen draußen lassen. Wie beim laufenden Kioto-Vertrag auch, kann von den armen Ländern des Südens kein Treibhaus-sparen verlangt werden.
Der Süden - nicht die boomenden Schwellenländer - sieht die Klimawandeldiskussion vielfach und zurecht als ein Mittel der Industrieländer, wieder nicht auf Entwicklungshilfe und -zusammenarbeit achten zu müssen, nach dem Motto: Das Klima ist wichtiger. Vertreter des Südens kritisieren zu Recht, dass sie mit Dürren und Versteppung zuallererst die negativen Folgen des Klimawandels tragen müssen, eines Wandels, der vom Energiehunger der Industrieländer verursacht wurde. Das dabei oft genannte Schlagwort: Klimakolonialismus.
Bei aller Dringlichkeit, der Erderwärmung etwas entgegenzusetzen: Ein Folgevertrag zu Kioto muss vieles bewahren, muss jetzt die einmal eingeführten Klimaschutz-Instrumente verbessern und markttauglich machen. Und es muss so gestaltet werden, dass die USA und Australien, die Schwellen- und die Entwicklungsländer damit leben können. Ein an Planwirtschaft orientiertes, von UN-Organisationen verwaltetes Monster gehört da nicht dazu.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.08.2007)
30 Milliarden Dollar fürs Klima
Bis 2030 sollten 1,1 bis 1,7 Prozent aller Investitionen in klimaschonende Projekte fließen, so eine Studie der UN-Organisation UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change). Damit könnte bereits der Klimawandel auf das gewünschte Maß von maximal zwei Grad Atmosphärenerwärmung begrenzt werden. Die Studie, die sich damit beschäftigt, wie die globalen Finanzströme umgeleitet werden können, liegt dem STANDARD bereits vor, sie wird anlässlich der UN-Expertenkonferenz in Wien am Mittwoch offiziell vorgestellt.
Als Angelpunkt wird dabei gesehen, dass ein substanzieller Teil der anstehenden Erneuerungs- und Erweiterungsinvestitionen in fossile Energiesysteme und -kraftwerke in erneuerbare Energiesysteme umgeleitet wird. In der Studie wird angenommen, dass bis 2030 rund 432 Mrd. US-Dollar (317 Mrd. Euro) an Investitionen anstehen. 148 Mrd. Dollar davon sollten in Energie-Projekte fließen, die als klima-schonend angesehen werden.
Atomkraft dabei
Angeführt wird auch, welche Investitionen das UNFCCC-Expertengremium als treibhausgasarm beurteilen: Neben erneuerbaren Energien sind dies auch jene "Clean-Coal"-Technologien, bei denen das bei Verbrennung von fossilen Energien anfallende CO2 gesammelt und wieder ins Erdreich verbannt wird. Außerdem mit dabei: die Atomkraft, die in der CO2-Diskussion immer häufiger als erneuerbare Energie firmiert, und zwar, weil bei Atomstrom zumindest im Betrieb des Atomkraftwerks kein CO2 anfällt (beim Bau des AKW und bei der Uransuche sehr wohl). Die nationalen Budgets für Forschung und Entwicklung in emissionsarme Technologien müssten laut Studie verdoppelt werden und bis 2030 weltweit an die 30 Mrd. Dollar erreichen. Die Kosten für Energieeffizienz, Biosprit und Hybridautos werden in der Studie mit 190 Mrd. Dollar bis 2030 beziffert. Die Landwirtschaft – Monokulturen, Waldrodungen – benötigt 14 Mrd. Dollar für Forschung, vor allem zur Methanreduktion.
Ein ganzes Bündel von Maßnahmen sei notwendig, um öffentliche Hand und Privatindustrie dazu zu animieren, im gewünschten Ausmaß Investitionen in klimafreundlichere Technik zu tätigen. Die derzeit im Kioto-Protokoll vorgesehenen Instrumente des "Kohlenstoffmarktes", beispielsweise der EU-Handel mit Emissionszertifikaten für die Industrie, müssten stark ausgebaut werden. Ziel dabei: einerseits die Handelsvolumina für Zertifikate stark zu erhöhen und andererseits die fossile Energiebereitstellung teurer machen.
Um Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern anzukurbeln, müssten die derzeitigen Kioto-Instrumente attraktiver gestaltet werden. Gemeint ist damit vor allem die Möglichkeit, ein Umweltprojekt in einem ärmeren Drittland zu finanzieren und die dabei eingesparten Treibhausgase dem (reichen) Investorenland gutzuschreiben ("Clean Development Mechanism", CDM). Wegen der fehlenden Standards in den Projektländern ließen sich hohe Treibhausgas-Einsparungen erreichen, so die Studie. Zusätzlich zum erwünschten Technologietransfer würden sich insgesamt die Finanzströme, die sich heute in hohem Maße auf Industrieländer konzentrieren, globaler gestalten. Derzeit werden drei Viertel aller Investments in Industrieländern getätigt.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.08.2007)
Als Angelpunkt wird dabei gesehen, dass ein substanzieller Teil der anstehenden Erneuerungs- und Erweiterungsinvestitionen in fossile Energiesysteme und -kraftwerke in erneuerbare Energiesysteme umgeleitet wird. In der Studie wird angenommen, dass bis 2030 rund 432 Mrd. US-Dollar (317 Mrd. Euro) an Investitionen anstehen. 148 Mrd. Dollar davon sollten in Energie-Projekte fließen, die als klima-schonend angesehen werden.
Atomkraft dabei
Angeführt wird auch, welche Investitionen das UNFCCC-Expertengremium als treibhausgasarm beurteilen: Neben erneuerbaren Energien sind dies auch jene "Clean-Coal"-Technologien, bei denen das bei Verbrennung von fossilen Energien anfallende CO2 gesammelt und wieder ins Erdreich verbannt wird. Außerdem mit dabei: die Atomkraft, die in der CO2-Diskussion immer häufiger als erneuerbare Energie firmiert, und zwar, weil bei Atomstrom zumindest im Betrieb des Atomkraftwerks kein CO2 anfällt (beim Bau des AKW und bei der Uransuche sehr wohl). Die nationalen Budgets für Forschung und Entwicklung in emissionsarme Technologien müssten laut Studie verdoppelt werden und bis 2030 weltweit an die 30 Mrd. Dollar erreichen. Die Kosten für Energieeffizienz, Biosprit und Hybridautos werden in der Studie mit 190 Mrd. Dollar bis 2030 beziffert. Die Landwirtschaft – Monokulturen, Waldrodungen – benötigt 14 Mrd. Dollar für Forschung, vor allem zur Methanreduktion.
Ein ganzes Bündel von Maßnahmen sei notwendig, um öffentliche Hand und Privatindustrie dazu zu animieren, im gewünschten Ausmaß Investitionen in klimafreundlichere Technik zu tätigen. Die derzeit im Kioto-Protokoll vorgesehenen Instrumente des "Kohlenstoffmarktes", beispielsweise der EU-Handel mit Emissionszertifikaten für die Industrie, müssten stark ausgebaut werden. Ziel dabei: einerseits die Handelsvolumina für Zertifikate stark zu erhöhen und andererseits die fossile Energiebereitstellung teurer machen.
Um Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern anzukurbeln, müssten die derzeitigen Kioto-Instrumente attraktiver gestaltet werden. Gemeint ist damit vor allem die Möglichkeit, ein Umweltprojekt in einem ärmeren Drittland zu finanzieren und die dabei eingesparten Treibhausgase dem (reichen) Investorenland gutzuschreiben ("Clean Development Mechanism", CDM). Wegen der fehlenden Standards in den Projektländern ließen sich hohe Treibhausgas-Einsparungen erreichen, so die Studie. Zusätzlich zum erwünschten Technologietransfer würden sich insgesamt die Finanzströme, die sich heute in hohem Maße auf Industrieländer konzentrieren, globaler gestalten. Derzeit werden drei Viertel aller Investments in Industrieländern getätigt.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.08.2007)
Umbau nötig
Lutz Wicke war Umweltstaatssekretär in Berlin und wissenschaftlicher Direktor beim deutschen Umweltbundesamt. Als solcher ist er intimer Kenner des Kioto-Protokolls dessen Umbau er in diesem Buch ziemlich radikal fordert.
Das Kioto-Protokoll, der einzig völkerrechtlich bindende Vertrag in Sachen Klimaschutz, hat seiner Meinung nach eine Grundschwäche – und damit meint er nicht, dass die großen Emittenten USA und Australien bei Kioto derzeit nicht mitmachen. Der Grundfehler sei, dass es keine „Incentives“ für die Schwellen- und Entwicklungsländer gibt, an der Eindämmung von Treibhausgasen mitzuarbeiten. Dies sei deshalb fatal, weil die größten Zuwächse an CO2 & Co bei diesen Ländern erwartet werden. Schwellen- und Entwicklungsländer würden in der derzeitigen Kioto-Ausgestaltung aber so lange nicht mitmachen, solange nicht auch die westliche Welt substanzielle Abstriche beim Treibhausgas-Ausstoß in die Wege leitet.
Da dies eine Art Pattsituation darstellt, fordert er die Einführung eines Klima-Zertifikatssystems für alle Erstlieferanten von fossilen Brennstoffen (Kohle, Öl, Gas) und ein Zurückschrauben dieser „Verkaufsberechtigungen“ Jahr für Jahr. Dies würde die Energieversorger automatisch zwingen, in erneuerbare Energiesystem zu investieren. Ein fundiertes Buch, aber die hoch planwirtschaftlichen Elemente werden vielen nicht gefallen. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.08.2007)
Das Kioto-Protokoll, der einzig völkerrechtlich bindende Vertrag in Sachen Klimaschutz, hat seiner Meinung nach eine Grundschwäche – und damit meint er nicht, dass die großen Emittenten USA und Australien bei Kioto derzeit nicht mitmachen. Der Grundfehler sei, dass es keine „Incentives“ für die Schwellen- und Entwicklungsländer gibt, an der Eindämmung von Treibhausgasen mitzuarbeiten. Dies sei deshalb fatal, weil die größten Zuwächse an CO2 & Co bei diesen Ländern erwartet werden. Schwellen- und Entwicklungsländer würden in der derzeitigen Kioto-Ausgestaltung aber so lange nicht mitmachen, solange nicht auch die westliche Welt substanzielle Abstriche beim Treibhausgas-Ausstoß in die Wege leitet.
