Freitag, 08. Februar 2008

Biosprit klimaschädlicher als Benzin

Forscher haben den Treibhauseffekt bei den agrarischen Rohstoffen Raps, Mais und Zuckerrohr untersucht

Die nun abgeschlossene Untersuchung unter Leitung von Nobelpreisträger Paul Crutzen dürfte die Diskussion um die Sinnhaftigkeit von Biosprit weiter anzuheizen. Wie DER STANDARD im Oktober des Vorjahres berichtete, untersuchte Crutzen, emeritierter Professor am Max-Planck-Institut, die Treibhausgas-Emissionen, die in der Landwirtschaft bei der Biosprit-Produktion auftreten. An dieser Studie mitgearbeitet hat Wilfried Winiwarter, Forscher an den Austrian Research Centers in Seibersdorf. Dieser kommentiert die nun vorliegenden Untersuchungsergebnisse folgendermaßen: "In der Regel wird dabei intensiv gedüngt. Dabei entstehen Lachgas-Emissionen, die die positiven Effekte von eingespartem Kohlendioxid (CO2) wieder aufheben oder sogar verschlechtern."
Untersucht haben die Forscher den Treibhauseffekt bei den agrarischen Rohstoffen Raps, Mais und Zuckerrohr. Lediglich Zuckerrohr schneidet dabei gut im klimatologischen Sinn ab, und zwar, weil es kaum Düngung benötigt. Winiwarter plädiert dafür, dass anstatt von Raps (wichtigster Biosprit-Rohstoff in der EU) und Mais (USA) schnellwachsende Hölzer wie Pappeln oder Reststoffe wie Stroh oder die Stängeln von Mais verwendet werden, auch wenn diese energetisch nicht so ertragreich sind. Lachgas ist etwa 300-mal so klimawirksam wie das wichtigste Treibhausgas CO2.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 06.02.2008)

1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

ey ne check meine seite yo myspace.com/meitymax