Knappe Emissionsrechte treiben den Preis - Preis für ein Zertifikat liegt aktuell bei rund 25 Euro
Die regulatorischen Vorgaben für das Geschäft mit dem Zertifikatehandel zwischen EU-Emissionshandelssystem und UN (im Rahmen des Kioto-Protokolls) sind noch nicht alle auf Schiene. Auch sind Details für den Handel zwischen Großemittenten verschiedener EU-Mitglieder noch nicht völlig geklärt. Dennoch beginnt das Geschäft bereits anzuspringen, wie Ann Careis von der belgischen Bank Fortis beobachtet. Die auf Firmenkunden spezialisierte Bank hat europaweit 400 Industriekunden, die sich bereits jetzt, zu Anfang der Handelsphase 2008 bis 2012, mit Zertifikaten einzudecken beginnen. Der aktuelle Preis für ein Zertifikat (entspricht einer Tonne erlaubter Emissionen) liegt bei rund 25 Euro. "Es ist hoch spekulativ, aber wir erwarten, dass der Preis steigen wird", erklärt Careis.
Schließlich wird prognostiziert, dass sich das Defizit an CO2-Emissionsrechten in der EU aufgrund der knappen Rechtezuteilung durch die Kommission auf 250 Mio. Tonnen pro Jahr summieren wird. "Schon jetzt übersteigt das tägliche Handelsvolumen die realen Treibhausgasemissionen um den Faktor zehn", erklärt Careis bei einer Tour durch Österreich, bei der sie heimischen Emittenten aus Industrie und Energieversorgung auf den Handel aufmerksam machen will. Angetrieben werde das Geschäft auch dadurch, dass die derzeitigen Zertifikate nicht auslaufen, sondern auch nach 2012 gehandelt werden dürfen.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.4./1.5.2008)
Mittwoch, 30. April 2008
Dienstag, 29. April 2008
Triste Bestandsaufnahme
Buchbesprechung: "Ernährung sichern - weltweit" beschreibt die Bausteine eines Konzepts, mit dem sich das Recht auf Nahrung und die Verlangsamung des Klimawandels sichern lassen.Glaubhaft wurde bis vor zwei Jahren versichert, dass Hunger mehr ein Verteilungsproblem sei als eines von Knappheit. Diese Ansicht hat sich angesichts der gestiegenen Nahrungsmittelpreise als haltlos erwiesen; zu viele "Megatrends", treiben die Preise nach oben und dürften sie künftig auf hohem Niveau halten.
Den unterschiedlichen Problemen geht dieses Buch in einzelnen Aufsätzen nach: Der Flächenkonkurrenz, wie sie aus Lebensmittel- und Energieproduktion zwingend entstehen muss, auch wenn das theoretische Potenzial ungenutzter Fläche groß ist. Dem Klimawandel, der heute übernutzte Böden zu unbebaubarem Wüstenland machen könnte. Der steigenden Wasserentnahme durch den Anbau von Energiepflanzen. Dem prognostizierten Bevölkerungsanstieg und dem Zuzug in Megastädte mit all den logistischen Problemen bei Wasser- und Nahrungsmittelbereitstellung.
In ihrer Vielschichtigkeit und Überlappung der Probleme ist es eine triste Bestandsaufnahme zu Hunger und Mangel. Eine faire Gestaltung der Globalisierungsprozesse geht nur mit verbindlichen internationalen Regeln.
Den unterschiedlichen Problemen geht dieses Buch in einzelnen Aufsätzen nach: Der Flächenkonkurrenz, wie sie aus Lebensmittel- und Energieproduktion zwingend entstehen muss, auch wenn das theoretische Potenzial ungenutzter Fläche groß ist. Dem Klimawandel, der heute übernutzte Böden zu unbebaubarem Wüstenland machen könnte. Der steigenden Wasserentnahme durch den Anbau von Energiepflanzen. Dem prognostizierten Bevölkerungsanstieg und dem Zuzug in Megastädte mit all den logistischen Problemen bei Wasser- und Nahrungsmittelbereitstellung.
In ihrer Vielschichtigkeit und Überlappung der Probleme ist es eine triste Bestandsaufnahme zu Hunger und Mangel. Eine faire Gestaltung der Globalisierungsprozesse geht nur mit verbindlichen internationalen Regeln.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.4.2008)
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"Ernährung sichern - weltweit,
Ernährung,
Franz Fischler,
Franz-Theo Gottwald,
Klimawandel
Montag, 28. April 2008
WWF-Studie: Rasante Zunahme der Eisschmelze in der Arktis
Eine aktuelle Studie im Auftrag des WWF zeigt, dass die arktischen Eismassen schneller als bisher angenommen zurückgehen. Betroffen sind vor allem das grönländische Festlandeis sowie das arktische Meereis.
Im Sommer 2007 lagen die arktischen Meerestemperaturen um bis zu fünf Grad über den Normalwerten. Im September 2007 betrug im Vergleich zu 1979 der Eisverlust in den nördlichen Polarregionen 39 Prozent. Schmilzt das komplette Grönlandeis, gehen Wissenschafter von einem weltweiten Anstieg des Meeresspiegels um 7,3 Meter aus. Die massive Eisschmelze trägt aber auch zum globalen Klimawandel bei. Millionen Tonnen Methan sind derzeit noch im Permafrostboden gespeichert. Wird dieses agressive Treibhausgas frei gesetzt, so wird befürchtet, dass dies den weltweiten Temperaturanstieg immens beschleunigen könnte.
Im Sommer 2007 lagen die arktischen Meerestemperaturen um bis zu fünf Grad über den Normalwerten. Im September 2007 betrug im Vergleich zu 1979 der Eisverlust in den nördlichen Polarregionen 39 Prozent. Schmilzt das komplette Grönlandeis, gehen Wissenschafter von einem weltweiten Anstieg des Meeresspiegels um 7,3 Meter aus. Die massive Eisschmelze trägt aber auch zum globalen Klimawandel bei. Millionen Tonnen Methan sind derzeit noch im Permafrostboden gespeichert. Wird dieses agressive Treibhausgas frei gesetzt, so wird befürchtet, dass dies den weltweiten Temperaturanstieg immens beschleunigen könnte.
Schlagworte:
Arktis,
Eisschmelze,
Grönland,
Studie,
WWF
Freitag, 18. April 2008
Daumenschrauben für die Länder
Beim zweiten Klimaschutzgipfel wurde laut über eine innerösterreichische "Lastenaufteilung" nachgedacht
Die Versäumnisse in der Klimapolitik hätten bisher nicht korrigiert werden können, gestand Bundeskanzler Alfred Gusenbauer bei der Eröffnung des 2. Klimaschutzgipfels, weshalb er für mehr "Langfristplanung" in Form eines Energiemasterplans ist. Auch Umweltminister Josef Pröll gab sich ernüchtert: Die "freiwillige Basis" beim Treibhausgassparen habe wenig gebracht. Deshalb soll eine Art "innerstaatliches ,burden-sharing‘" festgeschrieben werden. Dieses soll sich an der Lastenverteilung orientieren, mit der die EU die Kioto-Ziele erreichen will. Bekanntlich muss die EU ihre Treibhausgasemissionen um acht Prozent reduzieren; die österreichischen Vorgaben lauten jedoch 13 Prozent.