Da dies eine Art Pattsituation darstellt, fordert er die Einführung eines Klima-Zertifikatssystems für alle Erstlieferanten von fossilen Brennstoffen (Kohle, Öl, Gas) und ein Zurückschrauben dieser „Verkaufsberechtigungen“ Jahr für Jahr. Dies würde die Energieversorger automatisch zwingen, in erneuerbare Energiesystem zu investieren. Ein fundiertes Buch, aber die hoch planwirtschaftlichen Elemente werden vielen nicht gefallen. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.08.2007)
PCs mit grünem Anstrich
Für die prosperierendeComputer- und Telekommunikationsindustrie ist Treibhausgas-Minimierung noch nicht wirklich ein Thema. Die Branche ist zwar ein Groß-emittent. Je nach Berechnung wird ihr zwei bis fünf Prozent des vom Menschen verursachten CO2 zugeschrieben – etwa so viel, wie die Flugindustrie, die deshalb auch prompt ins EU-Emissionshandelssystem aufgenommen wird.
Im Unterschied zu Fluglinien und Flugzeugbauern aber lässt sich die IT-Branche emissionsmäßig nicht so leicht fassen. Zu unstrukturiert und weit verzweigt ist sie – mit vielen kleinen und großen Anbietern.
Trotzdem hat die Informationstechnologie von sich aus begonnen, über "grünere" Werkstoffe, Technologien, Verfahren und Rechenzentren nachzudenken. Der Grund: Der Branche wächst der Energieverbrauch über den Kopf, den ihre Produkte beim Betrieb verursachen, und Energiebereitstellung ist bekanntlich der größte CO2-Verursacher. Außerdem wird Energie immer teurer, auch das goutieren die Kunden nicht und fordern "grünere Produkte".
Wie immer am Anfang ist relativ viel Stromeinsparung relativ einfach zu erreichen. "Die Kunden wissen nur oft nicht, welche Möglichkeiten sie haben", sagt Wolfgang Horak, Managing Director von Fujitsu Siemens Computers. Sein Unternehmen hat sich bereits "energieeffizienten Infrastrukturen für das Rechenzentrum" verschrieben.
Standardmäßig verlassen nur solche Geräte die Fabrik, die einen energieschonenden Standby-Modus vorinstalliert haben. Wenn dabei etwa an einem Bildschirm 15 Minuten lang nicht gearbeitet wurde, schaltet die Scheibe automatisch auf einen stromsparenden "Sleep-Mode" um. Ähnliches ist bei vielen Peripherie-Geräten möglich. "Wir wissen aus Untersuchungen, dass mehr als die Hälfte der Nutzer das nie verwenden", erklärt Horak, der deshalb ein "Energieeffizienzpickerl für den PC, ähnlich wie für die Waschmaschine" fordert.
Doch übergreifende Energieeffizienz-Initiativen gibt es in der Informationstechnologie noch nicht, obwohl "green computing" in der US-IT-Branche zum neuen Trend geworden ist. Diese Initiativen richten sich oft an Rechenzentren mit ihrem Energiehunger, ihrer hohen Abwärme und enormem Kühlungsbedarf. "Meistens weiß der Kunde gar nicht, wie hoch die Stromrechnung ist", sagt Horak.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.08.2007)
Im Unterschied zu Fluglinien und Flugzeugbauern aber lässt sich die IT-Branche emissionsmäßig nicht so leicht fassen. Zu unstrukturiert und weit verzweigt ist sie – mit vielen kleinen und großen Anbietern.
Trotzdem hat die Informationstechnologie von sich aus begonnen, über "grünere" Werkstoffe, Technologien, Verfahren und Rechenzentren nachzudenken. Der Grund: Der Branche wächst der Energieverbrauch über den Kopf, den ihre Produkte beim Betrieb verursachen, und Energiebereitstellung ist bekanntlich der größte CO2-Verursacher. Außerdem wird Energie immer teurer, auch das goutieren die Kunden nicht und fordern "grünere Produkte".
Wie immer am Anfang ist relativ viel Stromeinsparung relativ einfach zu erreichen. "Die Kunden wissen nur oft nicht, welche Möglichkeiten sie haben", sagt Wolfgang Horak, Managing Director von Fujitsu Siemens Computers. Sein Unternehmen hat sich bereits "energieeffizienten Infrastrukturen für das Rechenzentrum" verschrieben.
Standardmäßig verlassen nur solche Geräte die Fabrik, die einen energieschonenden Standby-Modus vorinstalliert haben. Wenn dabei etwa an einem Bildschirm 15 Minuten lang nicht gearbeitet wurde, schaltet die Scheibe automatisch auf einen stromsparenden "Sleep-Mode" um. Ähnliches ist bei vielen Peripherie-Geräten möglich. "Wir wissen aus Untersuchungen, dass mehr als die Hälfte der Nutzer das nie verwenden", erklärt Horak, der deshalb ein "Energieeffizienzpickerl für den PC, ähnlich wie für die Waschmaschine" fordert.
Doch übergreifende Energieeffizienz-Initiativen gibt es in der Informationstechnologie noch nicht, obwohl "green computing" in der US-IT-Branche zum neuen Trend geworden ist. Diese Initiativen richten sich oft an Rechenzentren mit ihrem Energiehunger, ihrer hohen Abwärme und enormem Kühlungsbedarf. "Meistens weiß der Kunde gar nicht, wie hoch die Stromrechnung ist", sagt Horak.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.08.2007)
Schlagworte:
CO2,
Emissionshandel,
IT,
IT-Branche,
PC
Montag, 27. August 2007
Nachlese zu den Technologiegesprächen in Alpbach
Bei den Technologiegesprächen (23.8.-25.8.) im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach, das heuer unter dem Generalthema „Emergence - Die Entstehung von Neuem” fimierte, stand bei einigen Veranstaltungen auch der Themenkomplex Klimawandel auf der Tagesordnung. Am Donnerstag, den 23. August referierten Bernard Bigot (High-Commissioner for Atomic Energy, French Atomic Energy Commission (CEA), Paris, Thema:"ITER as part of the French nuclear strategy"), Paul J. Crutzen (Nobelpreisträger für Chemie; Professor emeritus, Max-Planck-Institute for Chemistry, Mainz, Thema:"Mankind as a geological factor: the anthropocene"), Paula Dobriansky (Under Secretary of State for Democracy and Global Affairs, Washington, Thema:"A new international climate change framework"), James E. Hansen (Director, NASA Goddard Institute for Space Studies, New York, Thema:"The threat to the planet") sowie Peter Dean Krogh (emeritus and distinguished Professor of International Affairs, Georgetown University, Washington) unter dem übergeordneten Titel „Die globale Erwärmung“ zum Thema.Ein Video (Dauer: Eine Stunde und 54 Minuten) dieser Plenarsession kann hier abgerufen werden.
Weiters ist in den „Alpbach News“ ein Artikel zum Thema („We are running out of time“, James Hansen) sowie ein Interview mit James Hansen zu finden.
Arbeitskreise
Am 24. August wurde in zwei Arbeitskreisen auf die Klima-wandelthematik eingegangen. Im Arbeitskreis „Klimawandel und 'risk governance' - die Rolle von Forschung, Wissenschaft und Innovation“ wurde ein weiter Bogen gespannt von den zu erwartenden Klimaereignissen (beispielsweise künftigen Überflutungen oder vermehrt auftretenden Dürrekatastrophen) und deren Auswirkungen auf ausgewählte Regionen (Tourismuswirtschaft in den Alpen, Auswirkungen auf das Leben der Inuit) bis hin zu geopolitischen Implikationen (Stichwort „weltweiter Wasserhaushalt“, Verfügbarkeit der Ressource „sauberes Trinkwasser“) sowie den Möglichkeiten politischer Steuerung im Klimawandelprozess.
Hier geht es zu der Liste der Arbeitskreisteilnehmer und den Kurzfassungen ihrer Beiträge.
Ein weiterer Arbeitskreis beschäftigte sich mit „den Auswirkungen des Klimawandels auf die Mobilität - die Herausforderung an die Infrastruktur und den Individualverkehr“.
Zu den Arbeitskreisteilnehmern und den einzelnen Beiträgen geht es hier.
Bereits am 22. August fand im Alpbachhof eine Diskussion initiiert vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung statt. Es diskutierten Prof. Kromp-Kolb, Prof. Mittelstraß und BM Hahn. Einiges (Weniges) über diese Veranstaltung ist im Alpbach-Weblog zu erfahren.
Hier geht es zu der Liste der Arbeitskreisteilnehmer und den Kurzfassungen ihrer Beiträge.
Ein weiterer Arbeitskreis beschäftigte sich mit „den Auswirkungen des Klimawandels auf die Mobilität - die Herausforderung an die Infrastruktur und den Individualverkehr“.
Zu den Arbeitskreisteilnehmern und den einzelnen Beiträgen geht es hier.
Bereits am 22. August fand im Alpbachhof eine Diskussion initiiert vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung statt. Es diskutierten Prof. Kromp-Kolb, Prof. Mittelstraß und BM Hahn. Einiges (Weniges) über diese Veranstaltung ist im Alpbach-Weblog zu erfahren.
