Samstag, 23. Februar 2008

Japan überlegt Einführung eines Emissionshandelssystems

Die Regierung in Tokio teilte am 20. Februar mit, eine Arbeitsgruppe damit zu beauftragen die Einführung eines Systems für den Emissionshandel zu prüfen. Der immerhin fünftgrößte Treibhausgas-Produzent der Welt, dessen Wirtschaftslobby bislang verpflichtenden Obergrenzen für den Kohlendioxidausstoß strikt abgelehnt hatte, könnte damit in absehbarer Zeit ein Emissionshandelssystem nach EU-Vorbild einführen. Die japanischen Wirtschaftsvertreter haben ihren Widerstand gegen CO2-Obergrenzen im Hinblick auf den G8-Gipfel im Juli in Toyako aufgehoben. “Damit der Gipfel in Toyako ein Erfolg wird, muss Japan als Gastgeber über das Problem des Klimawandels nachdenken”, sagte Fujio Mitarai, Präsident des einflussreichen Wirtschaftsverbandes Nippon Keidanren und gleichzeitig Vorsitzender des Unternehmens Canon: “Jedes Land hat bereits Anstrengungen unternommen, um CO2-Emissionen zu reduzieren. Es handelt sich hier um eine globale Herausforderung.”
Japan ist zwar Unterzeichner des Kyoto-Protokolls, hat sich aber bisher nur auf freiwillige Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgase gesetzt und ist damit weit hinter den vorgegebenen Kyoto-Zielen zurückgeblieben.

Quellen: Readers Edition, Energy Exchange Austria

Der Reisanbau ist nach Schätzungen des Weltklimarats (IPCC) einer der Hauptgründe für steigende Emissionen von Methan – das als Treibhausgas 21-mal wirkungsvoller ist als Kohlendioxid und nur deshalb als Nummer zwei unter den Klimagasen aufgeführt wird, weil es in der Atmosphäre in viel kleineren Mengen vorkommt.
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