Mehr Klarheit
Eine solche innerösterreichische Lastenverteilung hätte den Vorteil, dass für jedes einzelne Bundesland klar würde, wie weit es von einer Zielerreichung, etwa im Bereich Raumwärme oder Sanierung des Baubestandes, steht, erklärte Gusenbauer, der sich auch dafür aussprach, einen Klimacheck für Gesetze einzuführen. Eine Art "Vorblatt" zum Gesetzestext, in dem eine Evaluierung der Auswirkungen des Gesetzesvorhabens erfolgt. Ein "Masterplan zum Ausbau der Wasserkraft" soll am 5.Mai vorgestellt werden, ein "Energiemasterplan" für die Zeit bis 2020 soll ausgearbeitet werden. Auch die Länder plädierten für mehr Koordination und präsentierten ein "Positionspapier der Bundesländer". Darin bekennen sie sich zu einem offensiven Umweltschutz, erwarten vom Bund aber entsprechende Rahmenbedingungen wie ein "attraktives und offensives Ökostromgesetz" und Anreize für Investitionen in die Gebäudesanierung.
Biospritbeimischungsziele bleiben
An den Biospritbeimischungszielen – diese waren angesichts der steigenden Nahrungsmittelpreise ins Kreuzfeuer der Kritik geraten – hält die Regierung fest. Die Einsparungen des Jahres 2006 – 2,2 Millionen Tonnen CO2 – seien zu einem Gutteil auf die erhöhte Beimischung zurückzuführen gewesen, erklärte Pröll. Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad hatte am Mittwochabend vor Journalisten erklärt, dass das Agrana-Bioethanolwerk in Pischelsdorf, das aufgrund hoher Weizenpreise erst am 2._Juli mit halbjähriger Verspätung eröffnet wird, der richtige Weg sei und man noch vor einem Jahr so viel Getreideüberschuss hatte, wie in dem Werk verarbeitet wird. Gusenbauer kündigte erhöhte Forschungsaufwendungen für Agrarsprit der nächsten Generation an.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.4.2008)
Die Versäumnisse in der Klimapolitik hätten bisher nicht korrigiert werden können, gestand Bundeskanzler Alfred Gusenbauer bei der Eröffnung des 2. Klimaschutzgipfels, weshalb er für mehr "Langfristplanung" in Form eines Energiemasterplans ist. Auch Umweltminister Josef Pröll gab sich ernüchtert: Die "freiwillige Basis" beim Treibhausgassparen habe wenig gebracht. Deshalb soll eine Art "innerstaatliches ,burden-sharing‘" festgeschrieben werden. Dieses soll sich an der Lastenverteilung orientieren, mit der die EU die Kioto-Ziele erreichen will. Bekanntlich muss die EU ihre Treibhausgasemissionen um acht Prozent reduzieren; die österreichischen Vorgaben lauten jedoch 13 Prozent.
Mehr Klarheit
Eine solche innerösterreichische Lastenverteilung hätte den Vorteil, dass für jedes einzelne Bundesland klar würde, wie weit es von einer Zielerreichung, etwa im Bereich Raumwärme oder Sanierung des Baubestandes, steht, erklärte Gusenbauer, der sich auch dafür aussprach, einen Klimacheck für Gesetze einzuführen. Eine Art "Vorblatt" zum Gesetzestext, in dem eine Evaluierung der Auswirkungen des Gesetzesvorhabens erfolgt. Ein "Masterplan zum Ausbau der Wasserkraft" soll am 5.Mai vorgestellt werden, ein "Energiemasterplan" für die Zeit bis 2020 soll ausgearbeitet werden. Auch die Länder plädierten für mehr Koordination und präsentierten ein "Positionspapier der Bundesländer". Darin bekennen sie sich zu einem offensiven Umweltschutz, erwarten vom Bund aber entsprechende Rahmenbedingungen wie ein "attraktives und offensives Ökostromgesetz" und Anreize für Investitionen in die Gebäudesanierung.
Biospritbeimischungsziele bleiben
An den Biospritbeimischungszielen – diese waren angesichts der steigenden Nahrungsmittelpreise ins Kreuzfeuer der Kritik geraten – hält die Regierung fest. Die Einsparungen des Jahres 2006 – 2,2 Millionen Tonnen CO2 – seien zu einem Gutteil auf die erhöhte Beimischung zurückzuführen gewesen, erklärte Pröll. Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad hatte am Mittwochabend vor Journalisten erklärt, dass das Agrana-Bioethanolwerk in Pischelsdorf, das aufgrund hoher Weizenpreise erst am 2._Juli mit halbjähriger Verspätung eröffnet wird, der richtige Weg sei und man noch vor einem Jahr so viel Getreideüberschuss hatte, wie in dem Werk verarbeitet wird. Gusenbauer kündigte erhöhte Forschungsaufwendungen für Agrarsprit der nächsten Generation an.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.4.2008)
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Klimagipfel,
Klimapolitik,
Treibhausgase
Donnerstag, 17. April 2008
Zum Jahrestag der heißen Luft
In den Mühen der Ebene droht jegliche tragfähige Klima-Energie-Politik zu zerbröseln
Der fast genau vor einem Jahr mit viel Pomp und noch mehr Erwartungen abgehaltene erste Klimagipfel hat, wenn man es genau betrachtet, nicht viel gebracht: Ja, wir haben einen Klima- und Energiefonds installiert. Ja, wir haben die Mineralölsteuer angehoben. Ja, wir haben die verbrauchsabhängige Zulassungssteuer für Autos (Nova) erhöht. Und dann haben wir in einigen wenigen Bundesländern teilweise schon früher die Wohnbauförderung auf energiesparendes Bauen abgestellt.
Ist dies für sich genommen schon nicht besonders viel, relativiert sich bei näherer Betrachtung fast jede einzelne Maßnahme. Der Klimafonds, von ambitionierten Leuten ambitioniert geführt, verkommt zu einem Selbstbedienungsladen der Ministerien, die ihre Vertreter in den Gremien sitzen haben.
Die Mineralölsteuer wurde so halbherzig erhöht, dass es für ausländische Brummis weiterhin kostengünstig ist, bei der Durchfahrt einen Tankstopp einzulegen. Die (mit der Erhöhung gestiegenen) Einnahmen aus der Möst haben keine wie auch immer geartete Zweckbindung, schon gar nicht eine, die mit dem Treibhausgas-Komplex im Zusammenhang steht. Bei der Nova ist es genauso.
Die lobenswerten Wohnbau-Initiativen einzelner Länder ließen sich bis dato deshalb nicht quer über Österreich legen, weil Bauvorschriften bekanntlich Landessache sind. An einem Finanzausgleich, der Wohnbauförderung mit Klimakriterien verquickt, wird gearbeitet.
Das Einzige, das sich in dem Jahr drastisch erhöht hat, ist das Problembewusstsein. Ausgehend von der Tatsache, dass Erdöl und -gas täglich mehr kosten, ausgehend von einem breiteren Wissen darüber, dass Österreich vor mittlerweile elf Jahren mit der Unterzeichnung des Kioto-Protokolls internationale Verpflichtungen eingegangen ist und "Strafzahlungen" in Form von zusätzlichem Zertifikatezukauf drohen, wurde in diesem Jahr klar, dass weitere Vogel-Strauß-Politik nicht möglich ist. Das käme teuer. Dieses Problembewusstsein ist viel wert, weshalb man sich vom Klimagipfel heute, Donnerstag, mehr erwarten darf.