Samstag, 25. August 2007
Voest und OMV im CO2-Malus
Wien - Empörung bei der Voest: Die Kürzungen bei den erlaubten Treibhausgas-Emissionen ab nächstem Jahr, die EU-Kommissar Stavros Dimas Anfang Sommer verordnete, wurden nun zwischen den Großemittenten aus Industrie und Energieversorgung aufgeteilt. Dabei wurden die Kürzung über alle der gut 200 Betriebe relativ gleichmäßig aufgeteilt, mit Ausnahme der beiden größten CO2-Emittenten Voest und OMV. Beträgt die Kürzung in der Regel 6,3 Prozent an den in Brüssel eingereichten Emissionen, sind es bei Voest und OMV rund minus 7,5 Prozent, so der zuständige Experte im Lebensministerium Helmut Hojesky.
Voest-Generaldirektor Wolfgang Eder hatte in letzter Zeit deshalb schon einige Male die Standortkarte gezückt und erklärt, das Kioto-Protokoll erhöhe die Umweltkosten und erschwere die Planungssicherheit. Investitionen - geplant sind drei kleinere Hochöfen und eine Kokerei - könnten ins Ausland wandern.
Auch bei der OMV formuliert deren Sprecher Thomas Huemer Kritik. "Wir werden 500.000 Tonnen im Jahr zu wenig haben." In der OMV wird kritisiert, dass zukünftiges Wachstum nur linear, in einer "business as usual"-Prognose, in die Zuteilungen ab nächstem Jahr einflossen.
Überschlagsmäßig wird in der Industrie gerechnet, dass in der nächsten Handelsperiode 2008 bis 2012 für zuzukaufende Emissionszertifikate 20 Euro pro Schein zu berappen sind und die Zeiten, bei denen die Zertifikate wie bei der heuer auslaufenden Emissionshandelsperiode keinen Wert hatten, ab nächstem Jahr vorbei sind.
Die Mehrkosten aus der Kürzung veranschlagt Peter Koren, Vizegeneralsekretär der Industriellenvereinigung, für die Industriebetriebe mit 200 Millionen Euro, und zwar für die gesamte Handelsperiode. Trotzdem, meint er im Gespräch mit dem Standard, sei jetzt einmal nichts zu machen, schließlich habe Österreich die Kürzungen der Emissionsrechte in Brüssel nicht beeinsprucht. Sieben EU-Länder, vor allem aus den Reihen der neuen Mitglieder, haben gegen ihre Kürzungen in Brüssel Veto eingelegt.
Folgeabkommen
Österreich müsse sich nun darauf konzentrieren, dass das Kioto-Folgeabkommen samt EU-Emissionshandel so ausgestaltet werde, dass es nicht zu verfestigten Wettbewerbsnachteilen für die österreichische Industrie mit ihren vergleichsweise hohen Umweltstandards komme, erklärt Koren. Vor allem möchte er "möglichst realistische Ziele", was die EU-interne "Lastenverteilung" betrifft, um die Ziele des Kioto-Protokolls zu erreichen. Wenn Österreich wieder in der Größenordnung von 13 Prozent weniger CO2-Emissionen aufgebürdet bekomme und gleichzeitig bei allen anderen großen heimischen Treibhausgas-Verursachern - vor allem Verkehr und Gebäudeheizung - die Politik aussetze, seien die Ziele durch die Industrie allein nicht erreichbar. "Es braucht Mindeststandards für alle Teilnehmer am EU-Emissionshandel." (Johanna Ruzicka, DER STANDARD-Printausgabe 25.08.2007)
Voest-Generaldirektor Wolfgang Eder hatte in letzter Zeit deshalb schon einige Male die Standortkarte gezückt und erklärt, das Kioto-Protokoll erhöhe die Umweltkosten und erschwere die Planungssicherheit. Investitionen - geplant sind drei kleinere Hochöfen und eine Kokerei - könnten ins Ausland wandern.
Auch bei der OMV formuliert deren Sprecher Thomas Huemer Kritik. "Wir werden 500.000 Tonnen im Jahr zu wenig haben." In der OMV wird kritisiert, dass zukünftiges Wachstum nur linear, in einer "business as usual"-Prognose, in die Zuteilungen ab nächstem Jahr einflossen.
Überschlagsmäßig wird in der Industrie gerechnet, dass in der nächsten Handelsperiode 2008 bis 2012 für zuzukaufende Emissionszertifikate 20 Euro pro Schein zu berappen sind und die Zeiten, bei denen die Zertifikate wie bei der heuer auslaufenden Emissionshandelsperiode keinen Wert hatten, ab nächstem Jahr vorbei sind.
Die Mehrkosten aus der Kürzung veranschlagt Peter Koren, Vizegeneralsekretär der Industriellenvereinigung, für die Industriebetriebe mit 200 Millionen Euro, und zwar für die gesamte Handelsperiode. Trotzdem, meint er im Gespräch mit dem Standard, sei jetzt einmal nichts zu machen, schließlich habe Österreich die Kürzungen der Emissionsrechte in Brüssel nicht beeinsprucht. Sieben EU-Länder, vor allem aus den Reihen der neuen Mitglieder, haben gegen ihre Kürzungen in Brüssel Veto eingelegt.
Folgeabkommen
Österreich müsse sich nun darauf konzentrieren, dass das Kioto-Folgeabkommen samt EU-Emissionshandel so ausgestaltet werde, dass es nicht zu verfestigten Wettbewerbsnachteilen für die österreichische Industrie mit ihren vergleichsweise hohen Umweltstandards komme, erklärt Koren. Vor allem möchte er "möglichst realistische Ziele", was die EU-interne "Lastenverteilung" betrifft, um die Ziele des Kioto-Protokolls zu erreichen. Wenn Österreich wieder in der Größenordnung von 13 Prozent weniger CO2-Emissionen aufgebürdet bekomme und gleichzeitig bei allen anderen großen heimischen Treibhausgas-Verursachern - vor allem Verkehr und Gebäudeheizung - die Politik aussetze, seien die Ziele durch die Industrie allein nicht erreichbar. "Es braucht Mindeststandards für alle Teilnehmer am EU-Emissionshandel." (Johanna Ruzicka, DER STANDARD-Printausgabe 25.08.2007)
Schlagworte:
Emissionsrechte,
Industriellenvereinigung,
Kioto,
OMV,
Voest
Emissionshandel: Geplante Zuteilung
Exakt 221 österreichische Großbetriebe aus Industrie und Energieversorgung sind Teil des europäischen Emissionshandelssystems. Seit dem Jahr 2005 bekommen sie in Form von Zertifikaten CO2-Emissionsrechte zugeteilt; ein Zertifikat steht dabei für eine Tonne des klimawirksamen Treibhausgases, das sie aus dem Schornstein entweichen lassen dürfen. EU-weit sind 12.000 Betriebe erfasst. Nach der Kürzung im Juni dürfen diese österreichischen Firmen "nur" mehr insgesamt 30,3 Mio. Tonnen emittieren - pro Jahr. Übersteigt die ausgestoßene CO2-Menge die Zuteilungsmenge, müssen Zertifikate, etwa auf der extra dafür eingerichteten Börse in Leipzig, zugekauft werden. In der ersten Handelsperiode, die heuer ausläuft, gab es zu viele Zertifikate auf dem Markt und kaum Nachfrage. Die derzeitigen Zertifikate gelten nicht für die nächste Handelsperiode.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD Printausgabe 25.08.2007)
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD Printausgabe 25.08.2007)
Schlagworte:
Emissionshandel,
Emissionsrechte,
Zertifikate
Einen Gang zulegen
Wien – Eine schon Ende der 90er-Jahre zwischen der EU-Kommission und dem Verband der Europäischen Automobilhersteller (ACEA) geschlossene freiwillige Vereinbarung, bis 2008 den CO2-Ausstoß von Neuwagen auf im Schnitt 140 Gramm pro Kilometer zu begrenzen, hat nicht viel gebracht: Die Emissionen bei Neuwagen europäischer Herkunft liegen bei 160 g/km. Warum das so ist, darüber wird gestritten: Die Kunden fragten eher große, komfortable Wagen nach, meint die Autoindustrie. Solche schweren Wagen würden in der Werbung auch eher gepusht, entgegnen Kritiker wie Christian Gratzer, Sprecher des Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Gratzer bemängelt, dass viel zu wenig hervorgestrichen wird, dass sich leichtere Bauweise und weniger CO2-Emissionen auch börselschonend auf den Spritverbrauch durchschlägt.
Verbindliche Regeln
Weil der Verkehr in Österreich ebenso wie in der EU ungehemmt zunimmt, will die Kommission nun von einer Selbstverpflichtung der Autoindustrie Abstand nehmen und bis 2008 EU-weit verbindliche Regeln schaffen. Ziel: Die Treibhaus-relevanten Auto-Emissionen auf 130 g/km zu drücken, und zwar bis 2012. Gratzer erwartet, dass dies nicht das Ende der Fahnenstange ist und ab 2020 Vorgaben von nur mehr "70, 80 Gramm CO2 pro Kilometer" gefordert werden. Dieses Ziel zu erreichen gehe nur auf mehreren Schienen, erklärt dazu Josef Affenzeller, Direktor für Forschungskoordination beim Grazer Motorenentwickler AVL List: Bei Kraftstoffen müssten mehr CO2-arme Biokraftstoffe zum Einsatz kommen. Beim Autobau seien viele Optimierungsschritte zu setzen. Auch erwartet er, dass künftig leichtere Werkstoffe und "ganz neue Typen von Vehikeln" gebaut werden.
