Dienstag, 05. Mai 2009

USA dämpfen Erwartungen an Klimaabkommen

Nur wenig Optimismus zeigte Todd Stern, der US-Klimabevollmächtigte, nach einem Treffen der 17 größten Treibhaus-Emittenten

Ohne konkrete Ergebnisse ist am Donnerstag ein der Treffen der 17 Staaten zu Ende gegangen, die die weltweit größten Emittenten von Treibhausgasen sind. Außer dass es eine konstruktive Gesprächsatmosphäre gegeben habe, ist es zu keinen Ergebnissen gekommen, die bei dem großen Klimaschutz-Treffen im Dezember in Kopenhagen als Verhandlungsgrundlage dienen könnten, erklärte der US-Klimabeauftragte Todd Stern in einer Aussendung des US-State-Departement.
Bis zum Sommer soll es insgesamt drei solcher Treffen der weltweit größten CO2-Emittenten kommen, um die wichtigsten Fragen zu einem Kioto-Nachfolgeabkommen vorab zu klären. Im Dezember soll dieses Nachfolgeabkommen in Kopenhagen ausgedealt werden.
"Es werden sehr schwierige Verhandlungen", sagte Stern vor Journalisten. Todd Stern ist zu verwechseln mit dem Briten Nicholas Stern, der 2006 die wirtschaftlichen Folgen der globalen Erwärmung samt Eindämmungskosten beziffert hatte.

"Keine Bewegung"
Auch der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel zeigte sich ernüchtert. Er erklärte, dass es "keine Bewegung" gegeben habe und stattdessen klare Differenzen zwischen Industrie- und Schwellenländern bei der Lastenverteilung für den Klimaschutz zutage getreten seien. Aufstrebende Volkswirtschaften wie China oder Indien argumentieren, dass die Industriestaaten den Großteil der Kosten für den Klimaschutz übernehmen sollten, weil sie auch die Verursacher des Klimawandels sind.
Die schleppenden Verhandlungen sind auch darin begründet, dass das im März auf den Weg gebrachte US-Klimagesetz erst den Kongress passieren muss. Danach sollen die US-Treibhausgase bis 2020 um 20 Prozent unter das Niveau von 2005 und bis 2050 um 80 Prozent zu senken.
Angesichts der Unbeweglichkeit riss der Umweltschutzorganisation Greenpeace der Geduldsfaden: Die Herumfliegerei der Delegierten verursache Unmengen von Treibhausgasen, schrieben sie in einer Aussendung: "Das viele Kohlendioxid sollte wenigsten durch Verhandlungsergebnisse kompensiert werden."
(Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2./3.5.2009)

1 Kommentare:

Thialfi hat gesagt…

Also ich kann die Leutz von Greenpeace schon gut verstehen. Mit dem Argument, die Herumfliegerei der unzähligen Kongress-Teilnehmer erzeuge unnötige CO2-Emissionen, ecke ich auch immer an.
Ich bin schon der Meinung, diese hauptberuflichen Bedenkenträger könnten sich auch per Video-Konferenz unterhalten, weil sie sich ja doch nicht einigen. In meinen Augen sind die Konferenzen nichts weiter als Luxuskurzurlaube auf Kosten des Steuerzahlers.
Aber es ist scho richtig. Wenn man mal in den Puff von Casablanca gehen will, oder das Nachtleben von Kopenhagen geniessen, dann muss man schon vor Ort sein.
Und gerade Sigmar Gabriel hat es nötig, über die "Unbeweglichkeit" auf solchen Konferenzen zu klagen? Das einzige was sich bei ihm bewegt, ist sein Übergewicht! Wenn ich da an die dumpfen Entscheidungen dieses Herrn denke, "Bio"sprit zwangsweise dem Treibstoff beizumengen, um die Umwelt zu schützen, wird mir speiübel. Der denkt genauso wenig nach wie seine Amtskollegen, über die er sein negatives Urteil fällt!
Einen schönen Tag wünscht Thialfi