Kanzler Alfred Gusenbauer verteidigt Biosprit-Quote
Eine neu gegründete Plattform soll das angekratzte Image von Bioethanol aufpolieren. Denn für Österreich führe kein Weg an den Beimischungszielen bei Sprit aus Weizen, Mais und Zuckerrübe vorbei, sagte Franz Fischler, ehemaliger EU-Kommissar für Landwirtschaft und Standard-Kolumnist, der als Sprachrohr für die Initiative fungiert. Es gebe mittlerweile eine Reihe von Untersuchungen, die die Nachhaltigkeit der Biospritproduktion aus dem Agrana-Bioethanolwerk in Pischelsdorf belege: Etwa, dass der Sprit um 50 Prozent CO2-ärmer sei als fossiler Benzin - auch wenn die ganze Wertschöpfungskette mit einberechnet wird (der Standard berichtete). "Bioethanol ist ein wichtiger Schritt zur Erreichung der Kioto-Ziele", sagte Fischler. Dies gelte nicht für Biodiesel aus Raps, der hohe Düngemittelzufuhr benötige und eine geringere Hektarausbeute als Weizen & Co habe. Das Zehn-Prozent-Beimischungsziel sei bei Ethanol von heimischen Äckern erreichbar.
Die nächste Generation an Biotreibstoffen, bei der auch Zellulose verwendet werden kann, sei bestenfalls im Pilotstadium. Getragen wird die Initiative von Lebensministerium, Raiffeisen-Gruppe, Rübenbauern und Agrana.
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat die Biosprit-Quote im Vorfeld des EU-Gipfels verteidigt. Österreich habe ohne der Beimischungsstrategie keine Chancen, das Kioto-Ziel zu erreichen. Man sei von der Erfüllung der Vorgaben meilenweit entfernt.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Printausgabe, 18.6.2008)
Mittwoch, 18. Juni 2008
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