Forschung ist im Gang
Bei Antrieb und Getriebe werde kräftig geforscht, erklärt Affenzeller, der es als "wünschenswert" bezeichnet, wenn die forschungsintensive Autozulieferindustrie aus dem Klima- und Energiefonds projektbezogen dotiert würde. Dabei gehe es darum, mit neuen Verbrennungsverfahren eine höhere Kraftstoffausbeute zu erlangen. Forschung gebe es auch bei Hybridautos, also einer Kombination aus Elektro- und Benzinmotoren. "Da lässt sich noch viel herausholen", sagt Affenzeller. Etwa, indem Bremsenergie gespeichert und beim Anfahren genutzt wird.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.8.2007)
Verbindliche Regeln
Weil der Verkehr in Österreich ebenso wie in der EU ungehemmt zunimmt, will die Kommission nun von einer Selbstverpflichtung der Autoindustrie Abstand nehmen und bis 2008 EU-weit verbindliche Regeln schaffen. Ziel: Die Treibhaus-relevanten Auto-Emissionen auf 130 g/km zu drücken, und zwar bis 2012. Gratzer erwartet, dass dies nicht das Ende der Fahnenstange ist und ab 2020 Vorgaben von nur mehr "70, 80 Gramm CO2 pro Kilometer" gefordert werden. Dieses Ziel zu erreichen gehe nur auf mehreren Schienen, erklärt dazu Josef Affenzeller, Direktor für Forschungskoordination beim Grazer Motorenentwickler AVL List: Bei Kraftstoffen müssten mehr CO2-arme Biokraftstoffe zum Einsatz kommen. Beim Autobau seien viele Optimierungsschritte zu setzen. Auch erwartet er, dass künftig leichtere Werkstoffe und "ganz neue Typen von Vehikeln" gebaut werden.
Forschung ist im Gang
Bei Antrieb und Getriebe werde kräftig geforscht, erklärt Affenzeller, der es als "wünschenswert" bezeichnet, wenn die forschungsintensive Autozulieferindustrie aus dem Klima- und Energiefonds projektbezogen dotiert würde. Dabei gehe es darum, mit neuen Verbrennungsverfahren eine höhere Kraftstoffausbeute zu erlangen. Forschung gebe es auch bei Hybridautos, also einer Kombination aus Elektro- und Benzinmotoren. "Da lässt sich noch viel herausholen", sagt Affenzeller. Etwa, indem Bremsenergie gespeichert und beim Anfahren genutzt wird.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.8.2007)
Schlagworte:
ACEA,
Autoindustrie,
AVL List,
EU,
VCÖ
Dienstag, 21. August 2007
"Der Brünnerstraßler entschwindet"
Für die Bauern sind die steigenden Temperaturen eine zweischneidige Sache. Einerseits sind sie die großen Nutznießer bei Bioenergie, deren Zulieferanten sie mit Mais, Energiekorn oder Raps sind. "Bioenergien auf Basis der derzeit verfügbaren Technologien sind der schnellste Weg, die Treibhausgasemissionen zu senken", sagt Alexander Bachler, Energiereferent in der Landwirtschaftskammer Österreich.
Andererseits sieht er auch die Schattenseiten. Denn alle schnell wachsenden Pflanzen wie Mais oder die Energiepflanze Elefantengras brauchen viel Wasser – und dieses wird knapper. Die Österreichische Hagelversicherung, ein Spezialversicherer für die Landwirtschaft, hat erst kürzlich laut darüber nachgedacht, in ein paar Jahren solche durstigen Pflanzen in jenen Gegenden nicht mehr zu versichern, die häufiger von Dürre heimgesucht werden: also Marchfeld, nördliches Burgenland, Weinviertel, Thermenregion und Teile Kärntens. "Es ist nicht gut, wenn Versicherungen vorschreiben, was sie versichern und was nicht", sagt dazu Bachler.
Angesichts steigender Weltmarktpreise bei Agrargütern üben sich die Bauern in Zurückhaltung, was den Einstieg ins Energiegeschäft betrifft. Beim Bioethanolwerk in Pischelsdorf, das im Herbst in Betrieb geht, unterzeichneten bisher nur wenige langfristige Zulieferverträge für Mais, Weizen und Rübe.
Auch beim Weinbau überwiegen die Unsicherheiten. "Wir wissen noch nicht recht, wie wir mit den sich ändernden Vegetationstagen umgehen sollen", sagt Josef Pleil, Präsident des Österreichischen Weinbauverbandes, "uns fehlt noch das Reifeverständnis für die relativ neue Situation". Auch ändern sich die Weine. "Der Typ Brünnerstraßler entschwindet", umreißt Pleil die Tatsache, dass es beim Weißen in Richtung mehr Alkohol bei weniger Säure geht. Es gelte auszuloten, wohin die Weinbauern wollen und können: Breite, reife Weine à la Gumpoldskirchner seien leichter zu machen. „Das Frische, Leichte ist ein Problem“, sagt Pleil. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.08.2007)
Andererseits sieht er auch die Schattenseiten. Denn alle schnell wachsenden Pflanzen wie Mais oder die Energiepflanze Elefantengras brauchen viel Wasser – und dieses wird knapper. Die Österreichische Hagelversicherung, ein Spezialversicherer für die Landwirtschaft, hat erst kürzlich laut darüber nachgedacht, in ein paar Jahren solche durstigen Pflanzen in jenen Gegenden nicht mehr zu versichern, die häufiger von Dürre heimgesucht werden: also Marchfeld, nördliches Burgenland, Weinviertel, Thermenregion und Teile Kärntens. "Es ist nicht gut, wenn Versicherungen vorschreiben, was sie versichern und was nicht", sagt dazu Bachler.
Angesichts steigender Weltmarktpreise bei Agrargütern üben sich die Bauern in Zurückhaltung, was den Einstieg ins Energiegeschäft betrifft. Beim Bioethanolwerk in Pischelsdorf, das im Herbst in Betrieb geht, unterzeichneten bisher nur wenige langfristige Zulieferverträge für Mais, Weizen und Rübe.
Auch beim Weinbau überwiegen die Unsicherheiten. "Wir wissen noch nicht recht, wie wir mit den sich ändernden Vegetationstagen umgehen sollen", sagt Josef Pleil, Präsident des Österreichischen Weinbauverbandes, "uns fehlt noch das Reifeverständnis für die relativ neue Situation". Auch ändern sich die Weine. "Der Typ Brünnerstraßler entschwindet", umreißt Pleil die Tatsache, dass es beim Weißen in Richtung mehr Alkohol bei weniger Säure geht. Es gelte auszuloten, wohin die Weinbauern wollen und können: Breite, reife Weine à la Gumpoldskirchner seien leichter zu machen. „Das Frische, Leichte ist ein Problem“, sagt Pleil. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.08.2007)
Montag, 20. August 2007
Holzreserven
Bis zum Jahr 2020 wird eine Steigerung der durchschnittlichen jährlichen Holznutzung um 4,2 Millionen Festmeter auf 20,9 Millionen Festmeter erwartet, so eine im Mai vorgestellte Holzbiomasse-Potenzialstudie. Diese lotete die notwendigen Steigerungen aus, damit der österreichische Biomasse-Aktionsplan umgesetzt werden kann. Trotz der höheren Nutzung, so die Studie, soll der so genannte "Gesamtvorrat" in den Wäldern im gleichen Zeitraum sogar um weitere 160 Mio. Festmeter steigen.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.8.2007)
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.8.2007)
Sonntag, 19. August 2007
Geerntet wird in zehn Jahren
Wien - "Ein Grad Celsius mehr, und der Lebensraum von Pflanzen verschiebt sich rund hundert bis 150 Meter hinauf", umreißt Felix Montecuccoli, Präsident der Land- und Forstbetriebe Österreichs, die Problematik, die Waldbesitzer mit dem Klimawandel haben. In der Vergangenheit gingen solche Klimaänderungen langfristig vor sich, nicht innerhalb einiger Jahrzehnte, meint er: "30 Jahre sind ein Drittel der Lebenszeit der Waldbäume."
Deshalb müssen die Forstwirte die Bäume "aktiv in die Höhe tragen", sagt er. "Von selbst kann sich ein Wald nicht so schnell nach oben ausbreiten." Was die bestehenden Waldflächen betrifft, müssten vermehrt pflegerische Maßnahmen gesetzt werden, damit die Wälder ihre Vitalität behalten und der Hitzestress die Bäume nicht schädigt.
Deshalb müssen die Forstwirte die Bäume "aktiv in die Höhe tragen", sagt er. "Von selbst kann sich ein Wald nicht so schnell nach oben ausbreiten." Was die bestehenden Waldflächen betrifft, müssten vermehrt pflegerische Maßnahmen gesetzt werden, damit die Wälder ihre Vitalität behalten und der Hitzestress die Bäume nicht schädigt.
"Brotbaum" der alpinen Waldbesitzer
Dabei geht es insbesondere um die Fichte, dem laut Bundesforste-Vorstand Georg Schöppl "Brotbaum" der alpinen Waldbesitzer. Rund 50 Prozent der Baumbestände der Bundesforste sind Fichten. Diese können mit Hitze nicht gut umgehen. Ein Forschungsprogramm wurde deshalb erst kürzlich in die Wege geleitet, bei dem sie durch züchterische Maßnahmen hitzeresistenter und weniger Wasserabhängig gemacht werden soll, so Montecuccoli.
Auf der anderen Seite ergibt der steigende Bedarf am klimaschonenden Energieträger Holz auch Chancen. Kurzumtriebswälder - es sind dies Bäume, die nur rund zehn Jahre benötigen, bis sie "geerntet" werden können - werden zunehmend zu einem Zusatzgeschäft. Das Forstgesetz erlaubt solche Kurzumtriebsbäume - vor allem Pappel oder Weide - auch in bestehenden Waldflächen, allerdings ist dies genehmigungspflichtig.