Die Ankündigung von Umweltminister Josef Pröll (ÖVP), relativ schnell ein Klimaschutzgesetz im Verfassungsrang zu implementieren, ist da sicherlich der richtige Vorschlag. Klimapolitik ist eine Querschnittsmaterie, die sich durch alle Ressorts zieht, die jegliche politische Einheit - Bund, Länder, Städte, Dörfer - betrifft.
Legt man nicht über alle möglichen Klimaschutz-"Stakeholder" eine verfassungsrechtlich abgesicherte Klammer, droht die sowieso wenig konsistente heimische Klimapolitik an Partikularinteressen zu scheitern. Denn was in diesem vergangenen Jahr sicherlich nicht gemacht wurde, ist, sich zu überlegen, wohin das kleine Österreich mit einer Klimapolitik - die ja massiv in Energiesysteme eingreift - hinwill oder -kann. Diese Grundsatzentscheidungen stehen weiterhin aus, was sich vor allem in der Ziellosigkeit der Förderungen des Klima- und Energiefonds manifestiert.
Noch immer stehen Österreich mehrere Wege offen, allerdings wird dieser Möglichkeitsradius mit fortschreitender Zeit immer kleiner. Will Österreich mit seiner Klimapolitik möglichst günstig Treibhausgase einsparen und ansonsten zuwarten?
Dies würde bedeuten, dass man sich auf möglichst günstigen Zertifikatezukauf konzentriert. Das müsste man aber jetzt tun, denn die verschiedenen Zertifikate werden sicher nicht billiger.
Will Österreich Technologieführerschaft in ein paar Bereichen wie Fotovoltaik oder Windkraft-Zulieferungen spezialisieren? Dann müsste künftig Forschung und Entwicklung in einigen definierten Feldern finanziell unterstützt werden.
Mischformen, die alles und jedes wollen und bei denen mit begrenzten Mitteln alles und jedes unterstützt wird (bis hin zu ein paar Holzschnitzelheizungen), sind der denkbar schlechteste Weg. Auszurechnen, wo der höchste Hebel für Österreichs Klimapolitik liegt, ist hoch an der Zeit.
(Johanna Ruzicka/DER STANDARD, Printausgabe, 17.4.2008)
Der fast genau vor einem Jahr mit viel Pomp und noch mehr Erwartungen abgehaltene erste Klimagipfel hat, wenn man es genau betrachtet, nicht viel gebracht: Ja, wir haben einen Klima- und Energiefonds installiert. Ja, wir haben die Mineralölsteuer angehoben. Ja, wir haben die verbrauchsabhängige Zulassungssteuer für Autos (Nova) erhöht. Und dann haben wir in einigen wenigen Bundesländern teilweise schon früher die Wohnbauförderung auf energiesparendes Bauen abgestellt.
Ist dies für sich genommen schon nicht besonders viel, relativiert sich bei näherer Betrachtung fast jede einzelne Maßnahme. Der Klimafonds, von ambitionierten Leuten ambitioniert geführt, verkommt zu einem Selbstbedienungsladen der Ministerien, die ihre Vertreter in den Gremien sitzen haben.
Die Mineralölsteuer wurde so halbherzig erhöht, dass es für ausländische Brummis weiterhin kostengünstig ist, bei der Durchfahrt einen Tankstopp einzulegen. Die (mit der Erhöhung gestiegenen) Einnahmen aus der Möst haben keine wie auch immer geartete Zweckbindung, schon gar nicht eine, die mit dem Treibhausgas-Komplex im Zusammenhang steht. Bei der Nova ist es genauso.
Die lobenswerten Wohnbau-Initiativen einzelner Länder ließen sich bis dato deshalb nicht quer über Österreich legen, weil Bauvorschriften bekanntlich Landessache sind. An einem Finanzausgleich, der Wohnbauförderung mit Klimakriterien verquickt, wird gearbeitet.
Das Einzige, das sich in dem Jahr drastisch erhöht hat, ist das Problembewusstsein. Ausgehend von der Tatsache, dass Erdöl und -gas täglich mehr kosten, ausgehend von einem breiteren Wissen darüber, dass Österreich vor mittlerweile elf Jahren mit der Unterzeichnung des Kioto-Protokolls internationale Verpflichtungen eingegangen ist und "Strafzahlungen" in Form von zusätzlichem Zertifikatezukauf drohen, wurde in diesem Jahr klar, dass weitere Vogel-Strauß-Politik nicht möglich ist. Das käme teuer. Dieses Problembewusstsein ist viel wert, weshalb man sich vom Klimagipfel heute, Donnerstag, mehr erwarten darf.
Die Ankündigung von Umweltminister Josef Pröll (ÖVP), relativ schnell ein Klimaschutzgesetz im Verfassungsrang zu implementieren, ist da sicherlich der richtige Vorschlag. Klimapolitik ist eine Querschnittsmaterie, die sich durch alle Ressorts zieht, die jegliche politische Einheit - Bund, Länder, Städte, Dörfer - betrifft.
Legt man nicht über alle möglichen Klimaschutz-"Stakeholder" eine verfassungsrechtlich abgesicherte Klammer, droht die sowieso wenig konsistente heimische Klimapolitik an Partikularinteressen zu scheitern. Denn was in diesem vergangenen Jahr sicherlich nicht gemacht wurde, ist, sich zu überlegen, wohin das kleine Österreich mit einer Klimapolitik - die ja massiv in Energiesysteme eingreift - hinwill oder -kann. Diese Grundsatzentscheidungen stehen weiterhin aus, was sich vor allem in der Ziellosigkeit der Förderungen des Klima- und Energiefonds manifestiert.
Noch immer stehen Österreich mehrere Wege offen, allerdings wird dieser Möglichkeitsradius mit fortschreitender Zeit immer kleiner. Will Österreich mit seiner Klimapolitik möglichst günstig Treibhausgase einsparen und ansonsten zuwarten?
Dies würde bedeuten, dass man sich auf möglichst günstigen Zertifikatezukauf konzentriert. Das müsste man aber jetzt tun, denn die verschiedenen Zertifikate werden sicher nicht billiger.
Will Österreich Technologieführerschaft in ein paar Bereichen wie Fotovoltaik oder Windkraft-Zulieferungen spezialisieren? Dann müsste künftig Forschung und Entwicklung in einigen definierten Feldern finanziell unterstützt werden.
Mischformen, die alles und jedes wollen und bei denen mit begrenzten Mitteln alles und jedes unterstützt wird (bis hin zu ein paar Holzschnitzelheizungen), sind der denkbar schlechteste Weg. Auszurechnen, wo der höchste Hebel für Österreichs Klimapolitik liegt, ist hoch an der Zeit.
