Donnerstag, 30. Oktober 2008

Telekom Austria Klimadialog 2008

Die Telekom Austria TA AG lädt am Montag, den 24. November 2008, zum „Telekom Austria Klimadialog 2008“ in die Orangerie des Schlosses Schönbrunn in Wien.
Als kompetente Sprecher treten unter anderem auf:
Anmeldung bis spätestens 17. November unter www.telekom.at/klimadialog.

Die Veranstaltung im Detail:

  • 17:30 - Get Together - bei Maroni und Punsch
  • 18:00 - Einführung
    Mag. Gernot Schieszler und Mag. Brigitte Schüßler, Telekom Austria TA AG
  • "Verantwortung in der Welt von heute"
    Ausschnitte aus der Rede von Kofi Annan beim "mobile.futuretalk 08" - per Video
  • Sind wir verantwortlich für ein gutes Klima?
    Neue Entwicklungen seit dem letzten UN-Klimabericht, Prof. Stefan Rahmstorf, Klimatologe, Potsdam-Institut für Klimaforschung
  • Innovation statt Zukunftspessimismus
    Energieeffizienz und Klimaschutz durch Innovation
    Mattias Horx, Trend- und Zukunftsforscher, Zukunftsinstitut Horx GmbH, Dr. Eveline Steinberger, Geschäftsführerin Klima- und Energiefonds
  • Neue Technologien für höhere Energieeffizienz
    Bewusster Umgang mit Energie und IKT-Lösungen
    Mag. Brigitte Schüßler, Telekom Austria TA AG
  • Die Zukunft des Klimas in Österreich und in einer globalisierten Welt
    Einschätzung der Entwicklungen, Zusammenfassung und Ausblick
    DI Silva Herrmann, Klimasprecherin Global 2000, Dr. Franz Kössler, Sendungsverantwortlicher für das "Weltjournal" - das ORF Auslandsmagazin
  • Durch das Programm führt Mag. Claudia Reiterer, ORF
  • 19:45 Buffet

Freitag, 24. Oktober 2008

Zement will etwas öko werden

Vor einem Kahlschlag in der Industrie im Allgemeinen und der Zementindustrie im Besonderen warnen Industrievertreter, sollte das geplante EU-Emissionshandelssystem für das Treibhausgas CO2 wie geplant umgesetzt werden. Dieses sieht vor, dass ab 2013 immer umfassendere Regeln eingezogen werden - sodass es ab 2020 keine Gratiszuteilung mehr gibt.

Da die Zementindustrie hoch energieintensiv ist, würde dies nach Rudolf Zrost vom Zementwerk Leube bedeuten, dass nur mehr ein Bruchteil in Europa produziert wird und der große Rest von Billiganbietern in Libyen und Ägypten hergestellt würden. Diese Länder unterliegen keinen Klima-Vorgaben und stellen Zement mit wesentlich mehr CO2-Anfall her als die europäische Konkurrenz: "Das nutzt dem Klima gar nichts", sagt Zrost.

Thomas Spannagl von Lafarge Perlmooser, der für die Branche Ausnahmeregeln und/oder Schutz vor Importen urgiert, verweist auf Vorleistungen, die die heimischen Zementmischer (acht Unternehmen mit 1250 Mitarbeiter) derzeit initiieren. Geforscht wird an einem CO2-sparenden Zement der trotzdem schnell trocken wird und eine gleich hohe Beständigkeit hat. Insgesamt setzten die Firmen im Vorjahr 426 Mio. Euro um.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.10.2008)

Dienstag, 21. Oktober 2008

Gentechnik, Klimaschutz vor Weggabelung

Unter der EU-Präsidentschaft Frankreichs wird nun eine Grundsatzdebatte darüber abgehalten, wie in Europa mit der "grünen Gentechnik" umgegangen werden soll