Dabei geht es insbesondere um die Fichte, dem laut Bundesforste-Vorstand Georg Schöppl "Brotbaum" der alpinen Waldbesitzer. Rund 50 Prozent der Baumbestände der Bundesforste sind Fichten. Diese können mit Hitze nicht gut umgehen. Ein Forschungsprogramm wurde deshalb erst kürzlich in die Wege geleitet, bei dem sie durch züchterische Maßnahmen hitzeresistenter und weniger Wasserabhängig gemacht werden soll, so Montecuccoli.
Auf der anderen Seite ergibt der steigende Bedarf am klimaschonenden Energieträger Holz auch Chancen. Kurzumtriebswälder - es sind dies Bäume, die nur rund zehn Jahre benötigen, bis sie "geerntet" werden können - werden zunehmend zu einem Zusatzgeschäft. Das Forstgesetz erlaubt solche Kurzumtriebsbäume - vor allem Pappel oder Weide - auch in bestehenden Waldflächen, allerdings ist dies genehmigungspflichtig.
Kurzumtriebswälder
Allzu weit hinauf können Kurzumtriebswälder aber nicht gepflanzt werden, erklärt Montecuccoli. Man benötige dafür nämlich ein voll befahrbares Gelände. Die Zukunft der für Energiezwecke eingesetzten schnell wachsenden Gehölzer sieht er deshalb eher auf normalem Acker- und Wiesengelände. "Vor hundert Jahren war alles landwirtschaftlich genutzt, was irgendwie nutzbar war", sagt er. Dies vor allem im Hinblick darauf, dass der Plan der Regierung vorsieht, die Biomassenutzung bis 2020 stark auszuweiten und dabei die ökologischen Funktionen des Waldes nicht anzutasten.
Allzu weit hinauf können Kurzumtriebswälder aber nicht gepflanzt werden, erklärt Montecuccoli. Man benötige dafür nämlich ein voll befahrbares Gelände. Die Zukunft der für Energiezwecke eingesetzten schnell wachsenden Gehölzer sieht er deshalb eher auf normalem Acker- und Wiesengelände. "Vor hundert Jahren war alles landwirtschaftlich genutzt, was irgendwie nutzbar war", sagt er. Dies vor allem im Hinblick darauf, dass der Plan der Regierung vorsieht, die Biomassenutzung bis 2020 stark auszuweiten und dabei die ökologischen Funktionen des Waldes nicht anzutasten.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.8.2007)
Samstag, 18. August 2007
IPCC Bericht 2007 jetzt auch in deutscher Fassung
| Der am 4. Mai diesen Jahres veröffentlichte IPCC-Klimareport liegt nun auch in einer deutschen Übersetzung vor. Dieser Bericht ist eines der zentralen Basisdokumente der aktuellen Klimawandel-diskussion. An diesem Report haben rund 2.500 Wissenschafter weltweit über mehrere Jahre mitgearbeitet. | ![]() |
"Werden kein Feigenblatt abgeben"
Ein Expertenbeirat steht der Regierung bei den CO2-Sparbemühungen zur Seite. Beiratsmitglied Stefan Schleicher erklärte im Interview wo es dabei krankt.
STANDARD: Sie haben einmal publiziert, dass in Österreich beim Klimaschutz Anspruch und Wirklichkeit auseinander- klaffen. Zitat: "Charakterisiert durch relativ ambitionierte Ziele, deren Umsetzung jedoch nicht aus den Daten der emittierten Treibhausgase ersichtlich wird." Was ist jetzt zu tun?
Schleicher: Das Wichtigste ist, dass bewusst wird, wie groß das Problem ist. Denn es ist wirklich groß. Wir sind derzeit in Österreich rund 36 Prozent über dem Kioto-Ziel. Das heißt, jede dritte Einheit CO2 müssen wir loswerden.
STANDARD: Es ist bei diesen Zahlen auch nicht mehr glaubwürdig, dass das gelingen wird.
Schleicher: Na ja. Das Kioto-Malus dürfte mindestens 25 Millionen Tonnen im Jahr ausmachen, so viel, wie die Industrie insgesamt emittiert, oder so viel, wie der gesamte Verkehr ausmacht. Wir haben nur für neun Millionen Tonnen vorgesorgt, für die wir im Rahmen der flexiblen Mechanismen, die das Kioto-Protokoll erlaubt, Emissionsrechte einkaufen.
STANDARD: Das heißt, zusätzlich zu den 400 Mio. Euro, die für die nächsten Jahre bereits für die neun Mio. Tonnen im Jahr reserviert sind, wird Österreich für weitere CO2-Fehlbeträge zahlen müssen? Wie viel?
Schleicher: Das kann teuer weden. Die Industrie schätzt, dass sie fünf bis acht Mio.Tonnen pro Jahr zukaufen muss und die Märkte erwarten derzeit Kosten zwischen 15 und 25 Euro je Tonne. Dann ist immer noch ein Rest von zehn Mio. Tonnen, und die sollten wir möglichst einsparen.
STANDARD: Ist es überhaupt möglich, schlagartig so viel einzusparen? Nach dem Kioto-Protokoll müsste das ja bereits ab dem Jahr 2008 stattfinden.
Schleicher: Das wäre höchst wünschenswert, aber es wird immens schwierig.
STANDARD: Welche Möglichkeiten gäbe es denn noch?
Schleicher: Im Rahmen des Kioto-Protokolls haben wir zwei Möglichkeiten. Die projektbezogenen Emissionsrechte, für die wir bereits im Rahmen von neun Millionen Tonnen im Jahr vorgesorgt haben. Damit werden Umweltschutzprojekte in Entwicklungsländern finanziert. Das halte ich auch für o.k. Dann gibt es noch die ungenützten Emissionsrechte, etwa bei Ländern wie Russland, die käuflich erwerbbar sind, aber keine Emissionsreduktion bewirken. Das wird "Heiße Luft" genannt und ist negativ zu beurteilen, weil es reine Bilanzkosmetik ist, da spürt das Klima nichts davon und ist meiner Meinung nach möglichst zu vermeiden.
STANDARD: Also CO2-Sparen. Aber ist dies so schnell und in großem Stil möglich?
Schleicher: Es gibt drei Schlüsselbereiche: Mobilität, Gebäude und Energiebereitstellung. In allen diesen Bereichen ist etwas zu machen. Etwas, an dem wir sofort arbeiten müssen, sind unsere atypisch hohen Zuwachsraten im Straßenverkehr und bei Elektrizität. In allen Nachbarländern, mit denen wir uns vergleichen, sind diese wesentlich geringer. Bei uns nimmt beispielsweise die Elektrizitätsnachfrage jährlich um 2,5 Prozent zu – da kommen die erneuerbaren Energien nicht mit. Deren Anteil sinkt, weil es nicht gelingt, die Erneuerbaren in dem Ausmaß auszubauen, wie der Stromverbrauch wächst. Da muss es Forschung geben, um zu ergründen, wieso das so ist.
STANDARD: Da kommt dann der Expertenbeirat ins Spiel, dessen Mitglied Sie sind. An welchen Schrauben muss zuerst gedreht werden?
Schleicher: Ich werde versuchen, in der Klimapolitik eine Argumentation einzuziehen, die zeigt, dass es das Klimaargument nicht immer braucht. Für viele Reformschritte benötigt man den Hinweis auf den Klimawandel eigentlich nicht. Im Windschatten von vielen Reformen, die in Österreich dringend nötig sind, profitiert auch das Klima. Ich hoffe, dass das auf politischer Ebene stärker aufgegriffen wird.
STANDARD: Ein Beispiel?
Schleicher: Zum Beispiel Gebäudesanierung, wodurch nicht nur die Wohnqualität steigt, sondern auch viel CO2 reduziert werden kann. Es muss gelingen, bis 2020 die abgewohnte Hälfte des gegenwärtigen Baubestandes zu sanieren. Das ist nicht nur aus Klimagründen notwendig. Bis in die 60er- und 70er-Jahre sind wegen des Zweiten Weltkrieges Wiederaufbauprogramme initiiert worden, die nach heutigen Maßstäben eine niedrige Gebäudequalität haben. Fahren Sie einmal nach Kagran, und sehen sich die Häuser dort an. Die Sanierungsrate, die derzeit bei einem Prozent des Gebäudebestandes liegt, muss auf fünf Prozent steigen. Das ist sehr viel.
STANDARD: Der Expertenbeirat wird also sehr konkrete Vorschläge machen?
Schleicher: Das werden wir auch tun, denn wir werden kein Feigenblatt abgeben.
STANDARD: Stichwort Feigenblatt: Schön langsam nehmen die Strukturen Gestalt an, die für Klimaschutz zuständig sind. Da gibt es ein Präsidium mit vier Leuten aus drei Ministerien plus dem Klimabeauftragten des Bundeskanzlers; einen Expertenbeirat mit ebenfalls vier Leuten; zwei Abwicklungsstellen –, die Kommunalkredit Public Consulting und die Forschungsförderungsgesellschaft FFG – die beide für den mit 500 Mio. Euro dotierten Klimafonds zuständig sind. Ist diese verschachtelte Konstruktion geeignet?
Schleicher: Das hängt von den handelnden Personen ab. Wenn man kooperativ ist, kann das funktionieren. Aber im Präsidium herrscht das Prinzip der Einstimmigkeit. Da ist viel offen.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 18./19.8.2007)
ZUR PERSON: Stefan P. Schleicher ist Professor am Wegener Zentrum für Klima und Globalen Wandel an der UniGraz. Der 61-jährige Volkswirt ist Mitglied des gegründeten wissenschaftlichen Klimaschutzbeirats. Schleicher ist verheiratet und hat drei Kinder.
STANDARD: Sie haben einmal publiziert, dass in Österreich beim Klimaschutz Anspruch und Wirklichkeit auseinander- klaffen. Zitat: "Charakterisiert durch relativ ambitionierte Ziele, deren Umsetzung jedoch nicht aus den Daten der emittierten Treibhausgase ersichtlich wird." Was ist jetzt zu tun?