(Johanna Ruzicka/DER STANDARD, Printausgabe, 17.4.2008)
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Klimagipfel
Montag, 14. April 2008
"Wir nähern uns schneller dem Ende, als wir glaubten"
Hermann Scheer, Vorsitzender des World Council for Renewable Energy, rechnet im STANDARD-Interview mit einer Verbilligung erneuerbarer Energieträger
STANDARD: Sie plädieren für eine noch stärkere Forcierung alternativer Energien. Kommt das nicht teuer?
Scheer: Im Gegenteil. Denn die Ausgangslage ist ja folgende: Die Erschöpfung der fossilen Energiequellen tritt schneller ein als befürchtet. In den vergangenen fünfzehn Jahren ist der Weltenergieverbrauch so stark gestiegen wie nie zuvor, nämlich um 50 Prozent. Wir nähern uns schneller dem Ende des fossilen Energiesystems, als wir glaubten. Und daraus folgt wiederum, dass herkömmliche Energieträger nur teurer und erneuerbare nur billiger werden können.
STANDARD: Auch Kohle? Die wird es noch mehr als hundert Jahre geben.
Scheer: Auch Kohle. Das ist unausweichlich und kündigt sich auch schon an. Wer nur mit leichten Preissteigerungen kalkuliert, wird sich irren. Vor allem, weil die entsprechenden Kraftwerksanlagen ja für 30, 40 Jahre konzeptioniert sind. Alle neuen großen Investments in fossile Energieträger drohen zu "stranded costs" zu werden. Daraus folgt, dass der Umbau des derzeitigen Energiesystems jetzt begonnen werden muss, selbst wenn man den Klimaaspekt, also die Tatsache, dass fossile Energienutzung die Erdatmosphäre erwärmt, außen vor lässt.
STANDARD: Gerade wegen des Klimawandels wird Atomkraft forciert.
Scheer: Ja, weil bei der Atomstromproduktion keine Treibhausgase anfallen. Aber wenn man alle Prozesse einbezieht - Uranschürfung, Transport, Aufbereitung, Bau des Kraftwerks -, sieht das natürlich ganz anders aus. Wenn sich die Hoffnungen des nachfossilen Zeitalters auf Atomkraft stützen, ist dies ein schrecklicher Irrtum. Ganz ähnlich übrigens, wie CO2-Sequestrierung keine Probleme löst. Diese Endlagerung von Treibhausgasen (in der Erde; Anm.) ist ein Luftschloss, obwohl mittlerweile viele darauf schwören. Erstens braucht man 25 bis 30 Prozent mehr Energie; das dürfte jegliche Energieeffizienzbemühungen über Bord werfen. Und zweitens: Wenn das Zeug einmal vergraben ist, darf es auch nicht mehr heraus, nie mehr. Das heißt, hier wird eine Problemlösung forciert, die eine ähnliche Situation heraufbeschwört wie bei der Endlagerung von Atommüll.
STANDARD: Trotzdem scheint es, dass wir für einen Umbau der Energiesysteme mehr Zeit brauchen, weil sonst die Gefahr besteht, dass falsche Grundsatzentscheidungen getroffen werden, wie eventuell jetzt, beim Agrarsprit. Sehen Sie das anders?
Scheer: Diese These ist nicht haltbar. Erstens ist das natürliche Potenzial der Erneuerbaren - im wesentlichen die Sonne mit ihren Nebenprodukten Wind, Wasser, Biomasse, Wellen - pro Tag 15.000-mal höher als das, was die Welt tatsächlich verbraucht. Die Technologien, um diese Energie zu ernten, sind teilweise gut ausgereift; teilweise müssen wir sie entwickeln. Das Potenzial der Erneuerbaren ist heute so hoch wie in dreißig oder dreihundert Jahren.
STANDARD: Aufgrund der Vielfalt der erneuerbaren Energieträger benötigen diese dezentrale Strukturen, etwa bei der Verteilung. Das ist natürlich grundsätzlich eine Chance, aber in der Realität lassen sich die verschiedenen Ansätze mit Erneuerbaren nicht in bestehende Energiesysteme einbauen.
Scheer: Indem sich die Energieunternehmen auf die Bereitstellung herkömmlicher Energieträger fixiert haben und die Weiterführung dieser Systeme nicht mehr im gesellschaftlichen Interesse liegt, führen die Konzerne ein Rückzugsgefecht. Ohne es zuzugeben, natürlich. Denn sie verwalten die falschen Energieträger. Politiok und Gesellschaft gehen von einem Irrtum aus, der elementar ist: zu denken, dass die heutigen Träger der Energiewirtschaft die geeigneten Repräsentanten dafür sind, den Wechsel herbeizuführen. Die Energiekonzerne sind am allerwenigsten dafür geeignet. Nicht weil sie eine Verschwörung untereinander haben - das gibt es auch -, aber weil sie selbst eines gemeinsam befürchten: den Einbruch ihrer Strukturen. Und deshalb tun sie alles, um nachhaltige, dezentrale Energiesysteme zu hintertreiben.
STANDARD: Aber die Konzerne haben doch einen jahrzehntelangen Umgang mit Wasserkraft? Wasser ist auch ein erneuerbarer Energieträger.
Scheer: Großwasserkraftwerke lassen sich in die zentralisierte Struktur der Energieversorgung integrieren. Bei allen anderen Energiealternativen ist das nicht so. Bei diesen ersetzen viele Anlagen zusammen wenige große. Daraus ergibt sich: Wenn die Energiewirtschaft heute meint, die Erneuerbaren rechnen sich nicht, meint sie: Es rechnet sich nicht für sie selbst. Aber die Frage muss sein: Rechnet es sich volkswirtschaftlich, sozial und ökologisch? Wir haben kein Investorenproblem. Wir haben ein Problem der politischen Rahmenbedingungen.
(Johanna Ruzicka,DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.4.2008)
Zur Person: Hermann Scheer (63) ist seit 1980 SPD-Abgeordneter. Er hat das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz entwickelt, das mittlerweile von 40 Ländern zum Vorbild genommen wurde. Der Wirtschaftswissenschafter, Jurist und Politologe ist Träger des Alternativen Nobelpreises und schrieb mehrere Bücher über Ökoenergien.
STANDARD: Sie plädieren für eine noch stärkere Forcierung alternativer Energien. Kommt das nicht teuer?
Scheer: Im Gegenteil. Denn die Ausgangslage ist ja folgende: Die Erschöpfung der fossilen Energiequellen tritt schneller ein als befürchtet. In den vergangenen fünfzehn Jahren ist der Weltenergieverbrauch so stark gestiegen wie nie zuvor, nämlich um 50 Prozent. Wir nähern uns schneller dem Ende des fossilen Energiesystems, als wir glaubten. Und daraus folgt wiederum, dass herkömmliche Energieträger nur teurer und erneuerbare nur billiger werden können.
STANDARD: Auch Kohle? Die wird es noch mehr als hundert Jahre geben.
Scheer: Auch Kohle. Das ist unausweichlich und kündigt sich auch schon an. Wer nur mit leichten Preissteigerungen kalkuliert, wird sich irren. Vor allem, weil die entsprechenden Kraftwerksanlagen ja für 30, 40 Jahre konzeptioniert sind. Alle neuen großen Investments in fossile Energieträger drohen zu "stranded costs" zu werden. Daraus folgt, dass der Umbau des derzeitigen Energiesystems jetzt begonnen werden muss, selbst wenn man den Klimaaspekt, also die Tatsache, dass fossile Energienutzung die Erdatmosphäre erwärmt, außen vor lässt.