Zwei Grundsatzdebatten widmet sich der EU-Umweltrat, der Montag und Dienstag in Luxemburg abgehalten wird: Erstens, wie in Zeiten wegbröckelnder Finanzmärkte der Klimaschutz finanziert werden soll. Und zweitens, wie mit der "grünen Gentechnik", der Gentechnik in Landwirtschaft und bei Lebensmitteln, umgegangen werden soll.
"Die langfristige Problematik des Klimawandels wiegt ebenso schwer und nachhaltig wie die gegenwärtige Krise auf den Finanzmärkten. Diese darf nicht zum Anlass genommen werden, Kernelemente des Klimapakets aufzuweichen", sagte Umweltminister Josef Pröll - der aufgrund des in Wien geschnürten Banken-Finanzpakets nicht in Luxemburg mitdiskutiert.
Zu streiten gibt es bei dem Klimapaket, das eigentlich Ende des Jahres stehen sollte, um so der betroffenen Industrie Investitionssicherheit zu geben, genug. Die Lastenaufteilung, also wie viel die einzelnen Mitgliedstaaten an der Zielerreichung (EU-weit 20 Prozent weniger Treibhausgase bis 2020) tragen sollen, ist noch immer unklar. Auch stehen Ausnahmen und Gratiszuteilungen bei den energieintensiven Industrien noch immer nicht fest.
Die Umweltorganisation WWF präsentierte am Montag in Luxemburg eine Studie zum Klimawandel in Europa. Dieser werde heftiger ausfallen als bisher befürchtet und damit auch höhere Kosten verursachen. Der WWF fordert deshalb bis 2020 eine Senkung der CO2-Emissionen in der EU um mindestens 30 Prozent unter die Werte von 1990.

Mehr Gentechnik-Kontrollen
Was den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft und damit bei Lebensmitteln betrifft, besteht innerhalb der EU Konsens darüber, dass die Untersuchungen dazu rigoroser ausfallen müssen. Der EU-Lebensmittelbehörde Efsa wurde bisher immer vorgeworfen, nur ein verlängerter Arm der Gentechnik-Industrie zu sein. Neuentwicklungen, etwa eine neue, gentechnisch veränderte Kartoffel oder eine Maissorte, wurden in der Regel erlaubt. Dies hänge damit zusammen, dass die Efsa sich bei ihrer Arbeit lediglich auf die Daten und Angaben der Industrie verlassen müsse, erklärt Pröll-Sprecher Gerhard Popp.
Da aber ein Ausbau der Efsa, die im Range einer EU-Agentur mit eigenem Budget in Padua, Italien, arbeitet, den Finanzrahmen sprengen würde, wird nun daran gearbeitet, die nationalen Lebensmittelagenturen (in Österreich: die Ages) mehr einzubinden. Dies sei bei anderen Lebensmitteluntersuchungen und -skandalen bereits der Fall, nicht jedoch im Gentechnik-Bereich. Dies wäre auch im Interesse von Greenpeace. Die Umweltorganisation fordert, mehr Grundlagenuntersuchungen zu machen.
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.10.2008)

Dienstag, 07. Oktober 2008

Massive Treibhausgas-Emissionen durch Klimaerwärmung in Nordsibirien

Zu einer weitaus höhere Freisetzung an Treibhausgasen als bisher angenommen soll auf Grund der Klimaerwärmung in Nordsibirien kommen. Zu diesem Ergebnis kommen die Forschungsarbeiten eines internationalen Wissenschafterteams, das die sibirische Waldtundra als Quelle für Kohlenstoff- und Methangasemissionen untersucht hat.