Schleicher: Das Wichtigste ist, dass bewusst wird, wie groß das Problem ist. Denn es ist wirklich groß. Wir sind derzeit in Österreich rund 36 Prozent über dem Kioto-Ziel. Das heißt, jede dritte Einheit CO2 müssen wir loswerden.
STANDARD: Es ist bei diesen Zahlen auch nicht mehr glaubwürdig, dass das gelingen wird.
Schleicher: Na ja. Das Kioto-Malus dürfte mindestens 25 Millionen Tonnen im Jahr ausmachen, so viel, wie die Industrie insgesamt emittiert, oder so viel, wie der gesamte Verkehr ausmacht. Wir haben nur für neun Millionen Tonnen vorgesorgt, für die wir im Rahmen der flexiblen Mechanismen, die das Kioto-Protokoll erlaubt, Emissionsrechte einkaufen.
STANDARD: Das heißt, zusätzlich zu den 400 Mio. Euro, die für die nächsten Jahre bereits für die neun Mio. Tonnen im Jahr reserviert sind, wird Österreich für weitere CO2-Fehlbeträge zahlen müssen? Wie viel?
Schleicher: Das kann teuer weden. Die Industrie schätzt, dass sie fünf bis acht Mio.Tonnen pro Jahr zukaufen muss und die Märkte erwarten derzeit Kosten zwischen 15 und 25 Euro je Tonne. Dann ist immer noch ein Rest von zehn Mio. Tonnen, und die sollten wir möglichst einsparen.
STANDARD: Ist es überhaupt möglich, schlagartig so viel einzusparen? Nach dem Kioto-Protokoll müsste das ja bereits ab dem Jahr 2008 stattfinden.
Schleicher: Das wäre höchst wünschenswert, aber es wird immens schwierig.
STANDARD: Welche Möglichkeiten gäbe es denn noch?
Schleicher: Im Rahmen des Kioto-Protokolls haben wir zwei Möglichkeiten. Die projektbezogenen Emissionsrechte, für die wir bereits im Rahmen von neun Millionen Tonnen im Jahr vorgesorgt haben. Damit werden Umweltschutzprojekte in Entwicklungsländern finanziert. Das halte ich auch für o.k. Dann gibt es noch die ungenützten Emissionsrechte, etwa bei Ländern wie Russland, die käuflich erwerbbar sind, aber keine Emissionsreduktion bewirken. Das wird "Heiße Luft" genannt und ist negativ zu beurteilen, weil es reine Bilanzkosmetik ist, da spürt das Klima nichts davon und ist meiner Meinung nach möglichst zu vermeiden.
STANDARD: Also CO2-Sparen. Aber ist dies so schnell und in großem Stil möglich?
Schleicher: Es gibt drei Schlüsselbereiche: Mobilität, Gebäude und Energiebereitstellung. In allen diesen Bereichen ist etwas zu machen. Etwas, an dem wir sofort arbeiten müssen, sind unsere atypisch hohen Zuwachsraten im Straßenverkehr und bei Elektrizität. In allen Nachbarländern, mit denen wir uns vergleichen, sind diese wesentlich geringer. Bei uns nimmt beispielsweise die Elektrizitätsnachfrage jährlich um 2,5 Prozent zu – da kommen die erneuerbaren Energien nicht mit. Deren Anteil sinkt, weil es nicht gelingt, die Erneuerbaren in dem Ausmaß auszubauen, wie der Stromverbrauch wächst. Da muss es Forschung geben, um zu ergründen, wieso das so ist.
STANDARD: Da kommt dann der Expertenbeirat ins Spiel, dessen Mitglied Sie sind. An welchen Schrauben muss zuerst gedreht werden?
Schleicher: Ich werde versuchen, in der Klimapolitik eine Argumentation einzuziehen, die zeigt, dass es das Klimaargument nicht immer braucht. Für viele Reformschritte benötigt man den Hinweis auf den Klimawandel eigentlich nicht. Im Windschatten von vielen Reformen, die in Österreich dringend nötig sind, profitiert auch das Klima. Ich hoffe, dass das auf politischer Ebene stärker aufgegriffen wird.
STANDARD: Ein Beispiel?
Schleicher: Zum Beispiel Gebäudesanierung, wodurch nicht nur die Wohnqualität steigt, sondern auch viel CO2 reduziert werden kann. Es muss gelingen, bis 2020 die abgewohnte Hälfte des gegenwärtigen Baubestandes zu sanieren. Das ist nicht nur aus Klimagründen notwendig. Bis in die 60er- und 70er-Jahre sind wegen des Zweiten Weltkrieges Wiederaufbauprogramme initiiert worden, die nach heutigen Maßstäben eine niedrige Gebäudequalität haben. Fahren Sie einmal nach Kagran, und sehen sich die Häuser dort an. Die Sanierungsrate, die derzeit bei einem Prozent des Gebäudebestandes liegt, muss auf fünf Prozent steigen. Das ist sehr viel.
STANDARD: Der Expertenbeirat wird also sehr konkrete Vorschläge machen?
Schleicher: Das werden wir auch tun, denn wir werden kein Feigenblatt abgeben.
STANDARD: Stichwort Feigenblatt: Schön langsam nehmen die Strukturen Gestalt an, die für Klimaschutz zuständig sind. Da gibt es ein Präsidium mit vier Leuten aus drei Ministerien plus dem Klimabeauftragten des Bundeskanzlers; einen Expertenbeirat mit ebenfalls vier Leuten; zwei Abwicklungsstellen –, die Kommunalkredit Public Consulting und die Forschungsförderungsgesellschaft FFG – die beide für den mit 500 Mio. Euro dotierten Klimafonds zuständig sind. Ist diese verschachtelte Konstruktion geeignet?
Schleicher: Das hängt von den handelnden Personen ab. Wenn man kooperativ ist, kann das funktionieren. Aber im Präsidium herrscht das Prinzip der Einstimmigkeit. Da ist viel offen.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 18./19.8.2007)
ZUR PERSON: Stefan P. Schleicher ist Professor am Wegener Zentrum für Klima und Globalen Wandel an der UniGraz. Der 61-jährige Volkswirt ist Mitglied des gegründeten wissenschaftlichen Klimaschutzbeirats. Schleicher ist verheiratet und hat drei Kinder.
Schlagworte:
CO2,
Expertenbeirat,
Gebäudesanierung,
Kioto,
Klimabeauftragter,
Schleicher
Lohnender Klimaschutz
Wirtschaft und Forschung scharren in den Startlöchern: Es gilt, den mit 500 Millionen Euro dotierten Klima- und Energiefonds zu verteilen. Die Begehrlichkeiten sind groß, schließlich haben fast alle Wirtschaftsbranchen aufgrund der gemessenen und prognostizierten Temperaturanstiege Anpassungsbedarf. Außerdem hat Österreichs Klimapolitik hohen Nachholbedarf. Rund ein Viertel der CO2-Emissionen Österreichs sollten ab dem nächsten Jahr eingespart werden, um so die Ziele von EU und Kioto-Protokoll einzuhalten.
Angesichts des hohen "Kioto-Malus", wie es Stefan Schleicher bezeichnet, gehen die nötigen CO2-Sparmaßnahmen quer durch alle Wirtschaftsbranchen: Großemittenten aus Industrie und Energieversorgung sind ebenso betroffen wie Autobranche, Bauwirtschaft, Elektro- und Elektronikindustrie. Sie alle stellen sich darauf ein, dass sie EU-Vorgaben zur Emissionsreduktion in ihre Produkte einbauen müssen, samt Planung und Beratungsleistung. Die Bauwirtschaft stellt sich darauf ein, dass ab 2008 ein "Gebäudeausweis" für Neubauten vorgeschrieben ist. Dies hat Auswirkungen auf einen künftigen Verkaufswert der Immobilie, gibt dieser Ausweis doch Aufschluss darüber, wie es um Heizbedarf und Dämmung bestellt ist.
Ware mit Pickerl
Auch die Hersteller von Elektrogeräten – Kühlschränken, Waschmaschinen, Herden, bis hin zu Haarföhnen – versehen ihre Ware mit Pickerln, an denen der Kunde Energieeffizienz ablesen kann. Weitere Branchen werden folgen – so etwa die Computer- und Telekommunikationsbranche, die für rund fünf Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind. Verpflichtend ist dies noch nicht, angesichts explodierender Energiekosten bei Servern und Netzen sehen die Hersteller dies aber zunehmend als Wettbewerbsvorteil bei ihren Firmenkunden. In der Autoindustrie sollen die Treibhausgas-Emissionen der Fahrzeuge mittels Leichtbauweise und Biosprit-Anrechnung verringert werden. Über Ausmaß und Zeitpunkt des Inkrafttretens einer solchen Vorgabe ringen Kommission und Autohersteller.
Firmen, die sich auf Umwelttechnik spezialisiert haben, erwarten steigende Nachfrage. Schon in den letzten Jahren wuchs die Branche – der große Anlagenbauer ebenso angehören wie kleine, hoch spezialisierte Anbieter von Lösungen im Bereich Entsorgung oder erneuerbaren Energien– jährlich um acht Prozent.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.7.2007)
Angesichts des hohen "Kioto-Malus", wie es Stefan Schleicher bezeichnet, gehen die nötigen CO2-Sparmaßnahmen quer durch alle Wirtschaftsbranchen: Großemittenten aus Industrie und Energieversorgung sind ebenso betroffen wie Autobranche, Bauwirtschaft, Elektro- und Elektronikindustrie. Sie alle stellen sich darauf ein, dass sie EU-Vorgaben zur Emissionsreduktion in ihre Produkte einbauen müssen, samt Planung und Beratungsleistung. Die Bauwirtschaft stellt sich darauf ein, dass ab 2008 ein "Gebäudeausweis" für Neubauten vorgeschrieben ist. Dies hat Auswirkungen auf einen künftigen Verkaufswert der Immobilie, gibt dieser Ausweis doch Aufschluss darüber, wie es um Heizbedarf und Dämmung bestellt ist.