STANDARD: Gerade wegen des Klimawandels wird Atomkraft forciert.
Scheer: Ja, weil bei der Atomstromproduktion keine Treibhausgase anfallen. Aber wenn man alle Prozesse einbezieht - Uranschürfung, Transport, Aufbereitung, Bau des Kraftwerks -, sieht das natürlich ganz anders aus. Wenn sich die Hoffnungen des nachfossilen Zeitalters auf Atomkraft stützen, ist dies ein schrecklicher Irrtum. Ganz ähnlich übrigens, wie CO2-Sequestrierung keine Probleme löst. Diese Endlagerung von Treibhausgasen (in der Erde; Anm.) ist ein Luftschloss, obwohl mittlerweile viele darauf schwören. Erstens braucht man 25 bis 30 Prozent mehr Energie; das dürfte jegliche Energieeffizienzbemühungen über Bord werfen. Und zweitens: Wenn das Zeug einmal vergraben ist, darf es auch nicht mehr heraus, nie mehr. Das heißt, hier wird eine Problemlösung forciert, die eine ähnliche Situation heraufbeschwört wie bei der Endlagerung von Atommüll.
STANDARD: Trotzdem scheint es, dass wir für einen Umbau der Energiesysteme mehr Zeit brauchen, weil sonst die Gefahr besteht, dass falsche Grundsatzentscheidungen getroffen werden, wie eventuell jetzt, beim Agrarsprit. Sehen Sie das anders?
Scheer: Diese These ist nicht haltbar. Erstens ist das natürliche Potenzial der Erneuerbaren - im wesentlichen die Sonne mit ihren Nebenprodukten Wind, Wasser, Biomasse, Wellen - pro Tag 15.000-mal höher als das, was die Welt tatsächlich verbraucht. Die Technologien, um diese Energie zu ernten, sind teilweise gut ausgereift; teilweise müssen wir sie entwickeln. Das Potenzial der Erneuerbaren ist heute so hoch wie in dreißig oder dreihundert Jahren.
STANDARD: Aufgrund der Vielfalt der erneuerbaren Energieträger benötigen diese dezentrale Strukturen, etwa bei der Verteilung. Das ist natürlich grundsätzlich eine Chance, aber in der Realität lassen sich die verschiedenen Ansätze mit Erneuerbaren nicht in bestehende Energiesysteme einbauen.
Scheer: Indem sich die Energieunternehmen auf die Bereitstellung herkömmlicher Energieträger fixiert haben und die Weiterführung dieser Systeme nicht mehr im gesellschaftlichen Interesse liegt, führen die Konzerne ein Rückzugsgefecht. Ohne es zuzugeben, natürlich. Denn sie verwalten die falschen Energieträger. Politiok und Gesellschaft gehen von einem Irrtum aus, der elementar ist: zu denken, dass die heutigen Träger der Energiewirtschaft die geeigneten Repräsentanten dafür sind, den Wechsel herbeizuführen. Die Energiekonzerne sind am allerwenigsten dafür geeignet. Nicht weil sie eine Verschwörung untereinander haben - das gibt es auch -, aber weil sie selbst eines gemeinsam befürchten: den Einbruch ihrer Strukturen. Und deshalb tun sie alles, um nachhaltige, dezentrale Energiesysteme zu hintertreiben.
STANDARD: Aber die Konzerne haben doch einen jahrzehntelangen Umgang mit Wasserkraft? Wasser ist auch ein erneuerbarer Energieträger.
Scheer: Großwasserkraftwerke lassen sich in die zentralisierte Struktur der Energieversorgung integrieren. Bei allen anderen Energiealternativen ist das nicht so. Bei diesen ersetzen viele Anlagen zusammen wenige große. Daraus ergibt sich: Wenn die Energiewirtschaft heute meint, die Erneuerbaren rechnen sich nicht, meint sie: Es rechnet sich nicht für sie selbst. Aber die Frage muss sein: Rechnet es sich volkswirtschaftlich, sozial und ökologisch? Wir haben kein Investorenproblem. Wir haben ein Problem der politischen Rahmenbedingungen.
(Johanna Ruzicka,DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.4.2008)
Zur Person: Hermann Scheer (63) ist seit 1980 SPD-Abgeordneter. Er hat das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz entwickelt, das mittlerweile von 40 Ländern zum Vorbild genommen wurde. Der Wirtschaftswissenschafter, Jurist und Politologe ist Träger des Alternativen Nobelpreises und schrieb mehrere Bücher über Ökoenergien.
Schlagworte:
Hermann Scheer,
World Council for Renewable Energy
Sonntag, 13. April 2008
„Menschliche Wärme“ als alternative Energiequelle
Die staatliche schwedische Immobilienverwaltung Jernhuset möchte die Körperwärme der etwa 250.000 Menschen, die täglich den Stockholmer Hauptbahnhof benutzen, als alternative Energiequelle verwenden. "Alle diese Menschen produzieren Wärme“, erklärte Projektleiter Karl Sundholm in der schwedischen Onlinezeitschrift „The Local“. "Statt die Fenster zu öffnen und all die Hitze sinnlos verpuffen zu lassen, wollen wir sie über das Belüftungssystem nutzbar machen."
Also anstatt die Wärme nach draußen abzuleiten, soll sie dazu benutzt werden Wasser zu wärmen, das dann durch Rohre zu einem in Bahnhofsnähe gelegenen geplanten Bürogebäude geführt wird und dort die Heizkosten um 20 Prozent verringern helfen soll.
Das Prinzip klingt einfach: In die Lüftung integrierte Wärmetauscher erzeugen mithilfe der menschlichen Abwärme heißes Wasser. Dieses gelangt anschließend über Pumpen und ein unterirdisches Rohrleitungssystem zum neuen Bürogebäude, wo es in das dortige Heizungssystem eingespeist wird.
Der Bau der zusätzlichen Pumpen und Rohrleitungen soll nur um die 21.200 Euro kosten.Ob das Projekt tatsächlich funktioniert wird sich bald, nämlich im Jahr 2010 zeigen, denn dann soll der neue Gebäudekomplex, inklusive dem Konzept der menschlichen Abwärmenutzung, in Betrieb gehen.
Also anstatt die Wärme nach draußen abzuleiten, soll sie dazu benutzt werden Wasser zu wärmen, das dann durch Rohre zu einem in Bahnhofsnähe gelegenen geplanten Bürogebäude geführt wird und dort die Heizkosten um 20 Prozent verringern helfen soll.
Das Prinzip klingt einfach: In die Lüftung integrierte Wärmetauscher erzeugen mithilfe der menschlichen Abwärme heißes Wasser. Dieses gelangt anschließend über Pumpen und ein unterirdisches Rohrleitungssystem zum neuen Bürogebäude, wo es in das dortige Heizungssystem eingespeist wird.
Der Bau der zusätzlichen Pumpen und Rohrleitungen soll nur um die 21.200 Euro kosten.Ob das Projekt tatsächlich funktioniert wird sich bald, nämlich im Jahr 2010 zeigen, denn dann soll der neue Gebäudekomplex, inklusive dem Konzept der menschlichen Abwärmenutzung, in Betrieb gehen.