Noch in diesem Jahrhundert erwarten die Experten einen Temperaturanstieg in Sibirien von bis zu sieben Grad Celsius. Dadurch wird es zu einem verstärkten Auftauen der Dauerfrostböden kommen. Bislang tauen diese Böden nur im Sommer für eine kurze Zeit und nur für wenige Zentimeter Tiefe an der Oberfläche auf. Der darunter permanent gefrorene Boden verhindert, dass Wasser während der sommerlichen Tauperiode versickert. Diese klimatische Situation hat die Bildung von Mooren begünstigt, die einen sehr hohen Humusgehalt haben. Kommt es nun auf Grund der Klimaerwärmung zu einem verstärkten Auftauen des Bodens führe dies zu einer Freisetzung der über Jahrtausende gefrorenen und gespeicherten organischen Substanzen der Moore.
Das Forscherteam hat am Unterlauf des Jenissej in der Gegend des nördlichen Polarkreises die Auswirkungen dieser Erwärmung auf die Emissionen der Treibhausgase untersucht. Zur Datenerhebung wurden direkte Messungen im Untersuchungsgebiet durchgeführt als auch Satellitenbilder herangezogen. Zum einen konnten damit die unterirdischen Kohlenstoff-Vorräte erfasst werden und zum anderen die Methangasflüsse im untersuchten Gebiet abgebildet werden. Laut Professor Flessa von der Universität Göttingen, der die Leitung des Projektes innehatte, zeigten die Ergebnisse, dass die Böden große Mengen an Kohlenstoff verlieren, was auch durch das gesteigerte Pflanzenwachstum nicht ausgeglichen werden kann. Weiters haben die Forschungen ergeben, dass sich in den Hochmooren Thermokarst-Seen bilden, die zur Freisetzung von Methangas führen. Insgesamt haben die Untersuchungen gezeigt, dass die Konsequenzen der Klimaerwärmung für das nördliche Sibirien weitaus dramatischer ausfallen als bisher angenommen, resümiert Flessa.

Originalveröffentlichung der Studie: Heiner Flessa et al., Landscape controls of CH4 fluxes in a catchment of the forest tundra ecotone in northern Siberia, in: Global Change Biology 2008, 14: 2040-2056

Mittwoch, 01. Oktober 2008

Autohersteller halten Einsatz von Biodiesel für problematisch

Pläne für den Einsatz von B7 in Deutschland ab 2009, Österreich würde folgen - Autohersteller warnen vor Schäden an PKW

Ein ähnliche Diskussion, wie sie um Bioethanol und seine Verträglichkeit bei "normalen" Autos stattfindet, wird derzeit um Biodiesel geführt. Deutsche Autohersteller warnen, dass der Einsatz von B7 (93 Prozent normaler Diesel, sieben Prozent Biodiesel) etwa die Gummidichtungen von Personenkraftwagen schädigen könnten.
In Deutschland gibt es den Plan, B7 ab Anfang 2009 einzusetzen. In Österreich würde man in diesem Fall nachziehen, sagt Reinhard Thayr, Geschäftsführer der Arge Biokraftstoffe. Allerdings kritisiert er, dass Abstimmungen auf Normen-Ebene vernachlässigt worden seien. "So etwas darf nicht nur aufgrund von politischen Entscheidungen eingeführt werden", sagt er. "Vor allem muss man da mit der deutschen Autoindustrie reden."
Allerdings seien Adaptionen bei B7 - im Gegensatz zu höheren Beimischungen bei Bioethanol - relativ leicht zu bewerkstelligen. "Wir gehen davon aus, dass es B7 schon in mittlerer Zukunft geben wird. Thayr: "Das ist relativ leicht." Anders bei B100 (ausschließlich Agrardiesel), bei dem viel Abstimmungsarbeit bei Frächtern und Nutzfahrzeugen notwendig sei.
Im Weg steht bei höheren Biodiesel-Beimischungen auch die Rohstoffsituation. Der Preis für Raps ist in die Höhe geschnellt. Thayr meint, dass schon bald ausreichend Raps zur Verfügung stehen werde - "in Osteuropa wird jetzt überall angebaut". Allerdings werde zu sehr auf Raps als Grundrohstoff fixiert. Altspeiseöle, ein ansonsten teuer zu verwertender Reststoff, sei noch nicht im möglichen Ausmaß genutzt. Die Biodiesel Vienna, Österreichs größtes Biodiesel-Werk, hat ihre Kapazität von 95.000 auf 140.000 Tonnen ausgebaut und setzt auch auf Altspeiseöle.
Palmöl, erklärt Thayr, sei in Österreich als Biokraftstoff kein Thema: "Da wird der Branche immer vorgeworfen, auch am Abbau von Regenwald schuld zu sein. Das ist reine Polemik. Palmöl hätte als Diesel nicht die notwendige Wintertauglichkeit."
(Johanna Ruzicka. DER STANDARD, 1.10.2008)