Freitag, 24. Oktober 2008

Zement will etwas öko werden

Vor einem Kahlschlag in der Industrie im Allgemeinen und der Zementindustrie im Besonderen warnen Industrievertreter, sollte das geplante EU-Emissionshandelssystem für das Treibhausgas CO2 wie geplant umgesetzt werden. Dieses sieht vor, dass ab 2013 immer umfassendere Regeln eingezogen werden - sodass es ab 2020 keine Gratiszuteilung mehr gibt.

Da die Zementindustrie hoch energieintensiv ist, würde dies nach Rudolf Zrost vom Zementwerk Leube bedeuten, dass nur mehr ein Bruchteil in Europa produziert wird und der große Rest von Billiganbietern in Libyen und Ägypten hergestellt würden. Diese Länder unterliegen keinen Klima-Vorgaben und stellen Zement mit wesentlich mehr CO2-Anfall her als die europäische Konkurrenz: "Das nutzt dem Klima gar nichts", sagt Zrost.

Thomas Spannagl von Lafarge Perlmooser, der für die Branche Ausnahmeregeln und/oder Schutz vor Importen urgiert, verweist auf Vorleistungen, die die heimischen Zementmischer (acht Unternehmen mit 1250 Mitarbeiter) derzeit initiieren. Geforscht wird an einem CO2-sparenden Zement der trotzdem schnell trocken wird und eine gleich hohe Beständigkeit hat. Insgesamt setzten die Firmen im Vorjahr 426 Mio. Euro um.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.10.2008)