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Jernhuset,
Stockholmer Hauptbahnhof
2014 soll neuer Weltklimabericht vorliegen
Im Jahr 2014 soll der nächste Bericht des Weltklimarates (IPCC) vorliegen. Das kündigte Rajendra Pachauri, der Vorsitzende des Weltklimarates, am Donnerstag in Budapest an. Dieser Bericht wird der fünfte sein, der über den aktuellen Status der Erderwärmung und ihrer weltweiten Auswirkungen Bilanz legen soll.
Im November 2007 hatte der Klimarat im spanischen Valencia seinen 4. Weltklimabericht vorgelegt, der einen Monat später der Klimakonferenz von Bali als Grundlage diente. 187 Länder einigten sich damals auf den Fahrplan zu einem neuen Weltklimaschutzvertrag.
Im November 2007 hatte der Klimarat im spanischen Valencia seinen 4. Weltklimabericht vorgelegt, der einen Monat später der Klimakonferenz von Bali als Grundlage diente. 187 Länder einigten sich damals auf den Fahrplan zu einem neuen Weltklimaschutzvertrag.
Schlagworte:
IPCC,
Rajendra Pachauri,
Weltklimarat
Sonntag, 06. April 2008
Klimagespräche in Bangkok beendet
Die gestern beendete, einwöchige Verhandlungsrunde im thailändischen Bangkok war der Start Richtung ernsthafter Verhandlungen für ein neues weltweites Klimaschutzabkommen als Nachfolge für das 2012 auslaufende Kyoto-Abkommen. Die Delegierten mussten die Klima-Tagung um einen Tag verlängern, um eine Einigung zu erzielen.
Geprägt waren die Gespräche vor allem in den ersten Tagen durch die unterschiedlichen Positionen. Auf der einen Seite die EU, Norwegen, die kleinen Inselstaaten und die Gruppe der besonders verwundbaren ärmsten Entwicklungsländer, die ambitionierte und verbindliche Reduktionsvorgaben verlangten. Auf der anderen Seite plädierten Staaten wie die USA, Japan und Saudi-Arabien für, wie sie es formulierten, „realistische“ Zielvorgaben. Zudem forderte beispielsweise Japan schärfere Maßnahmen von den Schwellenländern als in der Klimakonferenz von Bali 2007 ursprünglich vereinbart war. Bei den Zielwerten für die Eindämmung der Treibhausgase hat die EU bis 2020 eine Reduzierung um 25 bis 40 Prozent vorgeschlagen - gemessen an den Emissionen des Jahres 1990. Japan will hingegen die Werte des Jahres 2005 als Bezugsgröße nehmen.
Mexiko stellte konkrete Vorstellungen für einen multinationalen Klimafonds vor. Dieser solle drei Ziele haben: Er soll erstens Klimaschutzaktivitäten in Entwicklungsländern fördern. Zweitens sollen auch die Bemühungen, sich auf die Konsequenzen des Klimawandels in den am stärksten betroffenen Staaten einzustellen, unterstützt werden. Ebenso soll drittens der Technologietransfer gefördert werden.
China hat angeregt, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, dass die Industriestaaten ihre bisherigen Beiträge auf jährliche 0,5 Prozent ihres jeweiligen Bruttoinlandseinkommens erhöhen sollten und so Entwicklungsländern in ihrem Kampf gegen die Folgen des Klimawandels verstärkt unterstützen.
Trotz der unterschiedlichen Standpunkte einigte man sich schließlich auf einen konkreten Zeitplan für die weiteren Verhandlungsrunden. Bis zum UN-Klimagipfel im Dezember 2008 in Poznan (Polen) gibt es zwei weitere Konferenzen. Das nächste Treffen wird im Juni in Bonn stattfinden.
Link: The United Nations Climate Change Conference in Bali
Geprägt waren die Gespräche vor allem in den ersten Tagen durch die unterschiedlichen Positionen. Auf der einen Seite die EU, Norwegen, die kleinen Inselstaaten und die Gruppe der besonders verwundbaren ärmsten Entwicklungsländer, die ambitionierte und verbindliche Reduktionsvorgaben verlangten. Auf der anderen Seite plädierten Staaten wie die USA, Japan und Saudi-Arabien für, wie sie es formulierten, „realistische“ Zielvorgaben. Zudem forderte beispielsweise Japan schärfere Maßnahmen von den Schwellenländern als in der Klimakonferenz von Bali 2007 ursprünglich vereinbart war. Bei den Zielwerten für die Eindämmung der Treibhausgase hat die EU bis 2020 eine Reduzierung um 25 bis 40 Prozent vorgeschlagen - gemessen an den Emissionen des Jahres 1990. Japan will hingegen die Werte des Jahres 2005 als Bezugsgröße nehmen.
Mexiko stellte konkrete Vorstellungen für einen multinationalen Klimafonds vor. Dieser solle drei Ziele haben: Er soll erstens Klimaschutzaktivitäten in Entwicklungsländern fördern. Zweitens sollen auch die Bemühungen, sich auf die Konsequenzen des Klimawandels in den am stärksten betroffenen Staaten einzustellen, unterstützt werden. Ebenso soll drittens der Technologietransfer gefördert werden.
China hat angeregt, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, dass die Industriestaaten ihre bisherigen Beiträge auf jährliche 0,5 Prozent ihres jeweiligen Bruttoinlandseinkommens erhöhen sollten und so Entwicklungsländern in ihrem Kampf gegen die Folgen des Klimawandels verstärkt unterstützen.
Trotz der unterschiedlichen Standpunkte einigte man sich schließlich auf einen konkreten Zeitplan für die weiteren Verhandlungsrunden. Bis zum UN-Klimagipfel im Dezember 2008 in Poznan (Polen) gibt es zwei weitere Konferenzen. Das nächste Treffen wird im Juni in Bonn stattfinden.
Link: The United Nations Climate Change Conference in Bali
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Samstag, 05. April 2008
Duisburger Algenreaktor macht CO2 zu Biomasse
Wissenschafter unter der Leitung von Prof. Dr. Hilmar Franke an der Uni Duisburg-Essen haben einen „Bioreaktor“ entwickelt, der mit Hilfe von Grünalgen zugeführtes CO2 zu Biomasse verarbeitet. Beim Algenreaktor der deutschen Forscher werden CO2-Emissionen aus Heizungsanlagen zu Sauerstoff und Algen gemacht. Dabei wird auf einem Gebäudedach über einen Lichtsammler Tageslicht eingefangen und per dünnen Lichtleitfasern wird das Licht in den Bioreaktor geleitet. Hier wird die Algensuppe mit den Emissionen einer Industrieanlage begast. Die Algen verwerten dank des Lichts das CO2 und vermehren sich.
Die technische Entwicklung des Algenreaktors ist abgeschlossen. Was zur Zeit noch fehlt, sind interessierte Investoren. „Wir denken da an die Biogastechnologie oder an Betreiber von Klär- oder Heizanlagen“, so Franke und rechnet vor: „Ein 50qm großes Dach würde ausreichen, eine Tonne CO2-Emissionen im Jahr umzusetzen. Ein Hallendach von einem Hektar könnte in Deutschland rund 200 Tonnen Treibhausgas vernichten.“ Laut den Wissenschaftern kann ein Algenreaktor dieser Bauart mit einer Lichtsammelfläche von einem Hektar 200 Mal mehr CO2 speichern als ein Buchen- oder Eichenwald gleicher Fläche. Auch die Ausbeute gegenüber einem Hektar Mais ist bis zu 20 Mal höher. Auf der Hannover Messe im April wird der Prototyp des Reaktors der Öffentlichkeit präsentiert.