Ware mit Pickerl
Auch die Hersteller von Elektrogeräten – Kühlschränken, Waschmaschinen, Herden, bis hin zu Haarföhnen – versehen ihre Ware mit Pickerln, an denen der Kunde Energieeffizienz ablesen kann. Weitere Branchen werden folgen – so etwa die Computer- und Telekommunikationsbranche, die für rund fünf Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind. Verpflichtend ist dies noch nicht, angesichts explodierender Energiekosten bei Servern und Netzen sehen die Hersteller dies aber zunehmend als Wettbewerbsvorteil bei ihren Firmenkunden. In der Autoindustrie sollen die Treibhausgas-Emissionen der Fahrzeuge mittels Leichtbauweise und Biosprit-Anrechnung verringert werden. Über Ausmaß und Zeitpunkt des Inkrafttretens einer solchen Vorgabe ringen Kommission und Autohersteller.
Firmen, die sich auf Umwelttechnik spezialisiert haben, erwarten steigende Nachfrage. Schon in den letzten Jahren wuchs die Branche – der große Anlagenbauer ebenso angehören wie kleine, hoch spezialisierte Anbieter von Lösungen im Bereich Entsorgung oder erneuerbaren Energien– jährlich um acht Prozent.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.7.2007)
Schlagworte:
Biosprit,
CO2,
Kioto,
Schleicher,
Treibhausgas
Fakten
Wieviel Treibhausgas die Österreicher verursachen, wo und wie gespart werden könnte.
- 11 Tonnen Treibhausgase verursacht ein Österreicher durchschnittlich im Jahr. Zum Vergleich: Ein US-Amerikaner bringt es auf 20 Tonnen pro Kopf und Jahr; ein EU-Bürger auf rund zwölf und ein Bürger von China auf vier Millionen Tonnen.
- 1,6 Tonnen CO2 werden von einem durchschnittlichen europäischen Auto bei 10.000 gefahrenen Kilometern emittiert.
- 480.000 Tonnen CO2 können in Österreich eingespart werden, wenn in alle Fahrzeuge 5,75 Prozent Biosprit zum herkömmlichen Benzin beigemischt wird, wie von der EU bis 2010 vorgeschrieben.
- 100 Kilogramm CO2 im Jahr werden durch den Betrieb eines gängigen Eisschrankes verursacht. 1400 Kilogramm pro Passagier werden bei einem Flug von Frankfurt nach New York und zurück emittiert.
- 116.000 Tonnen könnten jährlich an Transportemissionen eingespart werden, würden in Österreich nur noch regionale Lebensmittel gekauft werden.
- 0,7 Tonnen Kohlendioxid speichert etwa ein Kubikmeter Fichtenholz. Grob gerechnet entzieht eine Tonne Holz der Erdatmosphäre anderthalb Tonnen des Klimagases.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18./19.8.2007)
Samstag, 11. August 2007
Notizen aus der Arktis
Drei Wissenschafter der Universität Wien – Michaela Panzenböck, Andreas Richter und Karl Reiter – führen zwischen dem 6. und 23. August auf der Forschungsstation Zackenberg in Grönland Untersuchungen über die Auswirkungen des Klimawandels in der Arktis durch. Mehrmals pro Woche berichten sie via Satellitenverbindung über ihre Erlebnisse vor Ort im Web (Notizen aus der Arktis).

Foto: Uni Wien

Foto: Uni Wien
Eine interessante Kalkulation ...
Eine interessante Kalkulation von Chris Goodall, dem Autor des Buches "How to Lead a Low Carbon Life":
(*) Aus Studien geht hervor, dass die landwirtschaftliche Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch zum Ausstoß von 36 kg CO2 führt. Goodall rechnet nun vor: Wenn ein Mensch drei Meilen (4,83 km) zu Fuß geht, verbraucht er dabei 180 Kalorien. Um diesen Energieverbrauch auszugleichen, müsste der betreffende Mensch rund 100 Gramm Fleisch essen, was einem CO2-Ausstoß von 3,6 kg entspräche. Würde man dieselbe Strecke hingegen mit dem Auto fahren, entstünden dadurch lediglich CO2-Emissionen von 0,9 kg. Der Fußmarsch würde das Klima also viermal so stark belasten wie die Autofahrt.
________________________
(*) gefunden in der Wiener Zeitung, 11. August 2007, Seite 25, Harald Waiglains, Fußgänger als Klimakiller
(*) Aus Studien geht hervor, dass die landwirtschaftliche Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch zum Ausstoß von 36 kg CO2 führt. Goodall rechnet nun vor: Wenn ein Mensch drei Meilen (4,83 km) zu Fuß geht, verbraucht er dabei 180 Kalorien. Um diesen Energieverbrauch auszugleichen, müsste der betreffende Mensch rund 100 Gramm Fleisch essen, was einem CO2-Ausstoß von 3,6 kg entspräche. Würde man dieselbe Strecke hingegen mit dem Auto fahren, entstünden dadurch lediglich CO2-Emissionen von 0,9 kg. Der Fußmarsch würde das Klima also viermal so stark belasten wie die Autofahrt.
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(*) gefunden in der Wiener Zeitung, 11. August 2007, Seite 25, Harald Waiglains, Fußgänger als Klimakiller
Dienstag, 07. August 2007
Hitliste der umweltfreundlichsten und -schädlichsten PKWs
Eine Mitteilung des Schweizer Bundesamt für Umwelt Anfang Juli ist auf relativ wenig mediales Echo gestoßen. Meines Erachtens zu Unrecht. Die Aussendung besagte, dass die im Aktionsplan gegen den Feinstaub angekündigten „Kriterien für energieeffiziente und emissionsarme Fahrzeuge (KeeF)“ lägen nun vor und man habe den Kantonen einen „Prototyp" des neuen Instruments zugeschickt, „um dessen Tauglichkeit zu prüfen“.
Neben einer Sammlung von Kriterien in diesem Aktionsplan mit denen die Umweltbelastung von Autos erhoben werden kann, wurde anhand der vorgeschlagenen Kriterien gleich eine Bewertung der aktuellen angebotenen KFZs durchgeführt. Zum ersten Mal werden damit „amtlich“ Kraftfahrzeuge nach ihrer Umweltschädlichkeit bewertet.
Als „Umweltsieger“ stellt sich in dieser Reihung der Toyota Prius heraus. Hier die Liste der „saubersten“ respektive umweltschädlichsten Autos (siehe auch hier):
Die saubersten Autos:
1. Toyota Prius
2. Fiat Punto 1.2 Bipower
3. Fiat Panda 1.2 Bipower
4. Daihatsu Cuore
5. Citroën C3 1.4i Gnv
6. Opel Corsa C10 Eco
7. Opel Astra 16 Cng Cvan
8. Honda Civic Hybrid
9. Toyota Aygo 1.0
10. Citroën C1 1.0i
11. Peigeot 107 1.0i
12. VW Polo Blue Motion
13. Daihatsu Trevis
14. Mini Cooper D
15. Fiat Panda 1.3 JTD PF
16. Fiat Punto 1.3 JTD PF
17. Daihatsu Sirion
18. Mazda 3 1.6D Hatchback
19. Honda Civic IMA
20. Opel Corsa D 13TD
Die umweltschädlichsten Autos:
1. Nissan Patrol Gr 3.0 Dci
2. Ford Transit 4x4
3. Ford Transit
4. VW T5
5. Peugeot Boxer
6. Citroën Jumper
7. Fiat Ducato
8. Jeep Cherokee 2.8 Crd
9. Land Rover Discovery 2.7td V6
10. Ssangyong Rodius 270xdi 4wd
11. Ssangyong Kyron M270xdi F1
12. Renault Espace 3.0 Dci
13. Kia Sorento lil Vgt
14. Land Rover Defender 110td 4
15. Mercedes-Benz Viano Cdi
16. Mercedes-Benz Vito 115 Cdi
17. Seat Alhambra
18. VW Sharan
19. Chrysler Voyager
20. Mitsubishi Pajero 3.2 Did
Neben einer Sammlung von Kriterien in diesem Aktionsplan mit denen die Umweltbelastung von Autos erhoben werden kann, wurde anhand der vorgeschlagenen Kriterien gleich eine Bewertung der aktuellen angebotenen KFZs durchgeführt. Zum ersten Mal werden damit „amtlich“ Kraftfahrzeuge nach ihrer Umweltschädlichkeit bewertet.