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Freitag, 04. April 2008
Bund und Länder feilschen über bessere Öko-Standards
Die Umweltschutzorganisation Global 2000 hat eine Untersuchung über den Status quo der Treibhausgasemissionen beim Gebäudebestand vorgelegt

Quelle: IG Passivhaus; Moidl Solutions
Weil jetzt im April eine neue Verhandlungsrunde zwischen Bund und Länder über die Regelungen zur Wohnbauförderung startet, hat die Umweltschutzorganisation Global 2000 eine Untersuchung über den Status quo der Treibhausgasemissionen beim Gebäudebestand vorgelegt. Der Succus der Untersuchung, die vom technischen Büro Stefan Moidl Solutions durchgeführt wurde: Österreich hinkt bei der Reduzierung der Emissionen, die durch Gebäudewärme verursacht werden, anderen Ländern wie Deutschland (minus 20 Prozent seit 1990) oder Schweden (minus 60 Prozent) stark hinterher. "Die Emissionen im Gebäudebereich sind in Österreich nahezu gleich geblieben", sagt Silva Herrmann, Klimasprecherin von Global 2000. Von den 3,3 Millionen Gebäuden in Österreich zeigt sich der weitaus größte Handlungsbedarf bei den rund 1,5 Millionen Ein- und Mehrfamilienhäusern, die nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1980 errichtet wurden.
Allerdings dürften die Verhandlungen, die im Rahmen einer Sonderbestimmung zum Finanzausgleich ("15a-Verhandlungen") bis Jahresende 2008 abgeschlossen sein müssen, nicht so einfach werden. Der vom Lebensministerium erstellte Entwurf über "gemeinsame Qualitätsstandards für die Förderung der Errichtung und Sanierung von Gebäuden zum Zweck der Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen" greift bei den wesentlichen Vorschlägen in das labile Verhältnis Bund/Länder ein. Etwa, wenn Anreize für eine "verkehrs- und flächenverbrauchsminimierende Bebauung" gefordert wird oder die Gewährung von Förderungen bei Wohnhaussanierungen mit ökologischen Mindeststandards verknüpft werden.
"Der Entwurf hat viel Gutes", urteilt denn auch Herrmann. Allerdings sieht sie den Entwurf zu wenig auf das Problem fokussiert, dass in Österreich bei Nichtwohngebäuden (Büros, Einkaufsflächen, Schulen) die Treibhausgasemissionen besonders stark angestiegen sind. Auch werde zu wenig auf die Gebäude des Bundes eingegangen: "Der Bund muss Vorbildwirkung haben. Außerdem lässt sich beim Bund eine Sanierungsoffensive relativ schnell durchführen." Ausgenommen aus den ökologischen Mindestanforderungen sind in der Regel historische Gebäude und Bauten unter Denkmalschutz.
"Der Entwurf hat viel Gutes", urteilt denn auch Herrmann. Allerdings sieht sie den Entwurf zu wenig auf das Problem fokussiert, dass in Österreich bei Nichtwohngebäuden (Büros, Einkaufsflächen, Schulen) die Treibhausgasemissionen besonders stark angestiegen sind. Auch werde zu wenig auf die Gebäude des Bundes eingegangen: "Der Bund muss Vorbildwirkung haben. Außerdem lässt sich beim Bund eine Sanierungsoffensive relativ schnell durchführen." Ausgenommen aus den ökologischen Mindestanforderungen sind in der Regel historische Gebäude und Bauten unter Denkmalschutz.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.4.2008)

Quelle: IG Passivhaus; Moidl Solutions
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Treibhausgasemissionen
Breite Front gegen höheren Agrarsprit-Anteil
Nachdem Autohersteller nachwiesen, dass zehn Prozent Agrosprit im Tank Probleme verursachen, steht das Beimischungsziel bis 2010 möglicherweise vor dem Aus
Die "Roadmap" für die Beimischung von Ethanol aus agrarischen Rohstoffen wie Weizen, Mais oder Zuckerrübe in herkömmlichen Benzin könnte in der derzeit geplanten Form verworfen werden. Denn der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) hat eine Untersuchung vorgelegt, wonach ab zehn Prozent Agrar-Alkohol bei den gängigen Autos mit Ottomotor Probleme auftreten: Der Motor leide und Einzelteile aus Aluminium und Kunststoffen, die mit dem Benzingemisch in Verbindung stehen, werden porös, so die deutschen Autohersteller. Dies ist Wasser auf die Mühlen der vielen Kritiker von Biosprit, die den vermehrten Anbau von Energiepflanzen als Treiber der Nahrungsmittelpreise sehen. Auch entstünde durch Energiepflanzen der Druck zu mehr Monokulturen in der Landwirtschaft, samt der Entwicklung, dass Urwälder abgeholzt werden, um Flächen für nachwachsende Energieträger frei zu machen, lautet die Kritik. Nun zeige sich auch noch, dass Biosprit vor allem die finanziell schwächeren Autofahrer treffe, wurde die Biosprit-Unverträglichkeit doch vor allem bei älteren Modellen festgestellt – abgesehen von emotional besetzen Fahrzeugen wie Porsches und Oldtimern.
Vor Moratorium
Aufgrund von EU-Vorgaben besteht sowohl in Deutschland als auch in Österreich der Plan, die Beimischungsquote von derzeit 5,75 Prozent Biosprit bis 2010 auf zehn Prozent anzuheben und bis 2020 gar auf 20 Prozent auszuweiten. In Deutschland steht eine offizielle Entscheidung zu einem Biosprit-Moratorium noch aus. In Österreich, so Umweltminister Josef Pröll, werde man bei Problemen die Pläne in der derzeitigen Form sicherlich überdenken. "Grundsätzlich möchten wir an Alternativen zu fossilen Brennstoffen festhalten", erklärt der Sprecher Prölls, Daniel Kapp. Jedoch werde in Österreich darüber nachgedacht, das zehnprozentige Beimischungsziel anders anzupeilen: Man werde nicht auf E10 setzten sondern versuchen, über entsprechend viele E85-Autos den zehnprozentigen Anteil an Biosprit am Gesamtvolumen für Treibstoffe zu erreichen.
Ein breiter Einsatz von E85 würde allerdings einen schnellen Umbau der derzeitigen Treibstoff-Vertriebswege notwendig machen. E85 (85 Prozent Agrosprit, 10 Prozent herkömmlicher Benzin) benötigt extra dafür entwickelte Fahrzeuge, so genannte „Flexy-Fuel-Cars“. Diese haben zwar den Vorteil, dass sie mit "normalem" fossilen Benzin ebenso fahren können wie mit Superethanol, wie E85 in Österreich heißt. Aber die Nachfrage nach solchen Modellen hielt sich bisher in engen Grenzen, und nicht nur aufgrund des höheren Preises. Schließlich mangelt es sowohl am Tankstellennetz wie an einer breiten Modellpalette. Lediglich Ford/Volvo und Saab/GM haben einzelne Modelle im Programm.