Als „Umweltsieger“ stellt sich in dieser Reihung der Toyota Prius heraus. Hier die Liste der „saubersten“ respektive umweltschädlichsten Autos (siehe auch hier):
Die saubersten Autos:
1. Toyota Prius
2. Fiat Punto 1.2 Bipower
3. Fiat Panda 1.2 Bipower
4. Daihatsu Cuore
5. Citroën C3 1.4i Gnv
6. Opel Corsa C10 Eco
7. Opel Astra 16 Cng Cvan
8. Honda Civic Hybrid
9. Toyota Aygo 1.0
10. Citroën C1 1.0i
11. Peigeot 107 1.0i
12. VW Polo Blue Motion
13. Daihatsu Trevis
14. Mini Cooper D
15. Fiat Panda 1.3 JTD PF
16. Fiat Punto 1.3 JTD PF
17. Daihatsu Sirion
18. Mazda 3 1.6D Hatchback
19. Honda Civic IMA
20. Opel Corsa D 13TD
Die umweltschädlichsten Autos:
1. Nissan Patrol Gr 3.0 Dci
2. Ford Transit 4x4
3. Ford Transit
4. VW T5
5. Peugeot Boxer
6. Citroën Jumper
7. Fiat Ducato
8. Jeep Cherokee 2.8 Crd
9. Land Rover Discovery 2.7td V6
10. Ssangyong Rodius 270xdi 4wd
11. Ssangyong Kyron M270xdi F1
12. Renault Espace 3.0 Dci
13. Kia Sorento lil Vgt
14. Land Rover Defender 110td 4
15. Mercedes-Benz Viano Cdi
16. Mercedes-Benz Vito 115 Cdi
17. Seat Alhambra
18. VW Sharan
19. Chrysler Voyager
20. Mitsubishi Pajero 3.2 Did
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Bundesamt für Umwelt,
KFZ,
PKW,
Schadstoffausstoß
Samstag, 04. August 2007
Bush lädt zur Klimakonferenz nach Washington
US-Präsident George W. Bush hat in einem Brief die Regierungschefs von 15 Staaten(*) sowie die Vereinten Nationen und die Europäische Union eingeladen an einer internationalen Konferenz zum Klimawandel in Washington teilzunehmen. Dieser Klimagipfel soll am 27. und 28. September stattfinden. Pikanterweise hat erst vor einigen Tagen die UN für den 24. September die Staats- und Regierungschefs zu einer Klimakonferenz nach New York geladen, um die Gespräche bezüglich des Nachfolgevertrages des Kyoto-Protokolls, das 2012 ausläuft, in die Wege zu leiten. Weitergeführt sollen die Arbeiten nach UN-Vorstellungen auf der Weltklimakonferenz am 3. Dezember auf der indonesischen Insel Bali. Obwohl in dem aktuellen Schreiben des Weißen Hauses ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass alle Vereinbarungen im Rahmen der UN erfolgen sollen befürchten viele, besonders in Europa, durch diese US-Initiative eine Schwächung des Kyoto-Prozesses. Die USA unter der Bush-Administration haben das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert, obwohl es unter der vorangegangenen Clinton-Regierung unterzeichnet worden war.
Die USA haben bisher international verpflichtende Abkommen unter anderem mit dem Argument abgelehnt, dass sich „entwickelnde“ Länder mit hohen Emissionen wie China oder Indien von den Beschränkungen nach dem Kyoto-Protokoll ausgenommen sind. Auch in den aktuellen Statements der US-Regierung werden verbindliche Emissionsgrenzen nicht erwähnt. Laut Washington müsse das Problem des Klimawandels in einer Weise angegangen werden, die „die Energiesicherheit gewährleistet und wirtschaftliches Wachstum fördert.“
________________
(*) Eingeladen sind neben UNO und EU Vertreter aus Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Japan, China, Indien, Indonesien, Südkorea, Brasilien, Mexiko, Kanada, Russland, Australien und Südafrika.
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Die USA haben bisher international verpflichtende Abkommen unter anderem mit dem Argument abgelehnt, dass sich „entwickelnde“ Länder mit hohen Emissionen wie China oder Indien von den Beschränkungen nach dem Kyoto-Protokoll ausgenommen sind. Auch in den aktuellen Statements der US-Regierung werden verbindliche Emissionsgrenzen nicht erwähnt. Laut Washington müsse das Problem des Klimawandels in einer Weise angegangen werden, die „die Energiesicherheit gewährleistet und wirtschaftliches Wachstum fördert.“
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(*) Eingeladen sind neben UNO und EU Vertreter aus Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Japan, China, Indien, Indonesien, Südkorea, Brasilien, Mexiko, Kanada, Russland, Australien und Südafrika.
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Schlagworte:
Bush,
Europäische Union,
Kioto,
Klimadebatte,
USA
Freitag, 03. August 2007
Klimawandel-Debatte bei UN-Vollversammlung
Von Dienstag bis Donnerstag dieser Woche sind auf der 61. UN-Vollversammlung zum ersten Mal informelle Debatten über den Klimawandel geführt worden. Die Gespräche, die ursprünglich für zwei Tage anberaumt waren, mussten auf Grund der zahlreichen Wortmeldungen um einen Tag verlängert werden. Der britische UN-Botschafter Emyr Jones Parry bezeichnete den Klimawandel als das wichtigste und dringlichste Weltproblem unserer Zeit. Er rief alle UN-Mitgliedsstaaten auf bis 2009 ein Nachfolgeprogramm für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll auszuarbeiten. Bereits im Dezember sollen die diesbezüglichen Verhandlungen starten.
Für den 24. September hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eine Sonderkonferenz zum Klimawandel in New York einberufen.
Für den 24. September hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eine Sonderkonferenz zum Klimawandel in New York einberufen.
Donnerstag, 02. August 2007
Auf Bauern kommt höherer Selbstbehalt zu
Einen Selbstbehalt bei wasserintensiven Anbaukulturen – vor allem bei Körnermais, eventuell auch bei Erdäpfel – überlegt der Spezialversicherer für die Landwirtschaft, die Österreichische Hagelversicherung.
Das Schadensausmaß in der Landwirtschaft liegt bis heute bereits bei rund 60 Millionen Euro", sagt Kurt Weinberger, Generaldirektor der Hagelversicherung. Bis Saisonende im Herbst dürften es 75 Mio. Euro werden. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2006 waren es 35 Mio. Euro. Das Ergebnis der Hagelversicherung werde deshalb heuer negativ ausfallen.
Überlegungen zu einem höheren Selbstbehalt gibt es vor allem in den Regionen, die von Dürre bzw. weniger Niederschlag besonders betroffen sind: Weinviertel, Burgenland und steirischer Thermenregion. Je nach weiterer Entwicklung bei den Wetterextremen könnte ein solcher höherer Selbstbehalt in zwei bis vier Jahren in die Prämienkalkulation einfließen. "Die Landwirtschaft ist mit Dürreschäden konfrontiert, die bisher nur aus Spanien bekannt waren", sagt Weinberger. "Um die Tragfähigkeit des Versicherungssystems zu erhalten, werden wir Anpassungen vornehmen müssen." Eine Prämienerhöhung quer über alle Versicherten wird nicht angedacht, obwohl die Versicherungsdeckung in der Landwirtschaft hoch ist: Mehr als 80 Prozent der Ackerflächen sind hagelversichert; 60 Prozent davon mehrgefahrenversichert. "Zumutbarer ist ein höherer Selbstbehalt", sagt Weinberger.
Laut den Daten der Klimaforscherin der Universität für Bodenkultur, Helga Kromp-Kolb, ist bis 2020 aufgrund des Klimawandels mit einer Abnahme der Niederschlagsmenge von zehn bis 15 Prozent zu rechnen. "Es wird heißer und trockener", sagt sie. Das, was derzeit noch "Jahrhundertsommer" genannt wird, werde künftig Normalität.
Es müssten deshalb resistentere Sorten mit weniger Wasserbedarf entwickelt werden. „Die Landwirtschaft hat in weiten Bereichen die Möglichkeit, recht rasch zu reagieren. Beim Wald ist das schwieriger“, so Kromp-Kolb.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 02.08.2007)
Das Schadensausmaß in der Landwirtschaft liegt bis heute bereits bei rund 60 Millionen Euro", sagt Kurt Weinberger, Generaldirektor der Hagelversicherung. Bis Saisonende im Herbst dürften es 75 Mio. Euro werden. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2006 waren es 35 Mio. Euro. Das Ergebnis der Hagelversicherung werde deshalb heuer negativ ausfallen.
Überlegungen zu einem höheren Selbstbehalt gibt es vor allem in den Regionen, die von Dürre bzw. weniger Niederschlag besonders betroffen sind: Weinviertel, Burgenland und steirischer Thermenregion. Je nach weiterer Entwicklung bei den Wetterextremen könnte ein solcher höherer Selbstbehalt in zwei bis vier Jahren in die Prämienkalkulation einfließen. "Die Landwirtschaft ist mit Dürreschäden konfrontiert, die bisher nur aus Spanien bekannt waren", sagt Weinberger. "Um die Tragfähigkeit des Versicherungssystems zu erhalten, werden wir Anpassungen vornehmen müssen." Eine Prämienerhöhung quer über alle Versicherten wird nicht angedacht, obwohl die Versicherungsdeckung in der Landwirtschaft hoch ist: Mehr als 80 Prozent der Ackerflächen sind hagelversichert; 60 Prozent davon mehrgefahrenversichert. "Zumutbarer ist ein höherer Selbstbehalt", sagt Weinberger.
Laut den Daten der Klimaforscherin der Universität für Bodenkultur, Helga Kromp-Kolb, ist bis 2020 aufgrund des Klimawandels mit einer Abnahme der Niederschlagsmenge von zehn bis 15 Prozent zu rechnen. "Es wird heißer und trockener", sagt sie. Das, was derzeit noch "Jahrhundertsommer" genannt wird, werde künftig Normalität.
Es müssten deshalb resistentere Sorten mit weniger Wasserbedarf entwickelt werden. „Die Landwirtschaft hat in weiten Bereichen die Möglichkeit, recht rasch zu reagieren. Beim Wald ist das schwieriger“, so Kromp-Kolb.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 02.08.2007)
Schlagworte:
Hagelversicherung,
Kurt Weinberger,
Landwirtschaft
Mittwoch, 01. August 2007
Erstes osteuropäisches Biodiesel-Werk in Rumänien errichtet
Gestern wurde in Vaslui, Rumänien das erste Biodiesel-Werk Osteuropas eröffnet. Betrieben wird die Anlage von ULEROM, eine von Rumäniens größten Agrarindustriegesellschaften. Die Technologie kommt vom kalifornischen Unternehmen Greenline Industries.
Schlagworte:
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