Heiße Diskussionen
Um die Unsicherheiten für den Autofahrer noch zu erhöhen, toben nun heiße Diskussionen darüber, wie viele Autos am Markt sind, denen E10 nicht gut tut. War in Deutschland ursprünglich von drei bis fünf Millionen Fahrzeugen die Rede und in Österreich von „mindestens 300.000“, wie Mario Rohracher, Chef des Autofahrerclubs ÖAMTC schätzt, wurde durch die Schätzungen des VDA, die am Donnerstag vorgelegt wurden, kurzfristig Luft aus der E10-Sache genommen. Lediglich 189.000 PKW seien in Deutschland Biosprit-unverträglich – gerade mal zwei Prozent der Fahrzeuge deutscher Hersteller, so der VDA. Insgesamt gibt es in Deutschland 21 Millionen Fahrzeuge deutscher Herkunft. Rohracher hält diese Zahlen für weit unterschätzt. Zumindest für Österreich werde man genaue Zahlen bei den Importeuren einholen, kündigte er an.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 4.3.2008)
Die "Roadmap" für die Beimischung von Ethanol aus agrarischen Rohstoffen wie Weizen, Mais oder Zuckerrübe in herkömmlichen Benzin könnte in der derzeit geplanten Form verworfen werden. Denn der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) hat eine Untersuchung vorgelegt, wonach ab zehn Prozent Agrar-Alkohol bei den gängigen Autos mit Ottomotor Probleme auftreten: Der Motor leide und Einzelteile aus Aluminium und Kunststoffen, die mit dem Benzingemisch in Verbindung stehen, werden porös, so die deutschen Autohersteller. Dies ist Wasser auf die Mühlen der vielen Kritiker von Biosprit, die den vermehrten Anbau von Energiepflanzen als Treiber der Nahrungsmittelpreise sehen. Auch entstünde durch Energiepflanzen der Druck zu mehr Monokulturen in der Landwirtschaft, samt der Entwicklung, dass Urwälder abgeholzt werden, um Flächen für nachwachsende Energieträger frei zu machen, lautet die Kritik. Nun zeige sich auch noch, dass Biosprit vor allem die finanziell schwächeren Autofahrer treffe, wurde die Biosprit-Unverträglichkeit doch vor allem bei älteren Modellen festgestellt – abgesehen von emotional besetzen Fahrzeugen wie Porsches und Oldtimern.
Vor Moratorium
Aufgrund von EU-Vorgaben besteht sowohl in Deutschland als auch in Österreich der Plan, die Beimischungsquote von derzeit 5,75 Prozent Biosprit bis 2010 auf zehn Prozent anzuheben und bis 2020 gar auf 20 Prozent auszuweiten. In Deutschland steht eine offizielle Entscheidung zu einem Biosprit-Moratorium noch aus. In Österreich, so Umweltminister Josef Pröll, werde man bei Problemen die Pläne in der derzeitigen Form sicherlich überdenken. "Grundsätzlich möchten wir an Alternativen zu fossilen Brennstoffen festhalten", erklärt der Sprecher Prölls, Daniel Kapp. Jedoch werde in Österreich darüber nachgedacht, das zehnprozentige Beimischungsziel anders anzupeilen: Man werde nicht auf E10 setzten sondern versuchen, über entsprechend viele E85-Autos den zehnprozentigen Anteil an Biosprit am Gesamtvolumen für Treibstoffe zu erreichen.
Ein breiter Einsatz von E85 würde allerdings einen schnellen Umbau der derzeitigen Treibstoff-Vertriebswege notwendig machen. E85 (85 Prozent Agrosprit, 10 Prozent herkömmlicher Benzin) benötigt extra dafür entwickelte Fahrzeuge, so genannte „Flexy-Fuel-Cars“. Diese haben zwar den Vorteil, dass sie mit "normalem" fossilen Benzin ebenso fahren können wie mit Superethanol, wie E85 in Österreich heißt. Aber die Nachfrage nach solchen Modellen hielt sich bisher in engen Grenzen, und nicht nur aufgrund des höheren Preises. Schließlich mangelt es sowohl am Tankstellennetz wie an einer breiten Modellpalette. Lediglich Ford/Volvo und Saab/GM haben einzelne Modelle im Programm.
Heiße Diskussionen
Um die Unsicherheiten für den Autofahrer noch zu erhöhen, toben nun heiße Diskussionen darüber, wie viele Autos am Markt sind, denen E10 nicht gut tut. War in Deutschland ursprünglich von drei bis fünf Millionen Fahrzeugen die Rede und in Österreich von „mindestens 300.000“, wie Mario Rohracher, Chef des Autofahrerclubs ÖAMTC schätzt, wurde durch die Schätzungen des VDA, die am Donnerstag vorgelegt wurden, kurzfristig Luft aus der E10-Sache genommen. Lediglich 189.000 PKW seien in Deutschland Biosprit-unverträglich – gerade mal zwei Prozent der Fahrzeuge deutscher Hersteller, so der VDA. Insgesamt gibt es in Deutschland 21 Millionen Fahrzeuge deutscher Herkunft. Rohracher hält diese Zahlen für weit unterschätzt. Zumindest für Österreich werde man genaue Zahlen bei den Importeuren einholen, kündigte er an.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 4.3.2008)
Mittwoch, 02. April 2008
China: Entwickelte Länder müssen Hauptanteil beim Klimaschutz tragen
Auf die Bestrebungen vor allem der USA, dass auch China und Indien sich zu drastischen Kürzungen ihrer Treibhausgasemissionen verpflichten sollen, erwiderte heute der Sonderbeauftragte des chinesischen Außenministeriums für Klimaangelegenheiten Yu Qingtai bei der UN-Klimakonferenz in der thailändischen Hauptstadt Bangkok , dass es nicht korrekt sei von China und anderen Entwicklungsländern zu verlangen, dass sie im gleichen Maße zur Verringerung der Schadstoffemissionen beitragen müssten wie die entwickelten Staaten. Laut Yu Qingtai ist der Klimawandel in den vergangenen 200 Jahren durch die CO2-Emissionen ausgelöst worden, die von den entwickelten Ländern im Zuge ihrer Industrialisierung ausgestoßen worden sind. Daher sei es nur logisch, dass diese Länder auch den Hauptanteil bei der Reduktion des Treibhausgasausstst0ßes zu leisten haben.Vier Faktoren sollen im Kampf gegen den globalen Klimawandel gleichwertig berücksichtigt werden. Diese seien die Anpassung, die Verlangsamung, die Technologie und die Finanzhilfen.
Yu Qigtal erklärte, bis jetzt habe man hauptsächlich die Verlangsamung der Emissionen im Auge gehabt. Die Aspekte der Anpassung an die aktuellen klimatischen Verhältnisse habe man aber bislang vernachlässigt. Auch der notwendige Technologietransfer zwischen den entwickelten Ländern und den Entwicklungsländern entwickle sich zu langsam, ebenso wie die finanzielle Hilfe für die Entwicklungsländer.
Links: CRI, UNFCC
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